Streik, Schweiz und Autsch! 11 Fun Facts zu «James Bond - Quantum Of Solace»

Beim zweiten Einsatz von Daniel Craig lief ganz viel nicht nach Plan. Wir schauen auf die turbulente Produktionsphase, in welcher der Hauptdarsteller einige Male in Mitleidenschaft gezogen wurde.

© Sony Pictures

Leider kein 007 im 2-007

Bevor Casino Royale in die Kinos kam, begann schon die Vorproduktion zu Quantum Of Solace. Die Produzenten wollten unbedingt das Jahr 2007 - mit dem lukrativen 007 in der Jahreszahl - marketingtechnisch ausnutzen. Dann mussten sie aber doch einsehen, dass bei der Vorbereitung mehr Zeit als gedacht benötigt wurde und es dieser Bond nicht im Jahr 2007 in die Kinos schaffen würde,, sondern erst 2008.

Streik!

Ein weiterer Grund für Verschiebung ins Jahr 2008 hatte mit dem Drehbuch zu tun. Die Gewerkschaft der Drehbuchautoren in den USA rief zum Streik auf - sie kämpfte für höhere Tantiemen auf DVD- und Internetverkäufe. Der Streik zog sich monatelang fort und brachte viele Produktionen zum Stillstand. Da bei Quantum Of Solace das Skript beim Start des Drehs nicht fertig war, mussten zeitweise Regisseur Marc Forster und Daniel Craig ein paar Zeilen hineinschreiben. Craig schwor sich danach, nie wieder einen Film anzufangen, bevor nicht das Drehbuch fertig geschrieben war. Denn neben den Arbeiten als Drehbuchautor musste sich Craig ja auch ständig körperlich fit halten.

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Hopp Schwiiz!

Apropos Forster: Mit Quantum Of Solace bot wieder ein Bond-Film «Swissness» an: Marc Forster, zwar in Deutschland geboren, aber in der Schweiz aufgewachsen,, ist der erste Regisseur eines Bond-Films, der offensichtlich nicht aus dem britischen Commonwealth stammt. Damit haben die Produzenten von Eon Productions wiedermal eine eiserne Regel gebrochen. Wahrscheinlich hatte hier Daniel Craig bereits Einfluss, da es seine Empfehlung war, Forster zu verpflichten. Der nächste Schweizer am Set war Anatole Taubmann, der den Henchman Elvis spielen durfte. Und hinter der Kamera kam wieder Leonard Gmür als Location Scout Manager zum Einsatz, der unter anderem die Seebühne in Bregenz zum Filmset herrichtete.

Autsch!

Daniel Craig verletzte sich beim Dreh mehrere Male. Einmal bekam sein Gesicht einen heftigen Kratzer ab, was vier Nähstiche erforderte. Das andere Mal verletzte er sich an seiner Schulter. Dies benötige eine Operation, in der sechs Schrauben eingefügt werden mussten. Und dann wurde auch noch eine Hand in Mitleidenschaft gezogen - bei einem Unfall schnitt es die Kuppe eines Fingers ab. Trotz seinen Wehwehchen musste der Zeitplan des Drehs glücklicherweise nicht verschoben werden.

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Toughes Bond-Girl

Marc Forster entschied sich für Olga Kurylenko als Bond-Girl, da sie die wohl am wenigsten Nervöseste beim Casting war. Kurylenko lernte innert drei Wochen, wie man mit Waffen umgeht und wie man kämpft; zudem auch, wie man einen Body Fly (eine Form vom Indoor-Skydiving) sauber ausführt und wie man mit spanischem Akzent spricht. Angeblich soll Kurylenko keine Filmstunts mögen, doch Craig ermutigte sie, diese selbst auszuführen. Dafür nahm sie sich Michelle Yeoh als Vorbild, die ihre Stunts in Tomorrow Never Dies selbst performt hatte.

Al Pacino

Es gab auch mal das Gerücht, dass Schauspieler Al Pacino auftauchen sollte: Gegen Ende des Films wäre für ihn ein Cameo-Auftritt vorgesehen gewesen - als Kopf der Organisation «Quantum». Doch im Nachhinein stellten sich diese Äusserungen als unwahr heraus. Pacino hatte aber anscheinend Interesse an einer Rolle, nämlich an der des General Medrano. Jedoch war diese bereits an Joaquin Cosio vergeben.

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Gun-Barrel zum Schluss

Quantum of Solace ist der erste Bond-Film, der die traditionelle Gun-Barrel-Sequenz am Schluss des Filmes hat. Damit wurde eine weitere Tradition des Franchises gebrochen, denn normalerweise kommt diese zu Beginn. Zugegeben: Auch Casino Royale war in dieser Hinsicht nicht konsequent, den dort war die Gun-Barrel-Szene erst nach einem Prolog in einer leicht abgeänderten Form zu sehen.

Let's Duet

Sir Paul McCartney wurde angeboten, den Titel-Song zu Quantum of Solace zu schreiben. Er lehnte aber ab und empfahl Amy Winehouse dafür. Mit Produzent Mark Ronson nahm sie tatsächlich einen Demo-Song auf. Eine Weiterarbeit war jedoch nicht möglich, da Winehouse wegen ihrer persönlichen Situation und ihrer Alkoholeskapaden nicht imstande war, einen Bond-Song zur Perfektion zu bringen. Schliesslich performten Jack White und Alicia Keys den Song zu Quantum of Solace Ihr «Another Way to Die» ist das erste Duett in der Bond-Geschichte.

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Frieren für Bond

Über 1000 Statisten kamen für die Opern-Szene in Bregenz zum Einsatz. Bereits das Casting erstreckte sich über Tage und stiess regional als auch überregional auf hohes Interesse. Gedreht wurde mitten in der Nacht bei sehr kühlen Temperaturen im einstelligen Bereich. Gerade mit schicken, aber nicht wärmenden Abendkleidern und Anzügen mussten die Statisten minutenlang stillsitzen oder mal auch für eine andere Aufnahme gruppenweise die Sitzplätze wechseln - eine Tortur bei diesen kalten Nächten. Mit digitaler Nachbearbeitung wurde das Publikum im fertigen Film anzahlmässig vergrössert.

Schnellschnitt

Regisseur Forster und sein Cutter Matt Chessé hatten gerade einmal fünf Wochen Zeit, um den Film fertigzustellen. Normalerweise nimmt sich Forster für den Schnitt eines Filmes 14 Wochen Zeit. Um die Sache zu beschleunigen, holten sie Richard Pearson an Bord, welcher für den Schnitt bei The Bourne Supremacy verantwortlich war.

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Money, Money Money

Quantum of Solace war zu seiner Zeit als der teuerste Bond aller Zeiten. Bei einem Budget von 200 Millionen US-Dollar spielte er weltweit gegen 589 Millionen Dollar ein und schaffte es nicht, Casino Royale (616 Millionen Dollar) zu übertreffen. Hohe Kosten lösten vor allem die vielen Originalschauplätze aus: die Crew reiste nach Mexico, Chile, Panama, Österreich, Italien und England.

Arsen Seyranian [sen]

Arsen, ein James Bond-Fan mit einem Faible für Soundtracks, begann als Freelancer und durfte sogar ein halbes Jahr lang die rechte (und linke) Hand des Chefredaktors sein. Zwar nicht immer der Schnellste, wenn das Neuste im Kino läuft, aber letztlich landet so ziemlich jeder Film vor seinen Augen.

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