«Tenet»: Christopher Nolan geht es nicht ums Geld, sondern um die Kinos

Die Kinos, die momentan geöffnet haben, verzeichnen nur sehr wenige Besucher. Das Problem sind dabei auch fehlende Publikumsmagnete wie Blockbuster. Regisseur Christopher Nolan würde gerne helfen.

Christopher Nolan mit John David Washington am Set von «Tenet» © Warner Bros.

Wäre alles nach Plan gelaufen, wären wir jetzt gerade einmal mal noch eine Woche vor dem Kinostart von Christopher Nolans Tenet entfernt. Doch 2020 ist überhaupt nicht nach Plan gelaufen. COVID-19 machte alle Pläne zunichte. Viele Kinos in den USA und China sind immer noch geschlossen, was den Release von grossen Filmen verunmöglicht. Denn Blockbuster möchten die Studios jeweils zeitgleich in allen Ländern veröffentlichen. Am liebsten natürlich in gut gefüllten Kinos, was jedoch in Zeiten von Social Distancing kaum möglich ist.

Aus diesem Grund wurden Filme wie Fast & Furious 9 oder Minions 2 gleich um ein ganzes Jahr verschoben - auch mit der Hoffnung, dass es Anfang 2021 einen Impfstoff geben wird. Ganz anders Tenet, wo man bisher den Start immer nur um ein paar Wochen hinausgeschoben hat. Wie nun der Hollywood Reporter berichtet, redet Regisseur Nolan da mehr als nur ein Wörtchen mit.

In dem Hintergrundbericht dreht sich dabei vieles um ein Telefonat, welches zwischen dem Studio Warner Bros und dem Team Nolan (Regisseur Christopher Nolan und seine Ehefrau/Produzentin Emma Thomas) geführt wurde. Warner soll bei dem Telefonat verschiedene Veröffentlichungsoptionen aufgezeigt haben und was für Auswirkungen ein baldiger Release auf das Einspielergebnis haben könnte. Das Produktionsbudget von 200 Millionen Dollar sollte idealerweise wieder eingespielt werden. Doch Nolan sollen die vielen Dollar-Zeichen nicht gross interessiert haben.

«Tenet»
«Tenet» © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Laut dem Bericht sagte Nolan dem Studio, dass es nicht um Geld gehe, sondern es sein Wunsch sei, dass Tenet der erste grosse Blockbuster nach der Kinowiedereröffnung ist. Es geht darum, dass man sich solidarisch gegenüber den Kinos zeigt, sobald diese wieder aufmachen dürfen.

Tenet soll also sofort veröffentlicht werden, wenn vielerorts auf der Welt ein Kinobesuch wieder möglich ist. Deshalb wurde der Film nicht um Monate oder sogar ins Jahr 2021 verschoben, sondern bisher immer nur um zwei Wochen.

Jede mehrmonatige Verschiebung von grossen Filmen ist für die bereits wieder geöffneten Kinos (wie in der Schweiz) ein heftiger Schlag. Denn wenn das Publikum auch in den kommenden Monaten wegbleibt, dürfte es bald unangenehm werden. Tenet und auch Disneys Mulan sind somit für einige sowas wie letzte Hoffnungen. Filmfans und Kinos können nur hoffen, dass die grossen Kinomärkte wie USA und China ihr Coronaproblem hoffentlich bald einigermassen in den Griff bekommen. Sonst wird das länger nichts mit baldigen Blockbuster-Kinostarts.

Stand jetzt soll Tenet am 12., Mulan am 20. August 2020 in die Schweizer Kinos kommen.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Hollywood Reporter
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Kommentare Total: 1

solanumnigrum

Leider wird bereits im Kindesalter eingetrichtert, dass man bei schönem Wetter nicht ins Kino soll.
Dies ist ein weiterer Grund, warum es momentan nicht wirklich läuft.
Nicht zu vergessen, dass Netflix und Co. das Ganze auch noch in die Karten spielt.

Für die Kinos und Filmfans ist zu hoffen, dass viele Gäste die Kinosäle schnell wieder befüllen.
Ich sehe es schon vor mir, dass viele kleine Kinos aufgeben müssen,
während Giganten wie Pathé oder Kitag entspannt alles aufkaufen können.

Bitte liebe Filmfans, rettet den Film!

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