Neue Filme von Anderson, Ozon und Pixar bekommen das Cannes-Gütesiegel

Das Cannes-Filmfestival findet in diesem Jahr nicht statt. Stattdessen wird es aber ein Cannes-Label geben, welches den Produzenten bei der Vermarktung ihrer Filme helfen soll.

Bill Murray in «The French Dispatch» © Searchlight Pictures

In Cannes hat man vieles versucht, um das Filmfestival in diesem Jahr irgendwie durchzuführen. Doch COVID-19 kannte kein Erbarmen, und da die Verantwortlichen rein gar nichts mit einem Online-Event anfangen können, musste die 2020er-Ausgabe abgesagt werden. Doch die bereits selektionierten Filme wollten die Verantwortlichen nicht hängen lassen.

Das Festival hat bekanntgegeben, welche Filme für das Festival ausgewählt wurden, welches nun nicht stattfinden kann. Diese Filme bekommen nun ein sogenanntes Cannes-Label. Dieses Gütesiegel soll es den Filmen erleichtern, Käufer auf der ganzen Welt zu finden. Denn trägt ein Film das Logo des prestigeträchtigen Festivals, geht vieles einfacher.

Unterteilt wurden die Filme in unterschiedliche Kategorien. Folgende Filme haben nun das Cannes-2020-Gütesiegel bekommen:

Mit ihren neusten Filmen erneut im Cannes-Line-up

The French Dispatch - Wes Anderson
Éte 85 - François Ozon
True Mothers - Naomi Kawase
Druk - Thomas Vinterberg
Zwei Episoden aus der Serie «Small Axe» - Steve McQueen
Last Words - Jonathan Nossiter
ADN - Maïwenn
Heaven: To The Land Of Happiness - Im Sang-soo
El olvido que seremos - Fernando Trueba
In the Dusk - Sharunas Bartas
Home Front - Lucas Belvaux
Peninsula - Yeon Sang-ho
The Real Thing - Koji Fukada

Mit ihren Filmen zum ersten Mal im Cannes-Line-up

Passion simple - Danielle Arbid
A Good Man - Marie-Castille Mention Schaar
Les choses qu'on dit, les choses qu'on fait - Emmanuel Mouret
Souad - Ayten Amin
John and the Hole - Pascual Sisto
Striding into the Wind - Wei Shujun
Limbo - Ben Sharrock
Here We Are - Nir Bergman
Rouge - Farid Bentoumi
Sweat - Magnus von Horn
Teddy - Ludovic and Zoran Boukherma
February - Kamen Kalev
Ammonite - Francis Lee
Médecin de nuit - Elie Wajeman
Enfant terrible - Oskar Roehler
Nadia, Butterfly - Pascal Plante

Omnibus-Film

Septet: The Story of Hong Kong - Johnny Too, Tsui Hark, u.a.

Erstlingswerke

Falling - Viggo Mortensen
Pleasure - Ninja Thyberg
Slalom - Charlène Favier
Memory House - João Paulo Miranda Maria
Broken Keys - Jimmy Keyrouz
Ibrahim - Samir Guesmi
Beginning - Déa Kulumbegashvili
The Death of Cinema and My Father Too - Dani Rosenberg
Gagarine - Fanny Liatard, Jérémy Trouilh
16 printemps - Suzanne Lindon
Vaurien - Peter Dourountzis
Garçon chiffon - Nicolas Maury
Si le vent tombe - Nora Martirosyan

Dokumentarfilme

On the Way to the Billion - Dieudo Hamadi
The Truffle Hunter - Michael Dweck, Gregory Kershaw
9 jours à Raqqa - Xavier de Lauzanne

Komödien

Antoinette dans les Cévennes - Caroline Vignal
Les deux Alfred - Bruno Podalydès
Un triomphe - Emmanuel Courcol
Le Discours - Laurent Tirard
L'Origine du monde - Laurent Lafitte

Animationsfilme

Earwig and the Witch - Goro Miyazaki
Flee - Jonas Poher Rasmussen
Josep - Aurel
Soul - Pete Docter, Kemp Powers

«Soul»
«Soul» © The Walt Disney Company Switzerland. All Rights Reserved.

Eine recht ansehnliche Filmliste. Herausragen tut natürlich The French Dispatch, der jedoch das Cannes-Gütesiegel nicht wirklich nötig hat. Ein neuer Wes-Anderson-Film hat auch sonst schon genug Publicity und wird zudem weltweit von Searchlight Pictures (Disney) herausgebracht. Genau das Gleiche gilt für Soul, der neue heisserwartete Film von Disney/Pixar. Aber Cannes war schon immer ein Ort, wo auch die grossen Studios gerne ihre Filme lancieren.

Ein weiteres Highlight in der Auswahl dürfte die Säufer-Tragikomödie Druk sein. Darin geht es um die Theorie, dass der Mensch eigentlich mit einem halben Promille zu wenig geboren wurde. Mit ein bisschen Alkohol im Blut würden die Probleme kleiner und die Kreativität steigen. Ein von Mads Mikkelsen gespielter Lehrer will herausfinden, ob das wirklich stimmt. Prost!

Weitere Cannes-Veteranen wie François Ozon, Naomi Kawase, Maïwenn und Koji Fukada fehlen ebenso wenig im Line-up wie der Action-Horrorfilm Peninsula, der Fortsetzung des Zombie-Schockers Train to Busan. Herauszuheben sind weiter das Drama Ammonite mit Kate Winslet und Saoirse Ronan von Regisseur Francis Lee (God's Own Country), das Rainer-Werner-Fassbinder-Biopic Enfant Terrible sowie der neuste Ghibli-Film mit dem Titel Earwig and the Witch .

«Train to Busan»
«Train to Busan» © Studio / Produzent

Es bleibt nun abzuwarten, was mit diesen Filmen passieren wird. Alle ausgewählten Filme haben die Möglichkeit, an einem anderen Festival (wie zum Beispiel Venedig, Toronto oder Zürich) ihre Weltpremieren zu feiern.

Bezüglich Schweizer Kinostartdaten muss der Filmmarkt in Cannes abgewartet werden. Dort kaufen die Schweizer Verleiher jeweils viele ihrer Filme ein. 2020 findet der Markt vom 22. bis zum 26. Juni statt - wegen COVID-19 komplett online.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
Festival de Cannes
Themen