Von Qs Fischerboot und Schweizer Spielverderbern: 11 Fun Facts zu «James Bond - The World Is Not Enough»

Für seinen dritten Einsatz als 007 jettete Pierce Brosnan wieder um die Welt. Aber in Istanbul machte er absichtlich keinen Halt. Wieso das so war, erfährt ihr in unserem Hintergrundbericht.

© Twentieth Century Fox Home Entertainment, Inc. All Rights Reserved.

«Thank you, Mr. Bond»

Als das echte MI6 Wind davon bekam, dass Aufnahmen um sein Hauptquartier gemacht werden, verweigertem dessen Verantwortichen zunächst die Dreharbeiten. Die Befürchtung war, dass diese Shots dann für sie ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Doch ein Gespräch mit der damaligen Aussenministerin führte dazu, dass die Verweigerung aufgehoben wurde. Ihre Sicht der Dinge: «Bond hat schon so viel für England getan. Da wäre der Dreh beim MI6 das Mindeste, was wir tun können.»

Himbeere für Weihnachten

The World Is Not Enough ist er der erste Bond-Film, der einen Razzie (zu Deutsch: Goldene Himbeere) gewonnen hat. Diesen gewann Bond-Girl Denise Richards in der Kategorie schlechteste Nebendarstellerin. Obwohl Richards ihre Rolle mochte, da ihre Dr. Christmas Jones Charakter Intelligenz, Sportlichkeit und Charaktertiefe bot, sahen die Zuschauer dies wohl mit anderen Augen. Unter vielen Fans gilt sie als das schlechteste Bond-Girl aller Zeiten.

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The Man with the Röntgenblick

Um die Wirkung von Bonds Röntgenbrille zeigen zu können, wurden zuerst die Schauspieler in ihren normalen Kostümen gefilmt. Danach mussten sie speziell angefertigte Kostüme tragen, wo die Formen der Waffen und Messer ersichtlich waren. Mit der Zusammenfügung der Aufnahmen und etwas technischer Nachbearbeitung wurde dann schliesslich der gewünschte Effekt erzielt.

Istanbul bei Pinewood

36 Jahre nach From Russia With Love war wiedermal Istanbul einer der Schauplätze eines Bond-Filmes. Das Istanbul-Set war fast fertiggestellt, doch dann wurde die Grossstadt von einem Bombenanschlag erschüttert. Aus Sicherheitsgründen war es den Schauspielern dann untersagt, nach Istanbul zu reisen. So wurden die Istanbul-Szenen mit den Schauspielern im Pinewood-Studio mit Hilfe von Greenscreens gedreht.

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Mit Regisseur Apted kannst du es nicht besser - aber länger.

Dieser Bond-Film hat bis jetzt die längste Pre-Titel-Sequenz der vorhandenen Reihe. Satte 13 Minuten und 40 Sekunden dauert sie. Regisseur Michael Apted hatte ursprünglich die Titelsequenz nach Bonds Flucht aus Bilbao eingeplant. Jedoch schien ihm dies zu unspektakulär. Also packte man die Verfolgungsjagd auf der Themse noch dazu. Berichten zufolge soll No Time to Die diesen Rekord jedoch mit einer 20-minütigen Pre-Titel-Sequenz pulverisieren.

Qs Fischerboot

34 Drehtage benötigte die Verfolgungsjagd auf der Themse und kostete zwischen elf und zwölf Millionen US-Dollar. Für das kleine, pfiffige, schwarze Boot von Bond - eigentlich ja Qs Fischerboot -, zeigte sich die kleine US-Firma Bentz verantwortlich, die extra Personal einstellen musste, um 15 Stück von diesen Booten anzufertigen. Sechs davon waren voll fahrtüchtig, der Rest wurde für Unfälle und Explosionen verwendet. Die Szene, in der sich Bond unter Wasser die Krawatte richtet, war eine Idee von Pierce Brosnan höchstpersönlich.

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Bye bye Q

In The World Is Not Enough hat Desmond Llewelyn seinen letzten Auftritt als Q. Mit seinen 85 Jahren hatte er ein Alter erreicht, wo es ihm Probleme bereitete, seine Rolle zu spielen. Schon seit GoldenEye war es für ihn schwierig, seine Texte auswendig zu lernen. Deshalb musste man ihm mit grossen Pappkartons, worauf seine Zeilen in grosser Schrift standen, aushelfen. Obwohl er ankündigte, im nächsten Bond-Film wieder dabei zu sein, starb Llewelyn nach einem heftigen Autounfall, kurz nach der Veröffentlichung von The World Is Not Enough.

Auf Q folgt R

Zum ersten Mal tauchte John Cleese als Assistent und Nachfolger von «Q» auf. In den Credits wird Cleeses Figur als «R» aufgeführt, obwohl er so im Film nicht vorgestellt wurde. Nur Bond nannte ihn sarkastisch so: «If you're Q, does that make him R?» Angeblich wollte sich Cleese schon lange eine Rolle bei Bond ergattern. Am liebsten wäre er der «Bad Guy» gewesen.

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Spielverderber Schweiz

Für die kaukasischen Berge doubelte das Skigebiet «La Flégère» im französischen Chamonix. Leider entpuppte sich der Dreh als kompliziert. Oft schlechte Witterungen, Schneebretter oder Lawinen führten zu Verzögerungen. Gerade wegen der Gefahren schalteten sich Versicherungsgesellschaften ein, um den Dreh mit Brosnan und Marceau zu verhindern. Was im Mitte Januar 1999 begann, konnte deshalb erst gegen Mitte März beendet werden. Eigentlich wollte man die Ski-Sequenzen in der Schweiz drehen. Doch wegen der Stunts und der Explosionen bekamen die Macher für unser Land keine Drehgenehmigung.

Das «Cigar Girl»

Die Italienerin Maria Grazia Cucinotta, die im Film das «Cigar Girl» verkörpert, war zu Beginn als Gegenspielerin (Elektra King) vorgesehen. Regisseur Apted bemängelte allerdings ihre marginalen Englischkenntnisse sowie ihre nicht so säuberliche Aussprache. Stattdessen bot man ihr letztendlich die «Cigar Girl»-Rolle an, da sie unbedingt im Bond-Film mitmachen wollte - auch wenn sie nicht die erste Anti-Geige spielen durfte. Sophie Marceau wurde dann für die Rolle der Elektra King ausgewählt.

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Money, Money, Money

The World Is Not Enough hatte ein Budget von fast 160 Millionen US-Dollar. Diese Kosten wurden jedoch wieder durch Promotions-Partner abgedeckt. Auch die weltweiten Besucherzahlen waren etwas besser als beim Vorgänger. Fast 362 Millionen US-Dollar strich der neunzehnte Film ein. Brosnan sackte dabei ca. 12.5 Millionen Gage ein. Durch Bond ist seine Popularität stetig gestiegen, sodass er in der Lage war, mit seiner Produktionsfirma Irish Dreamtime Inc. eigene Filme zu produzieren, darunter das Remake von The Thomas Crown Affair.

Arsen Seyranian [sen]

Arsen, ein James Bond-Fan mit einem Faible für Soundtracks, begann als Freelancer und durfte sogar ein halbes Jahr lang die rechte (und linke) Hand des Chefredaktors sein. Zwar nicht immer der Schnellste, wenn das Neuste im Kino läuft, aber letztlich landet so ziemlich jeder Film vor seinen Augen.

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