Die Liebe zum Kino in Zeiten des Coronavirus

«Leider kein Kino. Das trifft mich echt, denn ich bin ein fleissiger Kinogänger und sehe gern Filme auf der grossen Leinwand», so Freelancer Oliver in einer Liebeserklärung ans Kino.

Last Action Hero © Sony Pictures

Es kommt zuweilen vor, dass ich zweimal in einer Woche ins Kino gehe. Da können meine Filmbuddys leider nicht recht mithalten, und so kaufe ich mir halt oft auch allein ein Ticket. Doch jetzt hat mir der Bundesrat mein Hobby genommen, natürlich gleichzeitig auch noch das Fitnesscenter und das Schwimmen - die beiden anderen Dinge, die einem meiner Kinobesuche ernsthaft Konkurrenz machen könnten.

Nun bleibt mir nur der heimische TV mit seinen unzähligen Kanälen, meine Filmsammlung oder Filme zum Streamen. Dank Coronavirus habe ich jetzt sogar noch einige Sender gratis freigeschaltet bekommen. Das ist schön, nur ist es ein kleiner Trost. Kino ist nämlich viel cooler. Aber warum eigentlich?

So genau kann ich das nicht sagen. Von all meinen Kinobesuchen sind mir viele in Erinnerung geblieben. Positiv und am längsten berührt hat mich bestimmt der Zeichentrickfilm Der König der Löwen, den ich damals sah und erneut, als er anlässlich des Jubiläums wieder in die Kinos kam. Forrest Gump habe ich dreimal im Kino gesehen.

Mich faszinieren Filme, die die Lebensgeschichte von Charakteren erzählen. Legends of the Fall oder Casino sind weitere Kinofilme, die mir hier spontan einfallen. Ich würde auch A Star Is Born dazu zählen, auch wenn da die Zeitspanne etwas kürzer ist. Dann gibt es aber auch Filme, die bei mir eher «negativ» haften blieben. Event Horizon würde weit oben stehen auf einer Liste der Filme, die mich verstört haben, wie auch die etwas jüngeren Life, A Quiet Place oder Hereditary.

«Hereditary»
«Hereditary» © Ascot Elite

Als Science-Fiction-Fan ist mir Star Trek: Generations in Erinnerung geblieben; nur schon die durchs All treibende Champagner-Flasche bei der Schiffstaufe zu Beginn des Films wirkte im Kino einfach grandios. Und The Martian, auf den ich mich riesig freute, nachdem ich das Buch verschlungen hatte, ist einfach perfekt fürs Kino. Oder nehmen wir Avatar oder Passengers. An zahlreiche Filme würde ich mich ohne Kino viel weniger intensiv erinnern.

Kinofilme verbinden mich auch mit weiteren Dingen in meinen Leben: neben meiner Mitarbeit im Lektorat von OutNow auch durch das Praktikum bei einem Radiosender, wo ich Filme wie Lost in Translation, Shrek 2 oder Finding Nemo schon vor dem Start sehen konnte und das Erlebte dann auf knapp drei Minuten, mit Filmausschnitten unterlegte Beiträge quetschte, die den Hörerinnen und Hörern den Film schmackhaft machen sollte.

«Lost in Translation»
«Lost in Translation» © Pathé Films AG

Es gibt einen Film, bei dem ich und ein Arbeitskollege in der Pause rausliefen: The Fast & the Furious. Der war uns damals einfach zu hektisch, hohl und nervig. Zur Ehrenrettung des Films kann ich berichten, dass ich ihn später einmal komplett sah und inzwischen alle Filme der Reihe ganz gerne mag.

Ich erinnere mich gut an Kinos in der Region, damals viele noch mit Balkon. Kinos, die es heute gar nicht mehr gibt, oder die zu Multiplex-Sälen umgebaut worden sind. Leider kommen deswegen nicht automatisch mehr Zuschauer. Mir ist es in meinen zahlreichen Kinobesuchen unter der Woche das eine oder andere Mal passiert, dass niemand sonst da war und ich so zu einer Art Privatvorstellung kam, ähnlich dem jungen Danny in Last Action Hero.

In diesem Sinn wünsche ich mir, dass auch wieder mehr Leute das Kino für sich entdecken, sobald es uns der Bundesrat wieder erlaubt. Denn Kino ist einfach geil!

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OutNow