Elf für den Muttertag völlig unbrauchbare Mutter-Filme

Während auf den Muttertag hin wieder viele Listen mit den besten Mami-Filmen veröffentlicht wurden, gehen wir in die andere Richtung. Diese elf Filme bloss nicht zusammen mit dem eigenen Mami schauen.

«Ich seh, ich seh», «Mother», «mother!» © Praesens Film, Ascot Elite, Paramount

Sorry, Mamis. Wir lieben euch zwar, aber bei diesen Filmen ist es besser, wenn ihr draussen bleibt. Zwar schauen sich auch Mütter gerne Spannungsfilme oder Werke mit schlüpfrigen Inhalten an, doch sollte man diese Streifen lieber nicht mit dem eigenen Nachwuchs anschauen. Denn das könnte zu seltsamen Blicken und Fragen à la «Wieso schaust du diesen Film mit mir an?» führen. Um genau das zu verhindern, hier unsere Tipps zu Filmen, die zwar alle ein «Mami» im Titel haben, man aber besser nicht mit der eigenen Mutter schauen und auch nicht unbedingt als Muttertagsgeschenk überreichen sollte.

Y tu mamá también

Übersetzt bedeutet der Titel des Fimes von Oscarpreisträger Alfonso Cuarón (Gravity, Roma) in etwa «dini Muetter au». Eine Retourkutsche also, welche sehr gerne bei Streitereien verwendet wird. Von Müttern ist im Film selbst nicht viel zu sehen. Es geht um zwei eher schwanzgesteuerte Teenager, welche mit einer attraktiven Frau auf einen Roadtrip gehen, wobei der Sex nicht zu kurz kommt. Doch der Film ist keine billige Sex-Komödie, sondern eine berührende Coming-of-Age-Story mit sympathischen Figuren und einem Ende, nach dem man noch eine Weile an das Gesehene zurückdenken wird.

mother!

Bei Darren Aronofskys Schocker bekundeten sogar eingefleischte Horror-Fans ihre Mühe. Erzählt wird die Geschichte eines Paars (Jennifer Lawrence und Javier Bardem), dessen Welt durch immer mehr eintreffende Personen gestört wird, die sich völlig daneben benehmen. Bald wird klar, dass mit der titelgebenenden «Mother» Mutter Erde gemeint ist und Aronofsky uns hier aufzeigt, wie rücksichtslos wir mit ihr umgehen. Da nützt alles Bitten und Beten nichts, die Zerstörung nimmt im Verlauf des Filmes immer brutalere Formen an und mündet in einem regelrechten Inferno, das einen völlig verstört zurücklässt. Das möchte man dem eigenen Mami nun wirklich nicht antun.

© Paramount Pictures

Mother's Day

Gemeint ist hier nicht der Murks mit Julia Roberts, sondern der Horrorfilm von 2010, welcher ein Remake des gleichnamigen Streifens von 1980 ist. Der krasse Nervenzerrer dreht sich um drei Brüder, die nach einem schiefgelaufenen Überfall Zuflucht in einem bewohnten Haus suchen. Nach einer Weile kommt dann noch die Mutter der Diebe ins Spiel, doch bringt diese nicht unbedingt etwas Vernunft in die Sache, sondern das komplette Gegenteil. Es ist zwar schön zu sehen, wie sich eine Mutter für ihre Kinder einsetzt, doch die Bösartigkeit dieses Mamis überschreitet dann doch ein paar Mal fast die Grenze des Ertragbaren.

Throw Momma from the Train

Der Titel sagt ja eigentlich schon alles. In dieser komödiantischen Hommage an Strangers on a Train möchte Danny DeVito als Hobby-Autor seine Mutter loswerden und hat die glänzende Idee, es den Protagonisten aus dem Hitchcock-Film gleichzutun. So bringt er die Ehefrau seines von Billy Crystal gespielten Schreibcoachs um die Ecke und erwartet nun die entsprechende Gegenleistung. Die Komödie aus dem Jahr 1987, bei der DeVito übrigens auch Regie geführt hat, ist gut gealtert und auch heute noch amüsant. Nur mit der eigenen Mutter sollte man den Film vielleicht nicht unbedingt schauen. Das könnte missverstanden werden.

Goodnight Mommy (Ich seh, ich seh)

Unsere österreichischen Nachbarn waren schon für das eine oder andere verstörende Filmerlebnis verantwortlich und Goodnight Mommy (so der englische Titel von Ich seh, ich seh) ist ein Paradebeispiel dafür. Nach einer Gesichts-OP kommt eine Mutter wieder nach Hause zu ihren beiden Zwillingen. Weil das Gesicht der Mama jedoch durch einen Verband verdeckt ist, beginnen die Jungs zu glauben, dass da etwas nicht stimmt. Bei ihrem Versuch zur Wahrheit durchzudringen, schrecken die Jungs auch nicht vor Folter und Tierquälerei zurück. Ein echt unangenehmer Film, nachdem man ganz bestimmt keine Kinder (mehr) haben möchte.

© Stadtkino Filmverleih

Mom and Dad

Brian Taylor (er drehte mit seinem Kumpel Mark Neveldine die Crank-Filme) lässt hier Selma Blair und Nicolas Cage von der Leine. Die Hollywood-Schauspieler spielen ein Elternpaar, welches plötzlich den Drang verspürt, die eigenen Kinder umzunieten. Die satirische Schlachtplatte ist ziemlich daneben, bietet jedoch einen Nic Cage in Overacting-Höchstform. Ein Familienfilm sieht jedoch definitiv anders aus.

Serial Mom

Was ist eine gute Mutter? Wenn sie alles für ihre Kinder tut! Und zwar wirklich alles. An diesen Grundsatz hält sich die Protagonistin in diesem Film. Die schwarze Komödie aus dem Jahr 1994 ist einer der zugänglicheren Filme des Trashregisseurs John Waters. Kathleen Turner brilliert darin in der Hauptrolle als perfekte Hausfrau, die über Leichen geht, wenn sich jemand ihrer Ansicht nach daneben benimmt oder ihrer Familie blöd kommt. Ein herrlich böser Spass, den man sich nur mit der Mutter anschauen sollte, wenn diese eine hohe Toleranz für makabren Humor mitbringt.

Muttertag

«Oh schön, ein Film, der Muttertag heisst - wie passend, schauen wir den doch zusammen in trautem Familienkreis!» Bloss nicht! Dieser Streifen ist der Anti-Muttertagsfilm schlechthin. Er will österreichisches Spiessbürgertum auf die Schippe nehmen, ist aber in erster Linie einfach geschmacklos und schlecht gemacht. Ein Film, den man sich nicht nur an Muttertag sparen kann, sondern auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr. Wenn schon ein österreichischer Film, dann doch lieber Goodnight Mommy - siehe oben!

Mother

Wir fanden Bong Joon-ho schon vor Parasite cool, imfall. Der südkoreanische Regisseur drehte 2009 dieses Thriller-Drama, in dem ein leicht geistig zurückgebliebener Junge des Mordes angeklagt wird. Seine Mutter will jedoch nicht an die Schuld ihres Sohnes glauben und versucht mit der Hilfe von handelsüblichem Werkzeug den wahren Täter zu finden. Wie die von Kim Hye-ja gespielte Mutter um ihren Sohn kämpft, ist so eindrücklich wie die Inszenierung von Bong Joon-ho, der wie so oft mit Leichtigkeit Dramatik, Spannung und Humor mixt. Vielleicht der Film auf dieser Liste, den man am ehesten noch mit dem eigenen Mami anschauen kann - sofern ein wenig Gewalt kein Problem darstellt.

© Magnolia Pictures

Perfect Mothers aka (Adore)

2011 drehte Andy Samberg (Brooklyn Nine-Nine) mit Justin Timberlake den Musik-Sketch «Motherlover», in dem zwei Kumpels anlässlich des Muttertages beschliessen, mit der Mutter des jeweilig anderen zu schlafen. Daneben und saulustig. Zwei Jahre später kam mit Perfect Mothers die Drama-Version in die Kinos. Es muss jedoch fairerweise gesagt werden, dass die im Film gezeigte Geschichte zweier Mütter, die eine Affäre mit dem Sohn der jeweils anderen beginnen, von Literatur-Nobelpreisträgerin Doris Lessing im Jahr 2003 veröffentlicht wurde. Trotz des tollen Casts (Naomi Watts und Robin Wright) sollte man den Film aufgrund seiner Thematik so weit weg wie nur möglich von der eigenen Mutter halten.

© Gaumont

Mama

Gleich zu Beginn des Filmes von Andres Muschietti (It) tötet ein Ehemann seine Frau und flieht mit seinen beiden Töchtern in den Wald. Eine wahre Horrorvorstellung - nicht nur für Mütter. Doch das Grauen geht danach erst richtig los, wobei auch immer wieder Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein wahrer Albtraum und deshalb ebenfalls nicht für einen gemütlichen Muttertag geeignet.

© Universal Pictures International

BONUS

Kann man schauen, will man aber nicht: Stop! Or My Mom Will Shoot

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Kommentare Total: 3

yan

Das ist ein Argument. Der Film ist sowieso spitze.

Das Mami im Film hat‘s aber trotzdem nicht leicht - aber du warst ja bestimmt ein Muster-Jugendlicher, da kommen wenigstens keine Erinnerungen auf ;)

crs

Also den würde ich mit meinem Mami schauen :-)

yan

Gute Auswahl, aber ihr habt "Mommy" von Xavier Dolan vergessen.

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