OutNow Daily Spotify Playlist #34

Nach einer kurzen Pause kehren SoundNow und damit die Spotiffy-Playlists von Marco für eine zweite Runde zurück. Den Anfang machen zehn tolle Stücke aus Hits, aber auch Flops des Fantasy-Kinos.

King Arthur: Legend of the Sword © 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Hook mag von vielen Filmkritikern als Ausrutscher in Steven Spielbergs Karriere bezeichnet worden sein. War man aber im richtigen Alter, als der Film in die hiesigen Kinos kam, weiss man, dass dies Humbug ist. Rufio ist der coolste Typ überhaupt und Dustin Hoffmans Hook gfürchig, aber auch irgendwie charmant. Weniger als der Film wird John Williams' epischer Score diskutiert. Bei The Arrival of Tink setzt bei 1:40 die Celesta ein. Dieses Instrument, welches Assoziationen zu Tschaikowskys Nussknacker hervorruft, sollte später zum Markenzeichen eines gewissen Zauberschülers werden. Wenn wir nach Minute fünf dann den Flight to Neverland endlich starten, gibt es das Hauptthema zu hören, welches definitiv eine Inspiration zum Anakin/Padmé-Liebesthema Across the Stars war.

Wer beim Wort «Fantasy» nicht an die Ring-Trilogie von Peter Jackson denkt, hat wahrscheinlich Fieber. Howard Shores Meisterwerk ist eine Goldgrube für Filmmusikfreunde. Ich habe ein Stück aus The Lord of the Rings: The Two Towers ausgesucht, welches für mich der beste Score des Trios ist. Wenn hier der Kindersopran von Ben Del Maestro erschallt, ist Gänsehaut garantiert. Every single time...

Ist der Film Dragonheart zwar schlecht gealtert (Dennis Quaid als Actionheld? Wirklich jetzt?), die Musik ist zeitlos. Keine Ahnung, wie der sonst eher unspektakuläre Randy Edelman einen solchen Klassiker zu Papier brachte, der lange danach noch in Trailern zu hören war und für mich zum Inbegriff von Fantasy wurde.

Bei den Harry-Potter-Filmen ist es der dritte und letzte Score von John Williams, der heraussticht. Die trauernde Blockflöte in A Window to the Past zeigt die ungewöhnliche Richtung, die bei Harry Potter and the Prisoner of Azkaban eingeschlagen wurde. Der gesamte Score ist mit mittelalterlicher Instrumentierung und einer ganz tiefen Melancholie gespickt. Er mag unspektakulärer sein als seine beiden Vorgänger, doch genau wegen dieser Zurückhaltung ist er mein Favorit der Reihe.

Ilan Eshkiri ist ein Name, den ich vor und nach Stardust nie gehört habe. Dabei hat er für den unterbewerteten Film ein ganz nettes Fantasymotiv komponiert. James Horner hingegen ist ein bekannterer Name. Regelmässige Leser wissen langsam auch, dass er immer mein Liebling war und es auch bleiben wird. Daran hat auch Avatar nichts geändert, der die Horner-typische Popsensibilität (für mich kein böses Wort) weiterführt.

Nicht schlecht gestaunt habe ich im Kino, als Daniel Pembertons ausgefallene Musik zum mittelalterlichen Geschehen in King Arthur: Legend of the Sword ertönte: hächelnde Menschenstimmen und Drum-and-Bass-Samples hätte ich hier nicht gerade erwartet. Noch weniger erwartet hätte ich aber, dass die Musik passend eingesetzt würde. Pemberton hat es aber geschafft, und seither verfolge ich sein Werk etwas genauer.

John Debney schien The Scorpion King auch nicht sehr gefallen zu haben. Sein Score ist zwar routinierte und solide Abenteuerkost, kann aber nicht an seine besten Werke anknüpfen. Die Verfilmung des Bestsellers Eragon haben viele wohl schon wieder vergessen. Es lohnt sich aber sehr, in James Shearmans Score reinzuhören. Dieser bietet ein eingängiges Hauptthema, das man noch lange vor sich hin pfeift.

Bei der Musik aus Pan's Labyrinth - El laberinto del fauno bleibt kein Auge trocken. Spätestens wenn die Melodie des Schlafliedes erklingt, erinnern wir ans an Ofelia und ihre traurige Geschichte, bei der jedoch immer ein Schimmer Hoffnung durchscheint. So geht musikalisches Storytelling!

OutNow Daily Playlist #34 vom Freitag, 08.05.2020 - Fantastic Fantasy

Teilen
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen
Datum
Autor
Quelle
OutNow.CH
Thema