OutNow Daily Spotify Playlist #32

Seine Italowestern-Scores kennen alle. Doch sie sind nur ein kleiner Teil von Ennio Morricones riesigem Gesamtwerk. Morricone-Fan Simon gibt eine kleine Auswahl einiger weniger bekannter Arbeiten.

Arnold Schwarzenegger und Brigitte Nielsen in «Red Sonja». © STUDIOCANAL GmbH

Liner Notes: Unsere heutige Playlist beginnt - typisch für Ennio Morricone - mit einer Maultrommel. Sein Titelstück zu Le clan des siciliens (Track 1) mischt deren ungewohnten Klänge mit einer eingängig-melancholischen Melodie und ist in meinen Augen einer seiner elegantesten Filmscores. Ebenfalls typisch für die damalige Periode ist sein Score zu Le trio infernal (Track 2), der mit Stakkatos und schrägen Zwischentönen für eine beunruhigende Atmosphäre sorgt.

Gewisse Morricone-Kompositionen sind ja bekannter als der Film. Das gilt auch für das in Track 3 zu hörende Stück, einem luftigen Easy-Listening-Track, der irgendwie vertraut in den Ohren klingt - und das, obwohl vermutlich die wenigsten den dazugehörigen Film Metti una sera a cena gesehen haben dürften - ich übrigens auch nicht.

Dass unter den über 500 (!) Filmarbeiten Morricones nicht jeder Film ein Meisterwerk ist, versteht sich von selbst. So wertet seine Musik viele ansonsten mittelmässige bis schwache Filme auf. Das gilt für die triumphalen Bläser aus dem Schwarzenegger-Vehikel Red Sonja (Track 4) genauso wie die klagende Frauenstimme - ein weiteres typisches Morricone-Element - aus der Horror-Fortsetzung Exorcist II (Track 5) und die zarte Cellomelodie aus Adrian Lynes Lolita-Neuaufguss aus 1997 (Track 6).

Dass Morricone auch mit Synthesizern umgehen kann, beweist er in seinem Score zu Frantic (Track 7). Sie werden kombiniert mit einer wummernden E-Gitarre und schluchzenden Streichern, die schliesslich in eine eingängige Melodie fliessen. Ebenfalls mit einer Gitarre arbeitet sein Score zu Sostiene Pereira (Track 8). Ein nachdenkliches, zurückhaltendes Stück, dessen Ruhe von den unvermittelt einsetzenden Bläser-Einsätzen unterbrochen wird.

Da es in dieser Liste um die weniger bekannten Arbeiten Morricones gehen soll, habe ich bewusst auf jene für Sergio Leone verzichtet, genauso wie auf all jene Stücke, die von Quentin Tarantino recycelt worden sind bzw. die Morricone selbst für Tarantino geschrieben hat. Ganz ohne Italowestern geht es aber auch in dieser Liste nicht. In den letzten beiden schmetternden Titeltracks zu Faccia a faccia (Track 9) und La resa dei conti (Track 10) zieht der Maestro alle Register seines Könnens und beweist: Niemand kann Westernsound so gut wie er. Grandios!

OutNow Daily Playlist #32 vom Mittwoch, 29.04.2020 - Morricone ohne Leone und Tarantino

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