OutNow Daily Spotify Playlist #30

Animes sind bekannt für ihre erinnerungswürdigen Intros. Ob für ihren Nostalige-Effekt, ihre «Epicness» oder Coolness. Nicolas hat zehn Stück zusammengetragen, die mindestens etwas davon sind.

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Top 10 Anime Openings: Wer das googelt, kriegt Hunderte Artikel und Videos vorgeschlagen. Eröffnungssequenzen von Animes sind ihren westlichen Gegenstücken oft meilenweit voraus. Nicht selten stehen diese unter dem Motto «Ganbatte!», also «Nicht aufgebe!n» - oder sie sind einfach verdammt cool. Die Genres können von Jazz, zu J-Pop bis zu Hard Rock oder Metal reichen. Und Bläser sind auch gern gesehen. Wir haben die zehn Stücke in drei Abschnitte aufgeteilt: 90s Classics, Kindheitserinnerungen und moderne Hits.

90s Classics

A Cruel Angel's Thesis, das Eröffnungslied von Neon Genesis: Evangelion, widerspiegelt die Stimmung der Serie eher schlecht. Das Upbeat-Stück mit einer furchtbar eingängigen Melodie verbreitet Freude, während die Serie von deprimierten Teenagern und riesigen Robotern handelt. Die Sängerin Yoko Takahashi tritt heute noch mit diesem Song auf und erntet stets Beifall, obwohl der Anime bereits 25-jährig ist.

Zweifellos eines der coolsten Intros, visuell wie akustisch, ist das von Cowboy Bebop. Der SciFi-Western gilt als einer der besten Animes aller Zeiten, mitunter auch dank dem Intro-Track Tank!. Das Original ist auf Spotify nicht verfügbar, aber Dutzende Covers. Die Kontrabass-Line ist unverkennbar und trifft das Feeling der Show hervorragend. Dazu kommt die (typo-)grafisch tolle Introsequenz.

Trigun wird heute über die Animekreise leider nicht mehr allzu oft erwähnt. Die Geschichte von Vash the Stampede ist ebenfalls ein SciFi-Western, doch ein etwas anderer. Vash wird überall gefürchtet, doch hat er seit Jahren niemanden mehr umgebracht. Seine Ruf eilt ihm stets voraus. Er wird «Human Typhoon» genannt, wofür auch der Titel der Intros, H.T, eine Abkürzung ist.

Kindheitserinnerungen

In den frühen 2000ern war RTL II die Anlaufstelle für Anime-Fans im deutschsprachigen Raum. Heute ist der Sender bekannt für TV-Hochgenuss wie «Frauentausch» und «Die Geissens». Da lief früher unter anderem aber auch der wohl bekannteste Anime bei uns: Pokémon. Viele Kinder der späten Achziger und frühen Neunziger kriegen beim ersten Ton bereits Gänsehaut und Tränchen in den Augen. Wir alle wollten die Allerbesten sein. Gesungen wird das Pokémon-Thema übrigens vom Gitarristen der deutschen Rockband Eisbrecher, Noel Pix.

In der Schweiz hatte der Privatsender TV3 (heute 3plus) aber die Ausstrahllizenzen von einigen Animes ergattert. Darunter die zweite Monster-Serie: Digimon. Das Intro ist feinste Popmusik der frühen 2000er und treibt uns ebenfalls Tränen in die Augen. Was haben wir mitgelitten, als sich Tais Greymon unerwartet zu SkullGreymon und was haben wir gefeiert, als TKs süsses Patamon endlich zum ultracoolen Angemon digitierte. Hach, Kindheitserinnerungen.

Der andere grosse Titel bei TV3 war Dragon Ball. Das Titellied ist auch hier ein wunderbares Produkt seiner Zeit. Das Geheimnis der Dragonballs wurde von Renate Hasslberger gesungen, die genau für diesen Track bekannt ist. Spätere Intros, zum Beispiel Cha-La Head Cha-La von Dragon Ball Z, wurden wie das Pokémon-Thema von Noel Pix gesungen.

Moderne Hits

Den Übergang macht hier ein perfektes Beispiel für die J-Rock-Sparte der Anime-Openings. The World des tollen Death Note. Vielen Filmfans dürfte die Marke von Adam Wingards Live-Action-Adaption für Netflix bekannt sein. Leider ist die Adaption bedeutend schwächer als das Original, und das liegt nicht mal am Fehlen des Introsongs. Das Konzept des Notizbuchs des Todes ist nämlich total spannend.

Death Parade ist kein besonders bekannter Anime, doch der Titelsong fetzt! Die Serie setzt sich unter anderem mit dem Tod auseinander (ach!) sowie dem menschlichen Bedauern. Da passt der aufstellend poppige Titelsong wieder überhaupt nicht. Allerdings vereint er J-Pop mit den genannten Bläsern. Ausserdem bedient er sich dem beliebten Einbau von fremdsprachigen Einzelsätzen.

In dieselbe Kerbe schlägt das Opening von Attack on Titan. Jedoch bedienen sie sich da dem Deutschen. Wer genau hinhört, erkennt gleich zu Beginn «Sie sind das Essen und wir sind die Jäger». Da der Satz jedoch von einem Japaner gesungen wird, ists etwas schwierig zu verstehen. Der Einbau macht aber durchaus Sinn, denn die Serie spielt in einem von Deutschland inspirierten fiktiven Ort und die Hauptfiguren tragen oft deutsche Namen wie Armin, Petra oder Reiner. Den Titel des Stücks, Guren no Yumiya, kann man grob mit «feuerroter Pfeil und Bogen» übersetzen.

Und zu guter Letzt gibts ein bisschen Parodie. One Punch Man ist gleichzeitig der Anti- und der Über-Anime. Es handelt von einem Teenager, der Superkräfte hat, die Kampfsequenzen sind spektakulär. Doch während sonstige Action-Animes wie Dragon Ball Z Kämpfe über ganze Staffeln ziehen, haut der One Punch Man namens Saitama alle Gegner, wie der Titel sagt, in einem Schlag um. Ausserdem kennt ihn niemand und er hat auch überhaupt keine Lust aufs Superheld-Sein. Das wiederspiegelt der Titelsong grossartig. Denn musikalisch weist alles auf Heldentum und Action hin. Im Text singt die Band JAM Project jedoch darüber, wie niemand weiss, wer er sei und dass er alles ohne Applaus und Standing Ovations tut.

OutNow Daily Playlist #30 vom Sonntag, 26.04.2020 - Anime!

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