OutNow Daily Spotify Playlist #25

Schon lange vor seinem majestätischen Heldenthema zu den Avengers gehörte Alan Silvestri zu den profiliertesten Filmkomponisten überhaupt. Eine Retrospektive soll Überblick über sein Werk geben.

The Avengers © Marvel Studios

Liner Notes: Spielberg hat Williams, Burton ist mit Elfman zufrieden und Robert Zemeckis greift seit Romancing the Stone auf Alan Silvestri zurück. Bei ihm handelt es sich um einen Komponist, der so ziemlich in jedem Genre zu Hause ist. Dies hat natürlich auch mit der abwechslungsreichen Filmographie von Zemeckis zu tun, doch auch ausseralb dieser lässt sich Silvestri nicht in eine Schublade stecken. Trotzdem ist sein Sound aber ganz typisch und hat Wiedererkennungswert.

Die süsse Klaviermelodie, welche die fliegende Feder in Forrest Gump begleitet, zeigt die ruhigere Seite des sonst eher nicht unbedingt subtilen Komponisten. Eine Strategie, welche er auch für den fast musikfreien Castaway nutzte, wo er eine traurige Oboe in den Mittelpunkt stellt.

What Lies Beneath zitiert in seiner actionorientierten Musik gekonnt Bernard Herrman, hat aber auch eine sehr sanfte Seite. Am unterbewertesten finde ich persönlich seine Musik zum von Kritikern verrissenen Grosserfolg The Mummy Returns für den er einen wirklich epischen Abenteuerscore komponiert hat, der an Lawrence of Arabia angelehnt wirkt und tolle Themen beinhaltet.

Doch nicht nur bei Klassikern bedient sich Silvestri, auch bei sich selbst. So erinnerte mich sein Captain America-Thema damals im Kino sofort dasjenige vom Schwarzenegger-Kracher Eraser, welches wiederum beinahe identische Elemente von What Lies Beneath vorwegnahm.

Für diese Playlist habe ich mit Absicht Musik aus dem dritten Teil der «Back to the Future»-Trilogie gewählt. Bei Back to the Future III kann nämlich gut aufgezeigt werden, wie affin Silvestri sich dem jeweiligen Genre anpasst. Für seinen Western hat er sich hier ganz klar Bernsteins The Magnificent Seven als Vorbild genommen und diesen Sound mit dem bereits etablierten Thema verknüpft.

Auch für Kitsch ist er sich nicht zu schade, denn The Polar Express tönt, wie Baumschokolade schmeckt. Chor und Schlittenglocken machen deutlich, dass Weihnachten gemeint ist und die Hauptmelodie ist ein Ohrwurm der eher nervigen Sorte.

Silvestri kann sogar albern werden. Seine verspielte, jazzige Musik zu Who framed Roger Rabbit kombiniert die Musik alter Cartoons mit Jazz und Actionmusik Marke Silvestri. Mit The Avengers zeigte er sehr eindrücklich, dass es sich lohnt einen Komponisten seines Kalibers anzuheuern. Er schüttelte sich einfach mal den besten Score des gesamten MCU aus dem Ärmel. Die Jungen können also noch einiges lernen vom mittlerweile 70-Jährigen.


OutNow Daily Playlist #25 vom Sonntag, 19.04.2020 - Wir feiern Silvestri

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