Allein, allein! Unsere 11 Filmtipps zum Thema (Selbst-)Isolation

Wie ihr alle sitzen auch wir zuhause und üben uns in Selbstisolation. Wir sind sogar schon richtig gut! Aber so gut wie die armen Hunde auf unserer Liste? Wir empfehlen 11 Filme übers Alleinsein.

«Bug», «The Martian», «Moon», «The Lighthouse» © Ascot Elite, 20th Century Fox, Xenix, Universal

Während viele Filme riesige Casts versammeln und sich bekannte wie unbekannte Darsteller die Klinke in die Hand geben, gibt es auch das Gegenteil: Filme, in denen nur wenige Figuren auftreten. Aus aktuellem Anlass werfen wir deshalb einen Blick auf solche Filme, in denen eine Figur ganz auf sich allein gestellt ist. Ob selbstgewählt oder durch einen Unfall ist dabei egal. Hier ist unsere Liste der sehenswerten Isolationsfilme.

10 Cloverfield Lane

Grund für die Isolation: Eine fremde Macht greift an! Oder etwa nicht?

Unser Tipp weil: Der Titel verrät es eigentlich schon, dass der Film von Dan Trachtenberg in der Cloverfield-Welt spielt. Die Frage, ob die Menschheit von einer fremden Macht angegriffen wird, stellt sich also für die Zuschauer nicht wirklich. Ganz anders sieht die Situation für die von Mary Elizabeth Winstead gespielte Protagonistin aus, welche nach einem Autounfall in einem Bunker landet. Die Enge des Bunkers und der zwielichtig wirkende Besitzer (John Goodman) lösen Unbehagen und damit jede Menge Spannung aus, und so gehört dieser kleine fiese Thriller trotz eines etwas schwachen Endes zu den Geheimtipps.

© Paramount Pictures

All Is Lost

Grund für die Isolation: Freiwilliger alleiniger Segeltörn, bei dem aber alles schief läuft

Unser Tipp weil: Robert Redford spielt einen Mann, über den wir nicht wirklich viel erfahren. Der minimalistische Film von J C Chandor (A Most Violent Year) fokussiert sich nur darauf, wie der alte Mann versucht, irgendwie aus dem Schlamassel zu kommen, das durch einen Container verursacht wurde, der ihm auf hoher See ein Loch in das Schiff gerissen hat. Auch weil der Film auf Rückblenden verzichtet, ist man wie der Protagonist gefangen in der vermaledeiten Situation, was einen äusserst beklemmenden Effekt hat.

© Universal Pictures

Bug

Grund für die Isolation: Paranoide Angst vor Insekten

Unser Tipp weil: Die meisten dürften den Horror-Klassiker The Exorcist kennen. Regisseur William Friedkin wagte sich in seiner Karriere jedoch danach noch mehrmals in das Horror-Genre. Ein Film, der dabei entstand, ist der Geheimtipp Bug. Darin bildet sich ein Golfkriegsveteran ein, dass er immer wieder von Insekten heimgesucht wird. Dabei zieht er auch immer mehr seine Zufallsbekanntschaft Agnes mit rein. Friedkin inszeniert das Ganze als albtraumhaften Trip in den Wahnsinn, der sich in den letzten 30 Minuten ins Unermessliche steigert. Der eigentlich immer extrem gute Michael Shannon ist schlichtweg grossartig, während Ashley Judd als Bezugsperson für die Zuschauer brilliert.

Buried

Grund für die Isolation: Lebendig begraben in einem Sarg

Unser Tipp weil: Definitiv nichts für Leute, die mit Klaustrophobie Mühe haben. Ryan Reynolds spielt Paul Conroy, welcher lebendig begraben wurde. Über ein Telefon erfährt er, dass er entführt wurde und die Kidnapper fünf Millionen Dollar fordern - sonst bleibt er für immer in dem Sarg. Der Film wird konsequent aus der Sicht des Protagonisten erzählt. Andere Schauspieler sieht man nicht, sondern man hört sie während Telefongesprächen nur. Ein äusserst unangenehmer Film, wobei die Nerven der Zuschauer bei einem «animalischen Besuch» in Pauls Kiste einem echten Stresstest unterzogen werden.

Cast Away

Grund für die Isolation: Gestrandet auf einer Insel

Unser Tipp weil: Tom Hanks gehört zu den beliebtesten Schauspielern aller Zeiten, und so ist diese Beinahe-One-Man-Show ein echtes Vergnügen. Wie ein von dem Oscarpreisträger gespielter FedEx-Mann auf einer verlassenen Insel zu überleben versucht, ist ganz grosses Kino, wegen dem wir auch heute noch mitten in der Nacht aufwachen und nach «Wilson» rufen.

Gravity

Grund für die Isolation: Im Weltall ohne Space Shuttle gestrandet

Unser Tipp weil: Mit einem Minimalcast von nur zwei Darstellern - gespielt von Sandra Bullock und George Clooney - schafft Gravity den Spagat zwischen bildgewaltig inszeniertem Space-Spektakel und intimer Survival- und Selbstfindungsstory. Wie Regisseur Alfonso Cuarón die Weiten des Weltalls, mit all ihrer Schönheit, aber auch der unermesslich bedrückenden und angsteinflössenden Leere, filmisch eingefangen hat, ist schlicht meisterhaft. Ein Augen- und Ohrenschmaus und gleichzeitig eine One-Woman-Show zum Mitfiebern.

© 2013 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

I Think We're Alone Now

Grund für die Isolation: Pandemie, die (fast) die ganze Menschheit ausgelöscht hat

Unser Tipp weil: Mit dem Ende der Menschheit kann man ganz unterschiedlich umgehen. Die einen machen Party, die anderen verzweifeln - und Del (Peter Dinklage) macht den Wall-E: Er räumt auf. Weil er glaubt, nach einer Seuche der letzte Mensch auf der Erde zu sein, hat er sich vorgenommen, die Toten aus den Häusern zu bergen, sie zu begraben und fein säuberlich zu katalogisieren. Das ist zwar äusserst langsam - es geht fast eine Viertelstunde, bis das erste Wort fällt! -, doch spätestens mit dem Auftauchen der jungen Grace (Elle Fanning) werden für alle mit genügend Sitzfleisch auch interessante philosophische Fragen übers Erinnern, Vergessen und Verlust aufgeworfen.

The Lighthouse

Grund für die Isolation: Gehört einfach zum Job eines Leuchtturmwärters dazu.

Unser Tipp weil: Robert Eggers Nachfolgewerk zu The Witch ist ein grossartig gespieltes Psycho-Duell. Robert Pattinson und Willem Dafoe spielen zwei Leuchtturmwärter, die wegen den widrigen Umständen, ihrem wenig sozialen Verhalten und einer Obsession für das Licht des Leuchtturms immer mehr dem Wahnsinn verfallen. Der in Schwarzweiss und mit einem Seitenformat von 1.19:1 gedrehte Film ist ein echter Mindfuck. Unser Kritiker schrieb es eigentlich am schönsten: «Ein gottloser, ohrenbetäubend dröhnender, dreckiger Hypnose-Trip.»

The Martian

Grund für die Isolation: Als Totgeglaubter zurückgelassen auf dem Mars

Unser Tipp weil: Bei The Martian sehen wir Matt Damon eigentlich über weite Strecken beim Ackerbau, Selbstgespräch, Dünnerwerden und beim Versuch zu telefonieren zu. Weil das Ganze aber auf dem Mars passiert und wir gleichzeitig einer spektaklären Rettungsmission folgen, die den zurückgelassenen Astronauten vom Roten Planeten bergen soll, dreht das die Spannungsschraube ordentlich an. Dabei hielt man sich (angeblich) an wissenschaftliche Fakten. "I'm gonna have to science the shit out of this!", sagt Damons Figur an einer Stelle. Da sagen sogar Naturwissenschaftsmuffel: Her damit!

© 2015 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Moon

Grund für die Isolation: Astronaut gibt den Mann im Mond.

Unser Tipp weil: Moon ist einer jener Filme, bei denen man den Twist, der sogar recht früh im Film kommt, eigentlich nicht verraten will. Drum also spoilerfrei: Sam Rockwell spielt einen Astronauten auf dem Mond, oder nein, eigentlich ist er eher ein Arbeiter, der fleissig Mondgestein abbaut, das zur Erde geschickt wird. Fast drei Jahre ist er ganz alleine auf dem Mond, nur begleitet von Roboter GERTY und der Hoffnung, bald nach Hause zu dürfen. Doch dann ereignet sich ein Unfall ... Duncan Jones' Langspielfilmdebut ist gleichzeitig tolles Kammerspiel und clevere Science-Fiction-Wundertüte und aus noch so vielen anderen Gründen unbedingt sehenswert.

© Sony Pictures Classic

The Thing

Grund für die Isolation: Als Crew einer arktischen Forschungsstation ist man ziemlich abgeschnitten von der Welt.

Unser Tipp weil: Ja, in John Carpenters Horror-Klassiker haben die Figuren einen Job, der sie fernab von der Zivilisation arbeiten lässt. Doch das Thema Isolation zieht sich durch den ganzen Film. Bevor der Alien-Wahnsinn beginnt, sehen wir wie die Mitglieder der Crew eigenbrötlerischen Aktivtäten nachgehen, wie das Musikhören mit Kopfhörern oder das Schachspielen am Computer. Jeder hat sich bereits von anderen isoliert. Das Ganze verschlimmert sich noch, als dann schliesslich die fremde Gefahr in der Station Einzug hält und die Form von Crewmitgliedern annehmen kann. Es kann niemandem mehr über den Weg getraut werden. Paranoia und Isolation: eine teuflisch gute Mischung!


Weitere Filme mit isolierten Hauptfiguren: 127 Hours, I Am Legend, Locke, Oldboy Passengers, Phone Booth, The Shallows, CSI: Crime Scene Investigation - 5x24-25 - «Grave Danger»

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