Wir schauen «Westworld»: Rückblick auf die 2. Staffel

Da nun die dritte Staffel von Westworld ausgestrahlt wird, hat sich Freelancer Christoph die Vorgängerstaffel noch einmal zu Gemüte geführt. Hier sind die wichtigsten Infos in Kürze.

Dolores in Staffel 3 © Sky Switzerland

Nach einer ewig langen Wartezeit beehrt uns HBO nun endlich mit einer neuen Staffel der rätselhaften Serie um Roboter und Menschen, die gerne mit den menschenähnlichen künstlichen Intelligenzen «spielen» gehen. Damit alle wieder auf dem neusten Stand sind, kommt hier noch einmal ein Recap der zweiten Staffel, danach werden wir die Episoden von Staffel 3 einzeln behandeln.

Achtung: Dieser Text enthält Spoilers für Staffel 1 und 2 von Westworld, verrät aber nichts über die Ereignisse der Staffel 3.

Worum geht‘s?

Die 2. Staffel umfasst wiederum 10 Episoden, wovon bis auf die letzte alle 60 Minuten dauern und das Staffelfinale sogar 90 Minute lang ist, und knüpft nahtlos an Staffel 1 an. Ein Teil der Episoden wird sehr linear erzählt, es werden aber auch Episoden gezeigt, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen und von den Zuschauern grosse Aufmerksamkeit verlangen.

Ein Delos-Rettungsteam wurde nach Westworld geschickt, um die Hosts wieder unter Kontrolle zu bringen, die einen grossen Teil der Gäste massakriert hatten. Nachdem Dolores Dr. Robert Ford am Ende von Staffel 1 erschossen hatte, will Dolores alle Hosts befreien. Maeve macht sich mit Hilfe von Hector auf die Suche nach ihrer Tochter und landet dabei mit ihrer Gruppe zwischenzeitlich in einem japanischen Setting in Shogun World.
Schlussendlich haben alle das Ziel, ins Innere des Labyrinths zu gelangen.

Wie ist‘s?

In Punkto Gewalt ist die 2. Staffel noch expliziter. Weiterhin sieht man den hohen Produktionsaufwand der Serie, zudem ist der Cast ebenso nach wie vor herausragend. Auch Anthony Hopkins alias Robert Ford hat - trotz seines Ablebens in der ersten Staffel - wieder etliche Szenen. Die Serie lebt weiterhin von den Unmengen an Fragen, die aufgeworfen werden, die aber, zumindest in Staffel 2, nur teilweise beantwortet werden.

Toughe Ladys

Aus der naiven Farmerstochter Dolores (Evan Rachel Wood) ist mittlerweile eine sehr skrupellose Anführerin geworden, die ohne Rücksicht auf Verluste vorgeht. Wenn sie jeweils auf ihren Vater Peter Abernathy trifft, wird Dolores zwar für kurze Zeit wieder etwas weicher. Aber selbst mit Teddy kennt sie keine Skrupel. Sie lässt ihn überschreiben, da er ihr zu schwach für die Neue Welt erscheint, und aus dem freundlichen Cowboy Teddy wird eine Tötungsmaschine. Teddy tötet sich schlussendlich aber selbst, weil er nicht das Monster sein möchte, zu dem ihn Dolores gemacht hat.

Dazu fungiert fast schon als Gegenpol unter den Hosts Maeve (Thandie Newton), die zwar auch sehr überlegt vorgeht, aber dennoch ihren Fokus ganz auf die Suche nach ihrer Tochter legt. In Shogun World merkt Maeve, dass sie andere Hosts nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihren Gedanken steuern kann. Schlussendlich findet Maeve ihre Tochter, die aber natürlich schon lange eine neue (Host-)Mama hat.

Sind wir nicht alle ein bisschen Maschine?

Die Hintergrundstorys der Familie Delos waren ein Highlight. Investor James Delos wird gezeigt, der zwar schon lange verstorben ist, an dem jedoch unter Leitung von William (vergeblich) versucht wird, einen Hybriden zwischen Mensch und Roboter zu kreieren, um ihn und später auch andere Menschen unsterblich zu machen.

William, der das Massaker am Ende der ersten Staffel überlebt hat, trifft seine Tochter Emily. In einer Rückblende erfahren wir, wie rührend er sich um seine alkoholkranke Frau kümmerte. Und als schon fast das Menschliche in ihm zu erkennen ist, tötet er seine Tochter Emily, weil er sich sicher ist, dass sie ein Host ist, der durch Robert Ford ein krankes Spiel mit ihm treibt. Doch als William die Leiche untersucht, stellt sich heraus, dass Emily echt war. Daraufhin beginnt William daran zu zweifeln, ob er selber ein richtiger Mensch ist. Am Ende der zweiten Staffel überlebt William erneut schwerverletzt.

Häh?

Die zweite Staffel von Westworld wurde verschiedentlich kritisiert - dies nicht ganz zu Unrecht, sind einige der Wendungen doch ziemlich abgefahren: Am Ende der Staffel stellt sich heraus, dass Dolores Bernard nach dem Vorbild von Arnold erschaffen hat. Charlotte erschiesst Bernards Assistentin, Programmiererin Elsie, da diese zu viel weiss. Lee Sizemore opfert sich im Gefecht mit dem Rettungsteam, damit Maeve, Hector & Co. fliehen können. Bernard erschiesst Dolores, doch Dolores kehrt in einem Charlotte nachempfundenen Körper zurück und erschiesst die richtige Charlotte. Es gelingt ihr mittels eines der Rettungsboote, in die "richtige" Welt zu entkommen und hat dabei 5 Host-Gehirne im Gepäck. In der echten Welt baut Dolores Bernard nach. Die Ziele der beiden sind sehr unterschiedlich: Dolores will die Menschen vernichten, Bernard will Dolores aufhalten. Ganz zum Schluss sieht man zwei Dolores, die mittlerweile in der "richtigen" Welt leben. Die eine im Körper von Dolores, die andere im Körper von Charlotte.

Serienschöpfer Jonatha Nolan wandelt mit dem rasanten Springen zwischen den einzelnen Zeitebenen auf einem schmalen Grat. Vielleicht finden sie in Staffel 3 zu einer etwas verständlicheren Handlung zurück?

Die dritte Staffel ist auf Sky Show zu sehen. Jeden Montag erscheint eine neue Episode, zu der wir ein Recap veröffentlichen.

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OutNow