Cannes-Filmfestival abgesagt - oder verschoben?

Na, das war jetzt keine grosse Überraschung mehr. Das Cannes-Filmfestival kann nicht wie geplant im Mai stattfinden. Im Moment hoffen die Verantwortlichen aber noch, es etwas später nachzuholen.

Solche Bilder sind nicht die, die man im Moment sehen will. © Mathilde Petit / FDC

Ursprünglich hätte das Cannes-Filmfestival vom 12. bis 23. Mai dieses Jahres stattfinden sollen. Während aber so ziemlich alle Grossveranstaltungen in diesem Frühling wegen des Coronavirus geacancelt worden sind, blieb man in Cannes lange trotzig und spielte auf Abwarten - wir berichteten.

Nun haben die Verantwortlichen aber auch eingesehen, dass die Übung wohl sinnlos ist. In einem Pressecommuniqué teilten sie mit, dass das Festival nicht am ursprünglich geplanten Datum stattfinden könne. Aber: So ganz aufgeben will man es doch noch nicht: Im Moment prüfen die Verantwortlichen verschiedene Optionen, im Vordergrund stehe dabei eine Verschiebung auf Ende Juni/Anfang Juli dieses Jahres.

So verständlich es auch ist, das Festival nicht einfach ins Wasser fallen lassen zu wollen - zumal es durch den gleichzeitig stattfindenden «Market» eminent wichtig für die gesamte Branche ist: Ob die Pläne der Verschiebung auf Juni realistisch sind, dahinter darf ein fettes Fragezeichen gesetzt werden. Dass die Corona-Pandemie bis dahin wieder voll ausgestanden sein wird, scheint im Moment eher unwahrscheinlich.

Und man erinnere sich, dass ja auch die Fussball-EM bereits um ein Jahr verschoben worden ist, die ebenfalls im Juni/Juli stattgefunden hätte. Vom Besucheraufmarsch her hat das Cannes-Festival durchaus einen vergleichbareren Status wie ein EM-Spiel. Die Verschiebung um ein Jahr ist für Cannes naheliegenderweise keine Option, findet das Festival doch jährlich statt.

Aber ok, hoffen darf man ja. Wir werden jedenfalls weiter berichten. Um euch die Zeit bis dahin zu vertreiben, dürft ihr auch gerne ein wenig in unserem Cannes-Special von letztem Jahr schmökern.

Simon Eberhard [ebe]

Aufgewachsen mit Indy, Bond und Bud Spencer, hatte Simon seine cineastische Erleuchtung als Teenager mit «Spiel mir das Lied vom Tod». Heute tingelt er durch Festivals und mag Krawallfilme genauso wie Artsy-Farts. Nur wenn jemand einen Film als «radikal» bezeichnet, rollt er genervt mit den Augen.

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