Unterstützt die hiesigen Kinos und Verleiher mit Schweizer Streamingdiensten

Jetzt, da die Kinos in der Schweiz zu sind, drohen den Schweizer Kinos und den Film-Verleihern hohe Einbussen. Man kann sie jedoch unterstützen: mit dem Streamen von Filmen.

Screenshot cinefile © cinefile

Es muss nicht immer Netflix, Amazon, Disney+ oder MUBI sein. Die grossen Streamingdienste werden die Coronavirus-Krise nicht nur ohne Probleme meistern, sondern werden aus ihr wohl auch als eine der wenigen Gewinner hervorgehen. Mit diesem Beitrag wollen wir auf kleinere Streaminganbote aufmerksam machen, welche Schweizer Kinos, Verleiher oder andere Filmschaffende nutzen, um den Filmspass auch ausserhalb der Kinos zu ermöglichen. Die Betreiber haben sich mit diesen Plattformen ein weiteres Standbein geschaffen, welches mit der Schliessung der Schweizer Kinos nun mehr denn je benötigt wird.

cinefile

Was wird geboten?

Der Streamingangebot umfasst eine Auswahl der besten neuen Kinofilme zur Einzelmiete, laufend ergänzt um Reprisen, Klassiker, Dokumentarfilme und Exklusivitäten. Momentan bietet cinefile ein kleines Special mit dem Titel «Das südkoreanische Kinowunder» an, in dem Filme wie Memories of Murder, Thirst und Burning enthalten sind. Neben Einzelmieten gibt es auch das Abo-Angebot «Stream99», mit dem man 99 Filme pro Jahr für 9 Franken pro Monat erhält.

Was kostet der Spass?

- Einzelfilm ab CHF 5.50.-
- Flatrate-Abo «Stream99» für CHF 9/Monat

Zur Website

«Burning»
«Burning» © Xenix Filmdistribution GmbH

Filmingo

Was wird geboten?

Die Plattform nennt sich stolz: «Das Arthouse-Kino für Zuhause». Im Angebot lassen sich deshalb laut eigenen Worten «hunderte sorgfältig ausgewählte Kinofilme, zeitlose Klassiker und herausragende Dokumentarfilme» finden. Betrieben wird die Plattform durch die Schweizer Stiftung trigon-film und wird von weiteren Schweizer Filmverleihern wie Filmcoopi und cineworx unterstützt.

Auf Filmingo lässt sich die Filmsuche nach Region, nach kuratieren Filmlisten (z. B. «2019 in den Schweizer Kinos») oder nach Empfehlungen von Regisseuren eingrenzen und ist somit recht übersichtlich. Eines der neuesten Highlights ist das grossartige Liebes-Drama Portrait de la jeune fille en feu. Trigon-film hat zudem aufgrund der momentanen Situation das Drama Ema y Gaston auf Filmingo gestellt. Am Freitag 20. März 2020 wird dann der Film You Will Die At 20 auf Filmingo lanciert.

Was kostet der Spass?

- Einzelfilm für CHF 8.-
- Abo «Filmfriend» für CHF 9/Monat oder CHF 90/Jahr: 2 Filme pro Monat
- Abo «Filmfan» für CHF 15/Monat oder CHF 150/Jahr: 5 Filme pro Monat
- Abo «Filmlover» für CHF 240/Jahr: unbegrenzt viele Filme schauen

Zur Website

«Portrait de la jeune fille en feu»
«Portrait de la jeune fille en feu» © cineworx

myfilm.ch

Was wird geboten?

Mit der Videoplattform des Basler kult.kino. auf myfilm.ch möchten die Betreiber die kuratorische Arbeit, die fürs Kino gemacht wurde, auch im VoD-Bereich zur Verfügung stellen. «Mit unserem Angebot haben Sie die Möglichkeit, Filme beim kult.kino zu streamen und die Wertschöpfung bei einem regionalen Unternehmen zu halten - dem kult.kino! Sie brauchen sich auch nicht durch tausende Fastfoodfilme zu blättern, sondern dürfen sich auf unsere vertraute kuratorische Leistung verlassen. Sie werden sich freuen, nicht alles bei uns zu finden, aber viel Feines zum Endecken», steht auf der Website.

Momentan werden über 200 Filme angeboten und die Betreiber versuchen gerade auch aktuelle Kinofilme in ihr Programm zu bekommen. Bei der italienischen Komödie Cittadini del Mondo (Kinostart: 12. März 2020) hat es bereits funktioniert; der Film kann ab sofort auf myfilm.ch angesehen werden.

Was kostet der Spass?

- In den meisten Fällen kostet ein Film zwischen CHF 7.50 und CHF 8.50. Bei Neuerscheinungen (wie bei Cittadini del Mondo) liegt der Preis bei CHF 18.-.

Zur Website

«Cittadini del Mondo»
«Cittadini del Mondo» © Xenix

Kino on Demand

Was wird geboten?

Die Website wird zwar von einer deutschen Firma betrieben, für den Inhalt zeichnen sich aber die Schweizer Kinogruppen Arthouse Zürich, Kinoevent Rapperswil (Kinobar Leuzinger & Schlosskino) und das Movieworld Spiez verantwortlich. Wählt man einen Film auf der Plattform aus, sieht man jeweils immer, bei welchem Kino man sich den Film leiht und somit mit dem Stream unterstützt. Das Angebot reicht vom Kinderfilm (Shaun the Sheep: Farmageddon) bis zum Arthouse-Drama (Ayka).

Was kostet der Spass?

- Einzelfilm-Miete für CHF 7.50

Zur Website

«Shaun the Sheep: Farmageddon»
«Shaun the Sheep: Farmageddon» © Impuls Pictures AG

Outside the Box - VoD

Was wird geboten?

Der kleine Schweizer Verleiher «Outside the Box» bietet mit Hilfe von Vimeo seine Filme ebenfalls als VoD an. Der Verleiher hat dabei solche Perlen wie Chrieg, Aloys und Thelma im Programm. Um die Langeweile während der Selbstisolation zu vertreiben, kann man momentan alle Filme zum halben Preis schauen.

Was kostet der Spass?

- Die Einzelfilm-Miete beträgt normalerweise zwischen CHF 4.50 und CHF 6.50. Das Portal bietet aber einen Quarantäne-Rabatt von 50 Prozent. Das bedeutet, dass man während der Selbstisolation gerade einmal zwischen CHF 2.25 und CHF 3.25 für eine Filmmiete zahlt.

Zur Website

«Thelma»
«Thelma» © Outside the Box

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
OutNow
Thema