Ist Cannes das nächste Corona-Opfer?

Grossveranstaltungen werden derzeit gleich reihenweise abgesagt. Nun droht auch das Cannes-Festival dem Coronavirus zum Opfer zu fallen. Die Verantwortlichen üben sich noch in Durchhalteparolen.

Wäre Jury-Präsident: Spike Lee (links) © Universal

Corona wütet auch in unserem westlichen Nachbarland - und auch dort hat die Regierung Massnahmen beschlossen: Indoor-Veranstaltungen mit mehr als 5'000 Menschen sind verboten. Dieses Verbot gilt bis zum 31. Mai. Das Cannes-Filmfestival findet vom 12. bis 23. Mai statt - also noch innerhalb der Verbotsphase.

Nun kann man zu interpretieren beginnen: Zwar strömen jedes Jahr mehrere 10'000 Menschen an die Croisette. Allerdings gilt ja das Verbot nur für Indoor-Veranstaltungen ab 5'000 Personen. Der grösste Kinosaal, das «Lumière», hat nur etwas mehr als 2'000 Sitze. Dementsprechend äusserten sich auch Vertreter des Festivals, die im Moment noch davon ausgehen, dass die 73. Ausgabe wie geplant stattfinden könnte.

Man kann das Ganze aber durchaus etwas strenger interpretieren. Denn zwar mögen sich nicht mehr als 5'000 Personen im selben Saal aufhalten, aber durchaus im selben Gebäude. Im «Palais des Festivals» befinden sich nicht nur die zwei grössten Kinosäle, sondern auch der Cannes Market, die Pressesäle und zahlreiche weitere Räume. Und da drin tummeln sich an einem durchschnittlichen Festivaltag locker mehr als 10'000 Personen.

Ungeachtet, wie man das Verbot interpretiert: Es wird brenzlig für Cannes. Denn wenn sich das Coronavirus weiter ausbreitet, wird die Regierung die Massnahmen wohl verschärfen - und dann ist endgültig Ende Gelände für das renommierteste Filmfestival der Welt. Es wäre nach der Verschiebung der TV-Messe Mipim in den Herbst der nächste harte Schlag für die französische Stadt.

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Variety
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