«His Dark Materials» Season 1: Recap Episode 6 - The Daemon-Cages

In Bolvangar wartet das Grauen auf Lyra und die entführten Kinder, die nach und nach einem fiesen Experiment unterzogen werden sollen. Mrs. Coulter reibt sich schon die Hände - zu früh?

© BBC

Lyra und Pan - der leider wieder mal viel zu wenig zu sehen ist - werden aus der abenteuerlichen Kälte des Nordens jäh in den nicht minder kalten Betonklotz von Bolvangar verfrachtet. Dort warten die verschwundenen Kinder darauf, dass sie eines nach dem anderen abgeholt und zu «gut gemeinten» medizinisch-theologischen Zwecken von ihrem Daemon getrennt werden. Lyra, die unter dem Decknamen Lizzie Brooks unterwegs ist, schnappt sich gleich ihren Kumpel Roger und beginnt Pläne zu schmieden, um einen Ausweg aus dieser aussichtslosen Situation zu finden. Wie gut, dass ihr das Lügen in die Wiege gelegt wurde!

Dass dieser Schnitt-Prozess, der die Kinder vor «Dust» und damit vor «Sünden» bewahren soll, mehr als grausam ist, zeigt sich bereits an Sister Clara, die keinen Daemon mehr hat und gelinde gesagt eine cheibe gruselige Wärterin abgibt. Die Wissenschaftler hinter dem ganzen Unterfangen schnipseln allerdings munter an den Kindern weiter, auch wenn sie sich gar nicht sicher sind, wie erfolgreich ihre grässlichen Experimente überhaupt sein werden. Aber was tut man nicht alles für das Magisterium!

In der anderen Welt sieht sich Will unterdessen Videoaufnahmen von seinem Vater an, den er ja nie richtig kennengelernt hat (Hi, Andrew Scott!). Vor dem Haus sitzen unterdessen Boreals Schergen und spannen der Familie Parry nach.

Zurück im Bunker des Grauens: Lyras Pläne kommen gleich heftig durcheinander, als sich Mrs. Coulter unangekündigt die Ehre gibt und die Kinder sowie den Schnitt-Prozess selber inspizieren will. Die anderen Mädchen schaffen es zwar, Lyra vor Coulter zu verstecken (Girl power!), aber natürlich wird zur Schnipp-Schnapp-Vorführung ausgerechnet die aufrührerische «Lizzie» ausgewählt. Wie Lyra und Pan verzweifelt versuchen aus der Maschine zu entkommen, gehört dann auch zum Bewegendsten der Serie. Da kommen wohl nicht zufällig Erinnerungen an grausige Nazi-Experimente auf. Dass Coulter ihre Tochter im letzten Moment vor dem Schicksal einer daemonlosen Existenz bewahrt, zeigt dann auch, dass sich die sonst so kühle Dame sehr wohl bewusst ist, dass der Prozess keineswegs zum Wohl der Kinder ist. Die clevere Lyra kann im Folgenden jedoch die Gefühle ihrer Mutter gekonnt nutzen, um sie mithilfe der Spy Fly abzulenken und anschliessend zu fliehen.

Während Roger die apathischen Kinder ohne Daemons dazu überreden soll, mit ihm und den anderen Kids zu flüchten, machen sich Lyra und Pan eigenhändig daran, die unheilige Maschine zu zerstören. Als die fliehenden Kinder kurz davor sind, von den Wissenschaftlern und den Tataren wieder eingefangen zu werden, naht die Rettung: Die Gyptians, Lee Scorseby, Iorek sowie Serafina Pekkala greifen an und machen kurzen Prozess mit dem Bösen in Bolvangar; Mrs. Coulter kann jedoch - wie könnte es auch anders sein - entkommen. Die Gyptians, angeführt von Ma Costa, nehmen sich der verstörten Kinder ohne Daemons an - mal ehrlich, bliebt da bei irgendein Auge trocken?

Weil Lord Asriel immer noch bei den Eisbären gefangen ist, steigen Lyra und Roger zu Lee und Iorek in den Heissluftballon und fliegen los. Unterwegs erhält Lee von Serafina Pekkala den Auftrag, Lyra zu beschützen, da von ihr das Schicksal gleich mehrerer Welten abhängt. Der Schlufi Lee möchte zwar gleich einen neuen lukrativen Vertrag aushandeln, doch er kann uns nicht für dumm verkaufen, er hat das kleine Mädchen einfach gern. Kurz darauf wird der Heissluftballon jedoch von Cliff Ghasts angegriffen und Lyra fällt aus dem Ballon in die Tiefe. Huch!

Fazit

Eine echt bewegende Folge! Eine wissenschaftliche Einrichtung, in der Kinder wie Gefangene gehalten und für grausame Experimente geopfert werden; gleich mehrere Sequenzen, in denen Lyra auf den letzten Drücker entkommen kann; ein emotional zwiespältiges Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter; ein Wiedersehen mit den kahlgeschorenen, völlig abwesenden Kindern, die ohne Daemons vielleicht sogar von den eigenen Familien verstossen werden; zahlreiche Kampfszenen, in der Menschen, Tiere und Monster aufeinander losgehen: Die Folge hat einfach alles! Ob die Serie den Drive in den letzten beiden Folgen beibehalten kann?

Zuschauer in der Schweiz können His Dark Materials jeweils sonntags um 21:00 (MEZ) auf BBC sehen, zudem ist die Serie auf Sky Show im Stream verfügbar.

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OutNow