Adventskalender der bewegten Bilder - Tag 4: «Zeit der Geheimnisse»

Auch heute hilft der OutNow-Adventskalender bei der vorweihnachtlichen Unterhaltungsauswahl. Auf dem Programm steht eine deutsche Netflix-Miniserie um ganz viel Familiendrama während der Festtage.

© Netflix

Genre: Drama
Laufzeit: 114 Min (3 Episoden)
Jahr: 2019 (Deutschland)
Regie: Samira Radsi
Cast: Corinna Harfouch, Christiane Paul, Svenja Jung

Weshalb Zeit der Geheimnisse?

Eine Miniserie mit weihnachtlichem Flair und nur drei Episoden aus Deutschland ist auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders attraktiv, doch das Netflix Thumbnail und die Tatsache, dass sich mir bei diesem Adventskalender auch wirklich neue Türchen öffnen sollen, bedeuteten den Klick auf "watch now".

Worum geht's?

Immer an Weihnachten trifft sich die Patchworkfamilie um Grossmutter Eva (Corinna Harfouch) im idyllischen Haus an der Nordseeküste. Während den Festtagen dieses Jahres kommen viele Geheimnisse aus der Vergangenheit hervor, welche die Stabilität der familiären Beziehungen in der Zukunft gefährden könnten.

Wie war's?

Am Ende einiger Asterix-Abenteuer wird der Barde Troubadix gefesselt, damit das Gallierdorf von seinen schrägen Tönen verschont bleibt. Ähnliches hätte man mit Komponist René Dohmen auch machen können, denn die plänkernde Gitarrenuntermalung ist eine ziemliche Tortur. Der Rest der Inszenierung ist zwar nicht viel subtiler, aber visuell sehr ansprechend. Gerade die wunderschöne Location unterstützt das Familiendrama stimmungsvoll. In die Geschichte wurden jedoch so viele Figuren und Zeitebenen gepackt, dass trotz grossen Soap Opera-Momenten die grossen Emotionen ausbleiben. Die Tatsache, dass hier eine knapp zweistündige Serie mit drei Folgen aus dem Stoff gedreht wurde ist absolut unverständlich. Bei dieser Fülle an Figuren hätten ein paar Folgen mehr nicht geschadet, denn so hätte man auch gleich einen Film veröffentlichen können. Da die starken Frauenfiguren (klischeehafte Haushälterin mal ausgeschlossen) alle sympathisch und vielschichtig geschrieben sind, würde ich trotz schwachem Plot auch für eine zweite Staffel einschalten.

Die nackten Zahlen

Filmbewertung: 3.5/6
Weihnachtsfaktor: 4/6

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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