"His Dark Materials" Season 1: Recap Episode 5 - The Lost Boy

Auf der Suche nach den verschwundenen Kids reitet Lyra einen Eisbären und begegnet einem Geist, während wir Bekanntschaft mit einem neuen Helden machen. Achtung: Taschentücher bereithalten!

© BBC

Episode 5 beginnt mit einer tollen Einstiegssequenz, die auf zukünftige Geschehnisse der Serie vorausverweist. Während Lyra mit ihren Gefährten inmitten eindrücklicher Landschaftsaufnahmen Richtung Norden reist, hören wir aus dem Off Serafina Pekkalas Daemon Kaisa im Expositionsmodus. Er erzählt, dass die Hexen schon lange vom Reisen zwischen den Welten wissen. Dass ein Kind prophezeit wurde, dessen Schicksal es ist, das Schicksal zu beenden. Und dass sie - denn wir sehen nun, dass es sich bei diesem Kind natürlich um Lyra handelt - ihr Schicksal nicht erfüllen kann, wenn man ihr verraten sollte, was sie zu tun hat. Das sind ja mal heftige Erwartungen an so ein kleines Mädchen!

Doch halt, denn Kaisa verrät weiter, dass sie diesen Weg nicht alleine gehen wird. Dabei fährt die Kamera einen plötzlich modernen Weg entlang, der um einen Teich führt, in dessen Wasseroberfläche sich kopfüber ein Junge spiegelt (die Kopfübernummer kennen wir ja bereits aus dem Intro). Und nun folgen wir diesem Jungen, der ebenfalls Teil dieser Prophezeiung ist und dessen Schicksal unweigerlich mit dem von Lyra verstrickt ist. Huiuiui! Es handelt sich hier natürlich um Will Parry, den Sohn von Grumman/John Parry, auf den es Lord Boreal schon länger abgesehen hat und der nun vor Wills Haus herumlungert. Will ist übrigens ein armer Cheib, denn er bekommt es in der Schule mit blöden Schulrowdies zu tun, und zuhause muss er sich um seine Mutter kümmern, die offenbar verwirrt und ziemlich paranoid ist. Oder hat sie etwa doch recht, so misstrauisch zu sein? Immerhin hat es Boreal auf sie abgesehen ...

Unterdessen erfährt Lyra durch den Alethiometer, dass Bolvangar von einer Horde gefährlicher Tartaren verteidigt wird. Aber das mystische Gerät verrät ihr auch, dass in einem nahen Dorf eine Art Geist haust, den sie sich unbedingt anschauen muss, weil dieser etwas mit ihrer Queste zu tun hat. Während Lyra noch überlegt, was sie tun soll/darf, trifft Farder Coram nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder auf seine Ex Serafina. Und obwohl die Szene in Bezug auf Hexen und Gut vs. Böse ordentlich die Expositionskeule schwingt, gehört sie - vor allem dank der einfühlsamen Schauspielleistung von "Jeor Mormont" James Cosmo - zu den bisher bewegendsten der Serie. Aaaw!

Zuhause versucht Will, seine Mutter zu beruhigen, die wegen ein paar verschobenen Möbeln auszuflippen droht. Natürlich wissen wir, dass sie sich das Ganze nicht einbildet, sondern tatsächlich jemand im Haus war und herumgeschnüffelt hat. Sie verrät Will, dass sie Briefe seines Vaters hat, von denen er nichts wusste. Und sie erwähnt immer wieder, dass er selbst zu Grossem berufen sei, dass er dafür aber noch nicht bereit wäre.

Mit der Erlaubnis von Ma Costa und John Faa reitet Lyra schliesslich auf Iorek los, um dem gruseligen Geheimnis auf den Grund zu gehen. Zwischendurch machen sie eine Kuschel-und-Essenspause, während der Iorek etwas mehr von seiner Vergangenheit erzählt. Einst gehörte er zu den Bären, die nun Lord Asriel gefangen halten, er wurde aber verstossen, weil er einen anderen Bären getötet hatte. #bearthuglife

Als sie endlich in dem Dorf angekommen sind, scheint alles verlassen; Lyra, Iorek und vor allem Pan verspüren ein unheimliches Gefühl, dass etwas Furchtbares auf sie wartet. In einer Hütte entdeckt Lyra schliesslich einen kleinen Jungen - es ist Billy Costa, der jedoch kaum ansprechbar ist, als sei er gar nicht anwesend. Wie Pan entsetzt feststellt, hat er keinen Daemon mehr. Lyra bringt Billy zu seiner Mutter und den anderen Gyptians, die sofort den grauenhaften daemonlosen Zustand von Billy erkennen. Ma Costa singt ein letztes Mal für ihren kleinen Sohn und lässt ihn dann zu seinem bereits verschwundenen Daemon Ratter gehen. Billys Familie, Lyra und alle Gyptians trauern und wir tröten herzhaft in unser Nastüechli. RIP, kleiner Billy und Ratter, wir kannten euch kaum.

Während sich alle Gyptians versammeln, um den verstorbenen Jungen gebührend zu verabschieden, wechselt die Szenerie wiederholt in unsere Welt zu Will, der schlafend im Bett liegt und von seiner zunehmend verzweifelten Mutter wachend betrachtet wird. Gleichzeitig erfährt Lord Boreal, dass Papa Parry vor seinem Verschwinden finanziell für seine Familie vorgesorgt hatte. Wusste er etwa, dass er verschwinden würde?

Wieder zurück im kalten Norden von Lyras Welt, schläft das ganze Camp - respektive alle verschlafen, dass sich eine Gruppe dunkler Gestalten herangeschlichen hat und die Wachen kaltblütig abmurkst. Dass wir dabei wieder mal einem Daemon beim Verschwinden zuschauen müssen (und dann noch einem herzigen Eichhörnchen!), macht das Ganze extra fies. Pan und Lyra erwachen durch ein Geräusch, verlassen das Zelt (eigentlich Lees Heissluftballon) und werden prompt von den Schurken verschleppt.

Was, die Folge ist noch nicht fertig? Wir folgen den Entführern weiter in den Norden, wo sie in eine Station gebracht wird, die von vielen Männern mit Hunde-Daemonen bewacht wird. Eine streng aussehende Ärztin befragt sie und zeigt sich sichtlich zufrieden, als sie sieht, dass Pan sich noch immer verwandeln kann. Lyra wird in einen anderen Raum gebracht, wo sie untersucht wird und sich umziehen soll. Da erkennt sie, dass es sich bei der Kleidung, die man ihr hinhängt, genau um dieselbe handelt, die Billy Costa anhatte. Oh-oh! Die beiden haben offenbar Bolvangar gefunden. Dun-dun-duuuuun!!!!

Fazit

Bei "The Lost Boy" handelt es sich zweifellos um die wohl beste Folge der bisherigen Serie. Dies liegt gewiss an den emotionalen Momenten, die es gleich in mehreren Szenen zu sehen bzw. mitzufühlen gibt. Neben der tragischen Familien- und Liebesgeschichte unseres liebsten alten Bären Farder Coram (wer hätte gedacht, dass der alte Mann einen derart rühren könnte?) ist es vor allem das tragische Ende des kleinen Billy Costa, bei dem wohl kaum ein Auge trocken bleibt.

Wobei: Ein bisschen berechnend wirkt dieser Teil der Geschichte ja schon, soll er doch zeigen, wie böse die Leute unter der Leitung von Mrs. Coulter wirklich sind, wenn sie kleinen Kindern den Daemon abschneiden, also faktisch die Seele eines Menschen entfernen. Pfui! Allerdings fragt sich auch, ob man diesen daemonlosen, unnatürlichen Zustand von Billy vielleicht nicht doch etwas deutlicher hätte ausdrücken können. So bleibt schon etwas das Gefühl zurück, dass hier zu viel erzählt, aber nicht genug von der angeblichen Grässlichkeit gezeigt wird.

Die vielleicht beste Entscheidung der Serie ist aber bestimmt, den zweiten Protagonisten Will Parry schon jetzt einzuführen. In der Buchvorlage tritt Will erst zu Beginn des zweiten Bandes auf. Ihn jetzt schon einführen, ist insofern eine clevere Idee, weil so einerseits parallel verlaufende Ereignisse fast zeitgleich gezeigt werden können, anstatt sie nacheinander zu erzählen. Das hat schon mal den Vorteil, dass die bereits bestellte Season 2 nicht mit einer längeren Phase anfangen wird, in der es nur um Will, aber nicht um Lyra geht. Zudem weicht man auf diese Weise gleich noch deutlich von der Erzählstruktur des Filmes ab, den wohl auch viele Zuschauer ohne Buchkenntnisse kennen dürften. Für die letzten paar Folgen der Season bleibt es also spannend, wie diese abwechselnd inter-dimensional erzählten Storylines miteinander verwoben werden.

Zuschauer in der Schweiz können His Dark Materials jeweils sonntags um 21:00 (MEZ) auf BBC sehen sowie im Pay-TV (Sky Atlantic).

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Kommentare Total: 1

muri

Die Macher müssen in den verbleibenden 3 Episoden noch mächtig was reinpacken, um das Interesse für eine zweite Staffel zu schüren. Bislang ist es eine nette Serie, die aber auch viel Leerlauf (oder Erklärungen) bietet und in welcher der Spannungsbogen für mich noch in keinster Weise erreicht ist. Bin gespannt, was für ein Feuerwerk nun bis Ende Dezember noch kommen soll...

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