Wir entwirren das Chaos bei den DC-Filmen

DCEU oder nicht DCEU? Das ist die Frage, welche sich viele verwirrte Filmfans in den letzten Monaten stellten. Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten, welche Filme momentan alle in Arbeit sind.

© Warner Bros.

Das DC Extended Universe (kurz DCEU) ist ein Paradespiel dafür, wie man eben nicht den Erfolg von Marvel Studios reproduziert. Zwar wurde auch bei DC versucht, mit Einzelfilmen und Crossovern ein Filmuniversum zu erschaffen, doch sorgte man durch das Chaos hinter den Kulissen und sehr mässigen Filmen (looking at you, Justice League) nicht gerade für viel Motivation beim Kinogänger, diese neuaufgezogene Franchise weiterzuverfolgen. So passt es dann auch, dass der momentan mit Abstand erfolgreichste Film des DCEU, Aquaman, kaum irgendwelche Verbindungen zu den anderen DCEU-Werken aufweist. Ebenfalls äusserst erfolgreich ist/war der Joker-Film mit Joaquin Phoenix, welcher als erster R-Rated-Film überhaupt die Milliarden-Grenze knackte. Doch Joker hat mit dem DCEU mal gar nichts am Hut. Zwar gehören Aquaman und der Joker beide zum DC-Comic-Universum, doch spielen ihre letzten Leinwandauftritte nicht im gleichen Film-Universum. Ein wichtiger Unterschied. Wenn sich Jason Momoas Arthur Curry mit dem "Clown Prince of Crime" anlegen möchte, dann muss er sich mit Jared Letos Version aus Suicide Squad fetzen. Man merkt schnell, dass es hier einiges zu entwirren und klarzustellen gibt. Deshalb bieten wir von OutNow hier nun diesen "Service Public" an.

Das DCEU

Bild aus "Batman v Superman"
Bild aus "Batman v Superman" © Warner Bros.

Zu diesem Comic-Universum gehören bisher:
- Man of Steel
- Batman v Superman: Dawn of Justice
- Suicide Squad
- Wonder Woman
- Justice League
- Aquaman
- Shazam

Das DC Extended Universe wollte den Erfolg des Marvel Cinematic Universe so schnell es geht kopieren und so wurden vor ein paar Jahren gleich mal zehn Filme angekündigt. Die Hälfte davon wurde in der Zwischenzeit produziert, über dem Rest kreisen grossen Fragezeichen. Schuld ist das wenig überzeugende Einspielergebnis von Justice League. Denn er will schon einen Film über "The Flash" oder "Cyborg" schauen, wenn die Leute schon nicht für Justice League aufgetaucht sind, wo es Batman, Superman und Wonder Woman noch "gratis" obendrauf gab?! So kam es, dass viele Projekte im Limbo verharren. Darunter sind auch welche, die erst später dem DCEU-Line-up hinzugefügt wurden. Ein Paradebeispiel ist da Joss Whedons Batgirl-Film. Dieser wurde offiziell angekündigt, doch dann verliess Whedon das Projekt wieder, weil ihm keine passende Story einfiel. Wegen solchen Fällen herrscht im DCEU etwas ein "Puff". Freuen kann man sich jedoch auf diese folgenden DCEU-Filme, weil sie bereits in Produktion sind.

Birds of Prey

Was ist das? Spin-off zu Suicide Squad, in dem Harley Quinn sich mit anderen toughen Frauen zusammenschliesst, um den finsteren Black Mask zu besiegen. Mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor, Jurnee Smollett und Rosie Perez.
Kinostart: 6. Februar 2020

© 2020 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Wonder Woman 1984

Was ist das? Fortsetzung zum erfolgreichen Wonder Woman-Film von 2017. In ihrem zweiten Solo-Film muss Wonder Woman während des Kalten Krieges gegen die Bösewichtin Cheetah antreten - und trifft dabei auch auf ihre alte - eigentlich verstorbene - Liebe Steve Trevor. Mit Gal Gadot, Chris Pine, Kristen Wiig und Robin Wright. Einen ersten Trailer soll es Anfang Dezember geben.
Kinostart: 4. Juni 2020

© Warner Bros.

The Suicide Squad

Was ist das? Fortsetzung zu Suicide Squad, die von James Gunn (Guardians of the Galaxy) geschrieben wurde und auch umgesetzt wird. Margot Robbie (Harley Quinn), Jai Courtney (Captain Boomerang), Viola Davis (Amanda Waller) und Joel Kinnaman (Rick Flag) kehren alle zurück, während Taika Waititi, Nathan Fillion, Peter Capaldi und Idris Elba neu dazustossen. Will Smiths Deadshot wird nicht Teil des Filmes sein. Terminkollisionen seien schuld.
Kinostart: 6. August 2021

© Warner Bros.

Black Adam

Was ist das? Spin-off zu Shazam, in dem Dwayne Johnson den Antihelden Black Adam spielt. Die Regie übernimmt Jaume Collet-Serra (Non-Stop). Das Projekt wurde erst vor wenigen Tagen offiziell angekündigt, es gibt deshalb noch keine wirklichen Infos zu dem Film. Dwayne scheint sich aber auf jeden Fall zu freuen.
Kinostart: 21. Dezember 2021

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The Man in Black ⚡️ Like most kids growing up, I dreamed about being a superhero. Having cool superpowers, fighting for what’s right and always protecting the people. It all changed for me, when I was 10yrs old and was first introduced to the greatest superhero of all time - SUPERMAN. As a kid, Superman was the hero I always wanted to be. But, a few years into my fantasy, I realized that Superman was the hero, I could never be. I was too rebellious. Too rambunctious. Too resistant to convention and authority. Despite my troubles, I was still a good kid with a good heart - I just liked to do things my way. Now, years later as a man, with the same DNA I had as a kid - my superhero dreams have come true. I’m honored to join the iconic #DCUniverse and it’s a true pleasure to become, BLACK ADAM. BLACK ADAM is blessed by magic with the powers equal to SUPERMAN, but the difference is he doesn’t toe the mark or walk the line. He’s a rebellious, one of a kind superhero, who’ll always do what’s right for the people - but he does it his way. Truth and justice - the BLACK ADAM way. This role is unlike any other I’ve ever played in my career and I’m grateful to the bone we’ll all go on this journey together. BLACK ADAM 12.22.21 ⚡️ Huge thank you to my friends, @jimlee and @bosslogic for this first time ever bad ass collaboration.

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Aquaman 2

Was ist das? Fortsetzung zum bisher erfolgreichsten DCEU-Film. Neben Jason Momoa und Amber Heard wird auch Patrick Wilson als Ocean Master wieder mit von der Partie sein.
Kinostart: 15. Dezember 2022

© Warner Bros.

Die Fragezeichen

The Flash: Auch ein Film über "The Flash" soll weiterhin in Arbeit sein, in dem Ezra Miller erneut Barry Allen spielen soll. Die Regie soll Andy Muschietti (It) übernehmen, doch das Projekt steht seit 2013 mit immer wechselnden Regisseuren auf der To-Do-Liste bei DC. Wir glauben also erst an die tatsächliche Umsetzung, wenn die Kameras wirklich laufen.

Shazam 2: Laut Star Zachary Levi soll mit der Produktion Mitte 2020 begonnen werden. Die Regie soll dabei erneut David F. Sandberg übernehmen. Ein offizielles Startdatum gibt es jedoch noch nicht.

Gotham City Sirens: Ein Team-up-Film mit Harley Quinn, Poison Ivy und Catwoman wurde auch mal diskutiert, doch hat man dann Birds of Prey (ebenfalls mit Harley Quinn) vorgezogen und seither hat man nichts mehr von den "Sirens" gehört.

Harley-Quinn-und-Joker-Spin-off: Bessere Chancen auf eine Umsetzung soll momentan dieses Spin-off haben, in dem die Beziehung zwischen Margot Robbies Quinn und Jared Letos Joker gezeigt werden soll. Im September 2018 hiess es, dass die Produktion nach dem Release von Birds of Prey starten soll, doch das war das letzte Mal, dass man hierzu was vernommen hat.

© Warner Bros.

Joker: Warner und DC sollen Jared Leto einen Joker-Solofilm versprochen haben, weshalb der Schauspieler sehr erbost war, als er von dem Joker-Film mit Joaquin Phoenix erfahren hat. Ob Warner das Versprechen nun halten wird, bleibt abzuwarten. Denn die Frage ist schon berechtigt, ob die Kinogänger überhaupt einen Joker-Solofilm wollen, der nichts mit dem Todd-Phillips-Streifen zu tun hat.

Green Lantern Corps: Dies ist ein weiteres Projekt, das schon lange bei DC herumgeistert, doch bisher noch nicht richtig in die Gänge kam. Christopher McQuarrie (Mission: Impossible - Fallout) soll einen Storyvorschlag eingereicht haben, doch wandte er sich nach einem Jahr Wartezeit, in der nichts passiert ist, anderen Filmen zu.

The Trench: Ein Horror-Spin-off über die Monster in Aquaman soll noch vor Aquaman 2 in die Kinos kommen. Doch seit Februar 2019 hört man auch nichts mehr diesbezüglich.

Deathstroke: Der Solofilm um den Bösewicht sollte von Gareth Evans (The Raid) umgesetzt werden. Evans wollte sich bei der Umsetzung an harten, koreanischen Thrillern orientieren. Warner und DC sollen Gefallen an diesem Pitch gefunden haben, doch im Oktober 2018 gab Evans zu Protokoll, dass er immer noch keinen Vertrag zum Film unterschrieben hat. Seither hörte man nichts mehr.

Ebenfalls im Limbo befinden sich: Solofilme mit Deadshot (Will Smiths Figur in Suicide Squad), Cyborg (Ray Fisher), Batgirl sowie Fortsetzungen zu Justice League und Man of Steel.

"DC Side Label"

Bild aus "Joker"
Bild aus "Joker" © Warner Bros.

So toll Todd Phillips' Joker auch ist, hat er doch viele Leute verwirrt. "Ich freue mich schon, wenn Phoenix' Joker in einem späteren Film auf Batman trifft." Solche Sätze vernahmen wir ein paar Mal in verschiedensten Kinos. Doch dazu wird es aller Voraussicht nach nie kommen. Phillips hat von Anfang an klargemacht, dass sein Joker-Film zu keinem Filmuniversum gehört. "Der Film ist nicht wirklich mit dem DC-Universum verbunden. Ich ging nicht nur mit einem Film zu Warner, sondern mit einer Art Label. Eine Art "Side Label" zu DC, wo man diese Art von Charakterstudien machen kann. Das sollen alles günstig produzierte Filme sein, bei denen Filmemacher richtig tief in eine Figur eintauchen können. Es war nie dazu bestimmt, eine Verbindung herzustellen, also sehe ich auch nicht eine Verbindung zu etwas in der Zukunft", so Phillips in einem Q&A am Toronto-Filmfestival 2019.

Ehrlich gesagt klingt das viel spannender als das gesamte DCEU, da die Filmemacher bei diesem "Side Label" auch mal was riskieren können. Wie wir berichteten, scheint Phillips hier seinen Willen zu bekommen. Neben den Rechten an einer Joker-Fortsetzung soll der Regisseur jetzt auch welche an mindestens einem weiteren DC-Charakter haben. Das "DC Side Label" lebt und hat 0.0 mit dem DCEU zu tun.

Wohin gehört "The Batman"?

Robert Pattinson in "Cosmopolis"
Robert Pattinson in "Cosmopolis" © Ascot Elite

Regisseur Matt Reeves plant momentan eine neue Batman-Trilogie mit Robert Pattinson in der Titelrolle. Weitere gecastete Darsteller sind Zoé Kravitz (Catwoman), Jeffrey Wright (Commissioner Gordon), Andy Serkis (Alfred Pennyworth) und Paul Dano (The Riddler). Ob diese neuen Batman-Filme ins DCEU integriert werden, ist momentan nicht klar. Reeves' Filme sollen in den Neunzigerjahren spielen und einen etwas jüngeren Bruce Wayne zeigen. Von dem her könnte man von einer Prequel-Reihe sprechen und es ist möglich, dass am Ende Pattinsons Batman zur Ben-Affleck-Version werden wird. Doch aufgrund der Tatsache, dass Reeves auch Figuren wie Gordon und Alfred neubesetzt hat, dürfte es sich wohl eher um eine alleinstehende Reihe handeln.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass sich die neue Batman-Reihe beim Joker-Film mit Joaquin Phoenix anschliessen könnte. Denn immerhin spielt das Psycho-Drama in den Achzigern und zeigt einen jungen Bruce Wayne. Weil The Batman in den Neunzigern spielt, könnte dies aufgehen. Doch das widerspricht Todd Phillips' Plänen (siehe oben). Bei dieser Sache gilt es einfach abzuwarten. Vielleicht gibt es am Ende des ersten Batman-Filmes einen Hinweis auf Arthur Fleck, der beweist, dass die Filme doch im gleichen Universum spielen. Eine solche Überraschung hatte M. Night Shyamalan bei Split ja parat. Die Comic-Fans würden aus Freude sicher ausrasten, was Warner gefallen dürfte. Wir werden es wohl erst am Kinostart am 24. Juni 2021 erfahren, ob The Batman alleine steht oder irgendwo dazugehört.

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