"His Dark Materials" Season 1: Recap Episode 2 - The Idea of North

London Calling: In der zweiten Folge reisen Lyra und Pantalaimon in die Luxuswelt von Mrs. Coulter und müssen sich an neue Klamotten, Manieren und fiese Intrigen gewöhnen.

© BBC

Wir steigen mit einem grossartigen, aber leider viel zu kurzen Blick über die mit Luftschiffen behangene Skyline von London in die zweite Episode ein. Mrs. Coulter nimmt Lyra zu sich nach Hause, wobei schon der lange Blick auf die Bedienfläche des Liftes verrät: Hier kommst du nicht so schnell wieder raus! Noch macht das Lyra aber gar nichts aus, denn neue Dinge zu erleben, echte Entdecker zu treffen und mehr über den Norden zu erfahren, hält das abenteuerlustige Mädchen (noch) bei der Stange. Die feine Dame mag zwar nett wirken, ihre Wortwahl ("let me mold you") alleine ist aber schon mehr als gruselig. Und dann noch dieser goldene Affe! Erste Klasse Albtraummaterial!

Während Coulter Lyra zu ihrem Zweitäffchen umstylt, suchen die Gyptians nach den verschwundenen Kindern, doch jemand hat den Kinderdieben offenbar verraten, dass man ihnen auf den Fersen ist. Gleichzeitig stattet Lord Boreal Jordan College einen Besuch ab, doch der Master lässt sich von den Drohgebärden des Magisteriums nicht beeindrucken (Findet sonst noch jemand, dass der Master wie eine punkigere Version von Morgan Freeman aussieht?).

Beim Versuch, Mrs. Coulter dazu zu überreden, ihr bei der Suche nach Roger und Billy Costa zu helfen, verrät Lyra dummerweise, dass sie von Asriel etwas über Dust erfahren hat. Coulter wird gleich hellhörig. In der Nacht fühlt Lyra sich dann irgendwie beobachtet - kein Wunder, lauert doch ein Spanner-Affe in den Wänden. Der kühle Stil der Wohnung, das grauslige Aussehen und Verhalten des Affen und nicht zuletzt Coulters aalglatte Art machen diesen Ausflug von Lyra in die Schicki-Micki-Elite ein bisschen zum psychologischen Horrortrip.

Boreal durchsucht derweil die Katakomben von Jordan College nach den Überresten des Entdeckers Grumman - der, wie sich herausstellt, wohl gar noch nicht das Zeitliche gesegnet hat. Also macht der Magisterium-Agent einen Ausflug ins Grüne - pardon, in eine andere Welt, genauer: in unsere. Dort trifft er sich mit einem Informanten, der nach Infos über den (buchstäblichen!) Weltenbummler Grumman suchen soll. Offenbar hat ihm noch niemand gezeigt, wie Google funktioniert...

Nach einem Besuch von Magisteriumvertretern (bisher alle nur mit Insekten- oder Reptilien-Daemons) kommt es zwischen Mrs. Coulter und Lyra schliesslich zur grossen Konfrontation, in deren Verlauf der Gruselaffe erst den armen Pantalaimon quält und die feine Dame schliesslich damit herausplatzt, dass Lord Asriel nicht Lyras Onkel, sondern ihr Vater ist. Ups! Sogar dem Affen scheint es peinlich zu sein, das seinem Menschen das rausgerutscht ist. Und wieso verhaut sie dann den Affen? (Stop hitting yourself!) Armes, gruseliges Viech.

Die Lage spitzt sich zu, als Coulter die Wohnung verlässt und wir bald mal erkennen, dass sie längst weiss, wo die verschwundenen Kinder sind und diese für ihre eigenen Zwecke missbrauchen will. Gleichzeitig schleichen sich Lyra und Pan in das Arbeitszimmer und entdecken Blaupausen zu einer seltsamen Maschine, in der Figuren und Daemons eingezeichnet sind. Nur knapp können sie vor Coulters Rückkehr wieder aus dem Zimmer verschwinden. Dass diese hinter den Gobblers steckt, erkennt Lyra erst dank der "hilfreichen" Reporterin, die das Mädchen über Coulter ausquetschen will und dabei ungewollt die perfekte Ablenkung bietet, damit Lyra und Pan übers Dach abhauen können. Fräulein rasende Reporterin wird dann von Boreal ruckzuck hingemeuchelt. Man merke: Daemons, die man mit einer Hand zerquetschen kann, sind doch eher unpraktisch.

Während die gefangenen Kinder mit vielen falschen Versprechungen in den Norden verfrachtet werden, macht Lyra in den Strassen Londons ebenfalls Bekanntschaft mit dem gruseligen Fuchs und wird ihrerseits von den Gobblers geschnappt. Cliffhanger!

Fazit

Auch die zweite Episode bringt in erster Linie viel Worldbuilding und noch wenig eigentliche Story. Zumindest das Design der Welt ist aber schon mal ziemlich cool: Die Klamotten, Fahrzeuge, Luftschiffe, aber auch die Häuser und Innendekoration geben der ganzen Welt einen eleganten Stil irgendwo zwischen Art Déco und Steampunk. Schade, dass man noch nicht wirklich viel von der Welt sehen durfte.

Weiterhin toll sind die verschiedenen Tiere als Daemons; vor allem Pantalaimon in seiner Hermelinform ist einfach schnüggig, bietet aber auch als Figur eine interessante Gegenstimme zu Lyra, fast schon als ihr gutes Gewissen. Schade ist es hingegen, dass man sich für die Serie offenbar dafür entschieden hat, dass die Daemons der Erwachsenen nie sprechen. Dies macht die anderen Daemons zu blossen Deko-Tieren, hilft aber kaum bei der Charakterisierung der Figuren, und in gewisser Weise macht es die Welt auch weniger lebendig.

Interessant ist nicht zuletzt auch die Beobachtung, dass mit der Storyline um Grumman und dem Weltenwechsel in "unsere" Welt bereits jetzt Elemente aus dem zweiten Buch "The Subtle Knife" aufgenommen wurden. Damit weicht die Serie also schon in Folge zwei deutlich vom Plot des Filmes ab. Es bleibt also auch für Film- und Buchkenner spannend!

Zuschauer in der Schweiz können His Dark Materials jeweils sonntags um 21:00 (MEZ) auf BBC sehen sowie ab dem 25.11. im Pay-TV (Sky Atlantic).

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