Hat der Joker [Spoiler] umgebracht? Der Kameramann hat eine Antwort

Achtung, es folgen Spoiler zum super-erfolgreichen "Joker"-Film mit Joaquin Phoenix. Kameramann Lawrence Sher hat eine Antwort auf die Frage, ob eine bestimmte Figur noch am Leben ist oder nicht.

Joaquin Phoenix in "Joker" © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC Comics

Schon über 250'000 Tickets hat Joker in der Schweiz verkauft. Ein unglaublicher Erfolg. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass der Film aufgrund seines Protagonisten und dem Gewaltgrad nicht unbedingt für jedes Gemüt geeignet ist. Doch offensichtlich ist Joker der Film, über den alle reden wollen. Letzte Spoiler-Warnung, denn gleich enthüllen wir wichtige Zusammenhänge des Films.

Es wurde oft darüber debattiert, ob Zazie Beetz' Charakter, die Nachbarin Sophie Dumond, noch am Leben ist oder nicht. Gegen Ende des Filmes wird enthüllt, dass es die Beziehung zwischen Joaquin Phoenix' Arthur Fleck und Sophie nur im Kopf des späteren Jokers gegeben hat. Als Arthur eines Abends plötzlich in Sophies Wohnzimmer sitzt, ist diese verständlicherweise sehr verängstigt. Anstatt zu zeigen, was in der Wohnung passiert, schneidet Regisseur Todd Phillips zu seiner Szene, in welcher Arthur zurück in seine Wohnung läuft. Das Schicksal von Sophie und ihrem jungen Sohn ist also ungewiss. Nicht jedoch, wenn man Kameramann Lawrence Sher Glauben schenken mag.

Zazie Beetz in "Joker"
Zazie Beetz in "Joker" © 2019 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved. TM & © DC Comics

In einem Interview mit Slashfilm enthüllte Sher Folgendes: "Einige Leute haben mich gefragt: 'Wurde sie getötet?' Regisseur Todd Phillips macht deutlich, dass sie nicht getötet wurde. Arthur tötet nämlich Menschen, die ihm auf eine bestimmte Weise Unrecht getan haben, und Sophie hat ihm nie Unrecht getan. Doch trotzdem gefällt es mir, dass die Leute darüber diskutieren und zu ihren eigenen Schlussfolgerungen kommen."

Seine Erklärung hat natürlich schon was. Jedoch kann man den Film auch so interpretieren, dass Arthur alle Menschen tötet, welche sich nicht so benehmen, wie er es sich in seiner verzerrten Realität vorstellt. Robert De Niros Talkshow-Host musste zum Beispiel dranglauben, weil er sich eben nicht so nett verhielt, wie sich das Arthur in einer der ersten Szenen des Filmes vorgestellt hat. Man kann es jedoch auch so interpretieren: Die Ungewissheit über das Schicksal von Sophie und ihres Kindes ist genau das, was jemand wie der Joker will. Die Tatsache, dass nicht zu 100% klar ist, was jeweils wirklich geschehen ist, kann einen schon ein bisschen wahnsinnig machen. Der Joker hätte sicherlich seine Freude daran.

Was denkt ihr? Könnt ihr mit der Erklärung von Sher leben oder habt ihr eine eigene Interpretation?

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Kommentare Total: 3

solanumnigrum

Screamy aber stelle dir doch folgende Situation vor: [ACHTUNG! Kann Spoiler enthalten]

Ein einsamer, psychisch gestörter Mann, von der Gesellschaft an den Abgrund getrieben. Dann erfährt er, dass seine eigene Mutter ihn Jahrelang belogen hat. Somit hat er plötzlich ein getrübtes Bild gegenüber Frauen - speziell aber bei Müttern.
Seine Nachbarin sagt ihm im Film sogar noch, dass ihre Tochter nebenan schlafen würde und hat regelrecht Angst vor ihm.

Er hat jegliches Vertrauen zu Frauen verloren, dann kommt ja auch noch der Mord an der Psychiaterin des Arkham Asylum dazu.
Seine Fantasie hat ihm einen Streich gespielt. Umso mehr würde ich an seiner Stelle enttäuscht sein, dass die für Ihn vertraute Person in Wahrheit eine einzige Lüge seines Gehirns ist. Ein Mann, dem auch noch das letzte Bisschen seines Herzens gebrochen wird - auch wenn nicht von ihr direkt- der ist doch dazu fähig, oder?

Screamy

Das passt für mich gar nicht zur Figur vom Joker. Schliesslich hat er auch den kleinwüchsigen Mitarbeiter gehen lassen, obwohl er Zeuge von einem Mord war, mit der Begründung, dass er immer nett zu ihm war. Die Frau hat ihm nie etwas getan, er hat realisiert, dass es nur in seiner Fantasie war... da sehe ich kein Motiv, keinen Grund für ihn sie zu töten.

solanumnigrum

Meiner Meinung nach sollte sie sterben weil sie in seinen wohl wegweisendsten Zeiten während des Films nicht für ihn da war. Nur in seiner Fantasie. Und sie zeigte ihm in der Wohnung anschliessend zu viel Misstrauen und Angst. Hier hätte er sich wohl eine helfende Hand gewünscht, diese aber nicht bekommen. Daher hätte ich mir einen "Mord aus Leidenschaft" schon eher vorstellen können.

Was ich mir aber noch hätte vorstellen können: Einen Auftritt von Dr. Harleen Quinzel

Aber das schmälert natürlich keineswegs diese Leistung dieses grossartigen Films.

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