Neue schockierende Details über den gestrichenen Release von "The Hunt"

"Es ist momentan nicht der richtige Zeitpunkt, um einen solchen Film zu veröffentlichen", so die Worte von Universal vom letzten Wochenende. Nun sind neue, unschöne Details ans Licht gekommen.

© Universal

Wie wir berichteten, hat Universal Pictures den Kinostart des satirischen Thrillers The Hunt gestrichen. In dem Film werden einfache Arbeiter von der Wirtschaftselite mit Schusswaffen gejagt. Nach den Amokläufen von Dayton und El Paso sowie Kritik von Fox News und Präsident Donald Trump befand Universal, dass man einen solchen Film jetzt nicht veröffentlichen könne. Der Hollywood Reporter hat in den vergangenen Tagen weitere Recherchen angestellt und zeichnet ein ziemlich trauriges Bild der heutigen USA.

Am Abend des 6. August führte Universal Test-Screenings von The Hunt durch. Das war gerade einmal zwei Tage nach dem Amoklauf von Dayton und drei Tage nach den Ereignissen in El Paso. Viele der Leute, die am Screening teilnahmen, äussersten Unbehagen über die gezeigten politischen Aspekte des Filmes. Die zwölf Gejagten im Film seien Abtreibungsgegner und Waffenliebhaber, die von der Privatjet fliegenden Elite gejagt werden. Das ist natürlich eine satirische Übertreibung von dem, was Donald Trump seit fast vier Jahren predigt: "Der bösen Elite sind die kleinen Leute völlig egal."

Universal hat es im ersten Trailer vermieden, gross auf diese Aspekte anzuspielen. Doch nach den Amokläufen bekamen die Oberen bei Universal sowie die Filmemacher Morddrohungen per Mail und Social Media. Der Hollywood Reporter schreibt, dass man bei Universal nicht voraussehen konnte, was ein solcher Film auszulösen vermag. Vor allem Fox News schoss sich (no pun intended) nach den Ereignissen von El Paso und Dayton regelrecht auf The Hunt ein.

Laut dem Hollywood Reporter ist vielen nicht klar, warum Universal den Stoff überhaupt ins Kino bringen wollte, da das Material überaus heikel ist. Nicht jeder wird die überspitzte Darstellung verstehen und sich im schlimmsten Fall noch in seinen Ängsten und in seiner Wut bestätigt fühlen. Universal habe trotzdem lange an dem US-Kinostart vom 27. September festgehalten. Doch man entschied sich letzten Endes, dass die Situation in den USA momentan dermassen vergiftet ist, dass ein Release des Filmes die damit verbundenen "Kopfschmerzen" nicht rechtfertige. Eine Veröffentlichung des Filmes zu einem späteren Zeitpunkt sei jedoch immer noch im Bereich des Möglichen.

Der Trailer zu The Hunt

Teilen
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen
Datum
Autor
Quelle
hollywoodreporter
Themen

Kommentare Total: 2

pps

Es ist in den USA durchaus üblich, dass bei Filmen und Serien mit entsprechenden Inhalten reagiert wird, wenn es so einen Amoklauf gibt, indem etwa eine Folge einer Serie verschoben wird. Bei Bones z. B. wurde damals eine Folge um ein ganzes Jahr verschoben und irgendwo in die nächste Staffel hineingequetscht.

Rein von der Inhaltsangabe her frage ich mich aber schon, wer auf diese dumme Idee gekommen ist, aus dieser Prämisse so einen Film zu machen. Das musste ja böse enden...

Leofreak

Also ehrlich gesagt, gibt es in den USA doch leider so viele Amokläufe und Tote durch Schusswaffen, dass es für so einen Film theoretisch nie ein "idealer" Zeitpunkt geben würde. Hätte mir allerdings gewünscht, dass die von Universal da einen Sch***s draufgeben und ihn trotzdem veröffentlichen, bis zum 28. September interessiert das bestimmt wieder niemanden mehr. (Nicht, dass mich der Film auch nur im Geringsten interessieren würde)

Da es sich ausserdem bei den Leuten im Film um "Abtreibungsgegner und Waffenliebhaber" handelt, klingt die Kritik von Fox "News" doch eher nach einem Abklenkungsmanöver, als richtiger Empörung, ist ja schliesslich ihre Zieldemographie. Aber das ist es bei Fox ja eigentlich immer.

Kommentar schreiben