Das Beste aus dem Filmjahr 2019 - Summer Edition

Die Zeit fliegt! Das Filmjahr ist schon halb vorbei, weshalb OutNow einen ersten Blick zurück auf die Highlights von 2019 wirft. Welche Filme haben uns besonders begeistert?

"Avengers: Endgame", "Capharnaüm", "Rocketman" © Marvel Studios, Filmcoopi, Paramount

Es ist Sommer, Europa zerfliesst gerade in der Affenhitze, und man mag so an rein gar nichts denken als an Badi, Grillpartys und Glace. Zeit für uns, das bisherige Kinojahr Revue passieren zu lassen. Erneut hat die OutNow-Redaktion ein episches Battle ausgetragen, um für das erste Kinohalbjahr den Top-Shot zu küren. Wie immer standen zur Wahl nur Filme, die zwischen dem 1.1. und 30.6. 2019 einen Starttermin in den Schweizer Kinos hatten.

Hier sind die Top-11 der ersten Jahreshälfte von 2019 aus Sicht der OutNow-Redaktion:

11. Greta - woc


Es muss nicht immer an der Sommerhitze liegen, dass Menschen total ab- und durchdrehen: In Neil Jordans Psychoschmaus Greta ist es Oscarpreisträgerin Isabelle Huppert, die im "kühlen" New York ein irres Spiel mit Chloë Grace Moretz treibt. Obwohl die Story zweifellos keine neuen Wege geht und man einige Wendungen easy im Voraus erraten kann, punktet Greta vor allem durch das gekonnte Schauspiel von Isabelle Huppert und einigen spannenden Szenen - da darf der Puls dann auch kurz mal in die Höhe schnellen. Trotz mehreren Stolpern und einer zur eindimensionalen WG-Partnerin verknurrten Maika Monroe bietet Greta kurzweiligen, unterhaltsamen Nervenkitzel.

10. If Beale Street Could Talk - sma


If Beale Street Could Talk ist Film über die ganz grosse Liebe. Mit welcher Zärtlichkeit hier Intimität inszeniert wird und wie viele gesellschaftliche Themen behandelt werden, ist beeindruckend. Es geht um mehr als nur zwei junge Menschen in Harlem, darauf verweisen nicht nur die Zitate von James Baldwin. Obwohl die Handlung nicht chronologisch verläuft, ist die Geschichte fliessend. Barry Jenkins ist einer der grossen Erzähler des amerikanischen Kinos und If Beale Street Could Talk eindeutig der beste Film mit Dave Franco.

9. Shazam! - ma


Shazam! ist eine kleine Überraschung im Superhelden-Einheitsbrei. Mit viel Witz und Herz ist die Geschichte um Naseweis Billy Batson, der sich mit Hilfe eines Zauberers in einen Superhelden verwandelt, ein Heidenspass, der vor allem auch etwas jüngere Fans ansprechen dürfte. Trotz düsterer Monster (Regisseur Sanberg kommt aus dem Horrorgenre) wirkt Shazam! wie ein Jugendabenteuer aus vergangener Zeit. Jack Dylan Grazer stiehlt als Sidekick Freddy dem restlichen Cast die Show und versprüht einen Charme, dem die Titelfigur leider etwas hinterherhinkt. Trotzdem aber ein Film, den man sich auch als Anti-Superhelden-Grummelmonster anschauen sollte. Ein Grinsen auf dem Gesicht ist fast schon garantiert.

8. Green Book - crs


Es gab einiges an Gegenwind für diese Roadmovie-Tragikomödie. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte sei fast komplett erfunden und hier werde doch einfach mal wieder nur eine ärgerliche "White-Saviour-Story" aufgetischt. Doch der Film sorgt beim Grossteil der Zuschauer einfach für zu gute Laune und hat sein Herz durchaus am rechten Fleck. Viggo Mortensen ist herrlich als Prolo-Chauffeur, während Mahershala Ali in seinem Oscar-gekrönten Part als Pianist dem Ganzen die nötige Ernsthaftigkeit verleiht. Als Dank für zwei Stunden lang allerbeste Unterhaltung gab es in der Schweiz über 300‘000 Ticketverkäufe und in den USA den Oscar für den besten Film.

7. Us - yan


Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peele kam mit Get Out aus dem Nichts, schnappte sich damit gleich seinen ersten Oscar und legte mit Us in bemerkenswerter Manier nach. Sein zweites Werk ist ein ebenso technisch raffinierter und intelligenter Horrorfilm mit Metaebenen und vielen unterhaltsamen und perfekt platzierten Anspielungen. Sein Film ist aber auch ein politisch wichtiger Beitrag und dazu ein unheimlich komischer: Us ist zeitgemäss, witzig, creepy und mehr als ein frischer Wind im Horrorgenre. Ein absolutes Must-See im Kinojahr 2019.

6. Three Identical Strangers - crs


Es gibt viele gute Dokumentationen, die dann meist aber einfach nur "noch interessant" sind. Auch Three Identical Strangers ist interessant - aber noch viel, viel mehr. Der clever montierte Film von Tim Wardle über Drillinge, die sich nach 20 Lebensjahren zum ersten Mal begegnen, verbreitet zuerst richtig gute Laune, nimmt dann aber jedoch einen Schlenker in Gefilde, die erschreckend und verdammt spannend sind. Am besten weiss man im Vorfeld so wenig wie nur möglich über den Film. Selten hat man so gebannt einer Doku geschaut, die einen am Ende durchaus sprachlos zurücklässt. Ganz grosses (Dokumentarfilm-)Kino.

5. John Wick: Chapter 3 - Parabellum - nna


Im dritten Teil der John-Wick-Reihe gingen Regisseur Chad Stahelski und aktueller König der Welt Keanu Reeves all-in. Die spektakulär choreografierten Actionszenen rauben einem den Atem, die Comic-eske Welt sorgt für die nötigen Stakes. Dazu kommen das neon-geladene Production Design, wunderschöne Locations, toll aufspielende Nebendarsteller, und John Wick killt gopferteli jemanden mit einem Buch. Und das sind nur die ersten 15 Minuten dieses Action-Festivals! Wie wir bereits beim ersten John Wick schrieben: So geht Action-Kino!

4. The Favourite - yab


Giorgos Lanthimos ist zurück: Nach seinem herrlich schrägen The Lobster und dem fesselnden The Killing of a Sacred Deer folgt nun The Favourite. Dessen Untertitel «Irrsinn und Intrigen» könnte treffender für den Film nicht sein: Es ist ein einziges Konstrukt aus irrsinnigem Wahnsinn. Mit einem Starcast ausgestattet, überzeugt das irre Drama auf ganzer Ebene. Das Historiendrama trumpft mit tollem Acting - der Oscar als beste Hauptdarstellerin ging an Olivia Colman - und mit schwarzem Humor auf. Lanthimos zeigt einmal mehr, dass er es versteht, die Zuschauenden zu provozieren und sie vor den Kopf zu stossen.

3. Capharnaüm - ebe


Huch, was macht denn der hier? Da hat sich ein kleiner Nischenfilm aus dem Libanon still und heimlich in die Medaillenränge geschlichen und lässt einen John Wick einfach mal schnell hinter sich. So ganz zufällig ist das nicht: Das Drama von Nadine Labaki sorgte bereits letztes Jahr in Cannes für Furore und wurde später für den Fremdsprachen-Oscar nominiert (wo es dann gegen Alfonso Cuaróns Roma das Nachsehen hatte). Die Geschichte, in der ein Junge seine Eltern verklagt, ihn geboren zu haben, ist zwar keine leichte Kost, geht aber so richtig ans Herzen und ist packend erzählt. Geheimtipp!

2. Rocketman - muri


Elton John ist einer der schrillsten, auffälligsten, aber auch besten und erfolgreichsten Musiker Englands. Seine Story, welche als Musical inszeniert wurde und somit Hauptdarsteller Taron Egertons ungeahnte Talente voll ausspielt, beginnt in seiner Jugend und lässt uns Zeuge werden, wie aus «Reginald Dwight» der Superstar Elton John wird. Hits am Laufmeter, toll inszenierte Nummern, die nötige Portion Dramatik und viel Pomp machen Rocketman nicht nur zu einer tollen Revue, sondern begeistert Fans und Kritiker weltweit. Bravo!

And the winner is ... ein zeitloser Klassiker!

Ok, jetzt mal im Ernst, ganz oben auf dem Treppchen steht natürlich das Mammut des Jahres 2019:

1. Avengers: Endgame - pps


Ein kleines bisschen weinen wir mit Cap mit, denn mit dem 22. Film im MCU ging eine 11-jährige Ära zu Ende. Noch nie war ein Filmprojekt so gross aufgezogen worden, mit so vielen Darstellern, verschiedenen Storylines und bombastischen Effekten. Die Spannung auf den Abschluss dieser Monstersaga war also enorm. Die eigentliche Überraschung war dann, dass der Film tatsächlich die hohen Erwartungen erfüllen konnte und mit einer coolen Heist-Story sämtlichen Figuren den gebührenden Abschluss ihrer Erzählung ermöglichte. Wir verneigen uns vor Marvel, unseren geliebten Helden und nicht zuletzt vor Amerikas Arsch. Das war super!

Welche Filme waren für euch das Highlight des bisherigen Filmjahres?

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OutNow

Kommentare Total: 1

sma

Der Football in die Leisten >>> Endgame

The Souvenir (2019) hat leider noch keinen offiziellen Starttermin, ist aber mein bisheriges Highlight in diesem Kinojahr.

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