"Game of Thrones" Season 8: Recap Episode 3 - "The Long Night"

This is the big one: Nach zwei Folgen Vorspiel geht es nun richtig zur Sache. Fast 80 Minuten lang gibt es einen Kampf gegen Zombies zu bestaunen - wenn man denn was erkennen konnte.

Vor dem grossen "Lichterlöschen" © HBO

Der Nicht-Buch-Kenner

Epische Schlachten hat Game of Thrones schon einige gesehen. Man denke da nur an Blackwater Bay oder den legendären Battle of the Bastards (Hope you burn in hell, Ramsay!!!). Den Kampf um Westeros gegen die White Walkers und ihre Zombie-Armee sollte jedoch alles in den Schatten stellen. Satte 55 Nächte haben die Macher an dieser Episode gedreht und dabei auf die Künste von Regisseur Miguel Sapochnik zurückgreifen können, der unter anderem auch "Hardhome" und den bereits erwähnten Bastard-Fight inszenierte.

Auf diese neuste Schlacht wurde eigentlich schon seit der ersten Staffel hingearbeitet, und mit den ersten beiden Episoden dieser letzten Staffel wurde der Zuschauer fast schon krankhaft nervös gemacht. Wer wird überleben? Wer wird um den Kampf um den Iron Throne frühzeitig aussteigen? Gleiche vorneweg: Einen wirklich "Grossen" hat es nicht getroffen. Zwar sterben in dieser Episode unglaublich viele Personen, doch sind es vor allem einfache Soldaten. Hätte sie zuschauen können, hätte sich Cersei ab dem Massensterben auf dem Schlachtfeld um und in Winterfell zweifelsohne köstlich amüsiert. Denn die Herrscherin entschied sich dagegen, den Armeen der Starks und der Targaryens zu helfen, sondern wollte abwarten, bis sich ihre Gegner gegenseitig dermassen auf Heftigste dezimieren, sodass es für sie dann ein Leichtes sein wird, die Kontrolle über Westeros zu behalten - und oh boy, und wie sich ihre Gegner dezimiert haben.

Vor allem auf der Lebenden-Seite sah es während dieser Episode gar nicht gut aus. Das begann schon gleich mit der ersten Angriffswelle. Die zurückgekehrte Melisandre zündete mit einem Zauber die Schwerter der Dothraki-Kämpfer an, die dann in die Dunkelheit stürmten. Was dann passierte, sahen wir nur von weitem: Immer mehr wurden die brennenden Schwerter in der Ferne abgelöscht, bis es dann ganz ruhig war. Was danach folgte war eine Mischung aus World War Z, The Two Towers und Aliens vs. Predator 2. World War Z wegen der Art und Weise, wie die Toten versuchten, über die Mauer von Winterfell zu kommen; indem sie aufeinanderstiegen und so eine Rampe der Toten bauten, sodass es sogar Sandor Clegane zu viel wurde.

Der Vergleich mit The Two Towers liegt derweil natürlich auf der Hand, da eigentlich bei jeder Burgenschlacht einem gleich jene um Helms Deep in den Sinn kommt. Aber wie zum Teufel passt hier denn Aliens vs. Predator 2 hinein?! Nun, das hat mit dem Visuellen zu tun. Dort wie auch hier ist vieles einfach zu dunkel, sodass der Zuschauer seine liebe Mühe hat zu erkennen, was überhaupt passiert. Können Zombies noch schneller von Lebenden unterschieden werden, geht beim Kampf Drachen gegen Zombie-Drache die Übersicht völlig verloren. Wer beisst jetzt genau wen? In seinen schlimmsten Momenten ist das Ganze äusserst frustrierend, sodass man sogar leicht genervt mit der Helligkeit des TV-Bildschirms spielen muss.

Teilweise entschädigt wird man dafür von den letzten 15 Minuten, vor allem wenn die Lebenden wirklich am Arsch sind. Eine solche Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit hat man noch selten gesehen. Da denkt man einige Male, dass es dies nun gewesen sei, die Macher nun alle Helden aufs Mal ins Jenseits schicken und wir die letzten drei Episoden die White Walkers im Finale gegen Cersei sehen. Doch da hat Arya natürlich etwas dagegen - Cersei ist ja immer noch auf ihrer Liste. Geschickt hat sie sich an den Night King angeschlichen, der gerade zu seinem Schwert greifen will, um Bran niederzustrecken. Arya wird zwar gepackt, doch kann sie sich mit meinem netten kleinen Trick (den auch Rey in The Last Jedi in Snokes Throne Room zum Besten gab) den Night King und seine ganze Gefolgschaft vernichten. Haben wir schon erwähnt, dass Arya "awesome" ist?!

Der Staub hat sich am Ende der Episode noch nicht gelegt. Noch immer wird für die Gefallenen geweint (poor Ser Jorah), sodass man das ganze Ausmass der Schlacht noch nicht hundertprozentig erfassen konnte. Bleibt nur zu hoffen, dass noch genug Soldaten und Kämpfer übrig sind, um Cersei entgegenzutreten. Denn die Schlacht wurde hier zwar gewonnen, doch der Krieg um Westeros geht weiter und wird bestimmt dann auch noch einige prominentere Opfer fordern.

Die Buch-Kennerin

Epische 82 Minuten dauerte diese Folge, die man am besten gleich bei der Ausstrahlung, also bei uns noch mitten in der Nacht, angeschaut hat, weil das Internet seither dark und full of spoilers ist. #SleepSoOverrated Es war die lang erwartete Schlacht gegen das Böse, das bereits zu Beginn der allerersten Folge eingeführt wurde. Und es gab gleich mehrere Abschiede von beliebten Figuren, die im Kampf gefallen sind. Vor diesen tapferen Seelen ziehen wird den (nichtvorhandenen) Hut - wobei es natürlich schon cheibe gäbig war, dass von den Hauptfiguren verdammt viele davongekommen sind. Schliesslich muss man in den verbleibenden drei Folgen noch gegen eine böse Königin kämpfen, die natürlich viel gefährlicher und böser ist als sämtliche Eiszombies auf Westeros.

Die Schlacht um Winterfell ist ja durchaus cool anzusehen - aber irgendwie waren die Schlachten am Blackwater oder bei Hardhome doch um einiges packender. Vielleicht lag es an den unzähligen Zombies, die gerade in der ersten Hälfte der Folge eher wie eine wabernde Masse an CGI-Gewusel aussahen; oder an dem Eisdrachen, der mit Eisnebel oder was-auch-immer das war genauso auffuhr, dass man stellenweise gar nichts mehr sehen konnte (war vielleicht deshalb genügend Budget übrig für einen Kurzauftritt von Ghost?).

Gestört hat auch die Tatsache, dass die Figuren immer mal wieder für ziemlich dumm verkauft wurden. Da scheitert der Plan zur Abwehr der Untoten beinahe daran, dass Nebel aufgekommen ist und Danaerys die Fackelzeichen zum Angriff nicht sehen kann. Hat denn in TV-Westeros noch niemand Hornsignale erfunden? Wieso genau ist keinem eingefallen, dass die Familiengruft der Starks vielleicht nicht gerade der beste Ort ist, um unbewaffnete Frauen, Kinder und Senioren unterzubringen? Und dass es so eine Überraschung war, als der Night King die Gefallenen wieder auferstehen liess... Someone has not been paying attention!

Grossartig war hingegen alles, was Arya in dieser Folge geleistet hat. Bad-Ass-Kampf auf der Burgmauer, Zombie-Versteckis in der Bibliothek, und schliesslich kam sie genau zum richtigen Zeitpunkt angeflogen, um den Night King abzumurksen. Kleiner Mensch, ganz grosses Kino! Dass es ausgerechnet Arya sein sollte, der dies gelingt, ist vielleicht etwas unerwartet, aber hey, niemand anderes hat härter dafür trainiert. Nun kann man sich fragen, wie denn die Prophezeiung um Azor Ahai da drein passt - ist es vielleicht nicht Dany oder Jon, sondern Arya, die als grosse Erlöserin prophezeit wurde? In den Büchern gibt es ja zig Figuren, die als die Wiedergeburt des mythischen Helden gesehen werden können. Wahrscheinlicher ist aber wohl eher, dass man einfach die coolste Figur dafür auswählte, sodass der grosse Moment für die beiden Drachenreiter noch kommen dürfte. Oder kämpfen sie am Ende vielleicht sogar gegeneinander?!

Einige Fragen sind aber noch offen: Ist der übernatürlich lange Winter jetzt vorbei, nun da der Night King tot ist? Was fängt Bran jetzt mit seinem Leben an - und überhaupt: Wohin hat der sich durch seine Warg-Fähigkeit eigentlich bei höchster Gefahr einfach mal verabschiedet? Sind alle Dothraki tot? Haben Ghost und der Drache Rhaegal überlebt? Und was bedeutet die Versöhnung von Sansa und Tyrion? Noch drei Folgen bleiben. Was kommt denn jetzt noch?!?

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Kommentare Total: 2

philm

"Die letzten drei Folgen..."
tu Dir lieber nicht an.
So schwer es Dir fallen mag.
Denn diese zerstören GoT.
Man erinnert sich immer an den Schluss einer Geschichte. Ob gut, oder leider wie in diesem Falle, drachenhöhle-, äh, grottenschlecht.

yan

...bisher ganz tolle Recaps, weiter so, gefällt mir sehr gut!

Zur ersten Hälfte der finalen Staffel: (ACHTUNG SPOILER VORHANDEN)

1. Episode: Typischer Start, etwas Aufbau, Positionierung und ein paar emotionale Aufeinandertreffen.

Highlight: Sam und Jons langerwartetes Gespräch

Schwachpunkte: Jon und Danys Ausflug mit den Drachen - sind wir hier etwa bei DreamWorks oder was? Mal abgesehen davon, dass nur Targaryens Drachen fliegen können und Dany von Jons richtigen Eltern noch gar keinen Schimmer hat.

2. Episode: Die Ruhe vor dem Sturm. Die Anspannung wird immer spürbarer und unerträglicher. Man spürt die Entwicklungen der Figuren über alle Staffeln. Jeder und jede hat nun seinen Platz eingenommen. Wie Bran sagen würde: jede Tat oder Entscheidung, ob gut oder schlecht hat sie im Endeffekt zu dieser Zeit an diesen Ort geführt.

Highlight: Ritterschlag für Brienne (was für ein schöner Moment), der Kreis der ehemaligen Stark-Gegnern - Wenn Feinde zu Freunden werden. Selten waren die Charakterentwicklungen besser ersichtlich als in dieser Folge.

Schwachpunkte: Danys Fokus auf den eisernen Thron (Gespräch mit Sansa) wirkt etwas aufgesetzt. Klar, die Queen stellt immer mal wieder deutlich klar, dass sie die Chefin ist, aber in diesen dunklen und düsteren Stunden passt das nicht so ganz zu ihr. Auch das Timing, welches Jon mit seiner "Neuigkeit" an den Tag legt, wirkt nicht Jon-like. Diese Dinge wirken ein wenig konstruiert, so dass man für die nächsten Folgen die Spannung noch etwas hochtreiben kann.,

3. Episode: Let's fight! 80 Minuten werden hier Köpfe eingeschlagen, dass es eine Freude ist. Einerseits eine der grössten Folgen ever, andererseits ist es absolut nicht verwunderlich, wenn man als Fan etwas enttäuscht ist, nachdem alles durch ist. Die Wartezeit war immens, der Aufbau gewaltig - und nun hackt man in 80 Minuten rasch alles weg. Die Erwartungen waren wohl in jeder Hinsicht einfach zu hoch und dennoch ist "Long Night" eine Hammer-Episode.

Highlights: Die gesamte Strategie. Der Aufbau, die Inszenierung, das Mitfiebern mit unseren Lieblingen. Ein Actionfeuerwerk der Extraklasse! Arya Stark - was für eine Kampfsau!

Schwachpunkte: Auch hier hat mir das Timing am Ende mit Bran/Arya und dem Night King nicht ganz gepasst. Die Situation war so ausweglos und der Angriff von Arya aus dem Nichts, so dass er einfach nicht ganz flüssig und schlüssig wirkte.
Die Folge ist streckenweise viel zu dunkel und gewisse Dinge sind schlicht nicht ersichtlich.

Die letzten drei Folgen dürfen kommen!

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