Im Kino Pathé in Dietlikon kann man jetzt wilde Tiere retten

Das Virtual-Reality-Erlebnis "Wild Immersion" lässt einen in eine fast unberührte Natur eintauchen. Nun gibt es das Ganze im Pathé Dietlikon. Mit dem Lösen eines Tickets tut man sogar noch was Gutes.

© Wild Immersion

"Wild Immersion" nennt sich selbst auch "das erste virtuelle Naturreservat". Laut dem Unternehmen braucht man nun nicht mehr in die Wildnis oder in den Zoo zu reisen, um wilde Tiere zu sehen, sondern kann sich einfach eine VR-Brille aufsetzen und so Löwen, Elefanten und Koalas ohne Gefahr in ihrer natürlichen Umgebung hautnah erleben. Damit möchte "Wild Immersion" die Verbundenheit zur Natur fördern. Weiter sei es deutlich tier- und umweltfreundlicher, wenn man sich die Geschöpfe so anschaut, anstatt dafür in einen Flieger zu steigen, um die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu stören. Gefördert wird das Projekt von der weltbekannten Verhaltensforscherin Jane Goodall.

Die Pathé-Gruppe bietet ab sofort zwei Kurzfilme von "Wild Immersion" in ihrem Kino in Dietlikon an. Der Film "Alba" führt über zugefrorene Seen hinein in eine Winterlandschaft. In "Terra" geht es in sonnige Länder, wo wilde Tiere anzutreffen sind. Die ganze "Experience" dauert 20 Minuten, sie findet stündlich statt und kostet pro Person 10 Franken. Mit dem eingenommen Geld sollen dann unter anderem neue Tierreservate ermöglicht werden.

Wir haben es getestet:

Auch wenn die VR-Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Erlebnis bei "Wild Immersion" trotzdem recht erstaunlich. Zwar sind Weitaufnahmen aufgrund der Menge an Daten zuweilen etwas gar pixelig, doch gefallen Nahaufnahmen von Tieren und ihrer Umgebung umso mehr. Neben einer VR-Brille kriegt der User zudem noch einen Kopfhörer aufgesetzt. Der Sound wird dabei ständig dem Sichtfeld angepasst. Entdeckt man zum Beispiel den kleinen süssen Polarfuchs nicht auf Anhieb, macht er sich mit seinen Schritten entweder auf dem linken oder rechten Teil des Köpfhörers bemerkbar. Da man während der ganzen Show auf einem Drehstuhl sitzt, ist es ein Leichtes, den Tieren zu folgen oder die ganze 360-Grad-Natur auszukundschaften.

Die Aufnahmen wurden übrigens von "Wild Immersion" selbst entweder mit festplatzierten Kameras oder mit Drohnen gemacht. Die Standard-Kameras wurden jeweils während der Schlafenszeiten der Tiere in deren Nähe aufgestellt. Deshalb hat es auch ein paar "gwundrige" Tiere, welche die Kamera etwas genauer unter die Lupe nehmen - und so dem Nutzer beim VR-Erlebnis auch recht nahe kommen. Diese Vorhergehensweise hat jedoch auch ihren Preis. Wie wir in einem Gespräch mit einem der technischen Leiter erfuhren, wurden schon gut sieben 360-Grad-Kameras von Löwen oder Bären angegriffen und zerstört. Die dabei entstandenen Aufnahmen sind übrigens nicht Teil von "Alba" und "Terra", doch sollen sie irgendwann auch veröffentlicht werden.

Wir finden dieses VR-Erlebnis eine gute Sache, müssen jedoch anmerken, dass die Brillen nach gut 15 Minuten etwas schwer auf der Nase liegen. Doch um Tiere zu schützen, nimmt man gerne einen temporären Abdruck auf der Nase in Kauf.

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OutNow.CH
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Zu den Vorstellungen von "Wild Immersion" im Pathé-Kino in Dietlikon