Die 11 grössten und schockierensten Film-News von 2018

Zwar wurde in diesem Jahr nicht wieder der falsche Gewinner bei den Oscars bekanntgegeben, doch auch ohne Academy-Awards-Bock bot die Filmwelt wieder einige Aufreger. Ein Rückblick mit viel Netflix.

Szenenbild aus "Roma" © Netflix

Disney macht jetzt auch Streaming

"Das geht natürlich gar nicht, dass Netflix alles Streaming-Geld der Welt kassiert", wird man sich wohl bei Disney gedacht haben. Auf jeden Fall wird der Mauskonzern im Sommer 2019 einen eigenen Streaming-Service lancieren und dafür Marvel, Star Wars und Pixar von Netflix und Co. abzügeln. Doch auf Disney+, so der Name des Streaming-Dienstes, soll es nicht nur altes Zeug geben. Geplant sind auch eigens für den Kanal gedrehte Projekte wie mehrere Star-Wars-Serien sowie eine Neufassung von "Susi & Strolch". Vorerst soll Disney+ nur in den USA und Kanada angeboten werden. Bei einem Erfolg wird die Weltherrschaft angestrebt - oder so.

Black Panther und Crazy Rich Asians werden zu Box-Office-Sensationen

Grosse Blockbuster mit einem fast rein afroamerikanischen Cast gab es vor Black Panther nur sehr wenige. Nach dem Erfolg des Marvel-Blockbusters müssen sich die Studiobosse dieser Welt fragen: "Wieso eigentlich?" Der eher als Risiko eingeschätzte Black Panther spielte alleine in den USA über 700 Millionen Dollar ein - damit schlug man unter anderem Avatar und Avengers: Infinity War. Auch Crazy Rich Asians wurde aufgrund seines rein asiatischen Casts als heikles Projekt angesehen. Doch auch die Rom-Com schlug mit weltweiten 238 Millionen ein und ist wie Black Panther für mehrere Golden Globes nominiert. Findet nun in der Traumfabrik ein Umdenken statt?

© Marvel

Netflix zieht Cannes-Filme zurück

Filme, die im Wettbewerb von Cannes laufen, dürfen in Frankreich erst 36 Monate nach der Erstaufführung auf Streamingportalen angeboten werden. Für Netflix ein "No Go", und deshalb kam es in Cannes zum "No Show". Einen Tag vor der offiziellen Programmbekanntgabe zog Netflix alle seine Filme zurück - darunter anscheinend auch Alfonso Cuaróns Roma, der dann später in Venedig triumphierte. Da auch im nächsten Jahr ein Cannes-Filmfestival stattfinden wird und Netflix weiterhin Filme produziert, wird es in diesem Streit definitiv eine Fortsetzung geben. Wir holen schon mal das Popcorn.

Massenflucht bei Lars von Trier

Das Cannes-Filmfestival fand aber natürlich trotzdem statt und brachte unter anderem die Rückkehr von Lars von Trier. Der dänische Regisseur wurde sieben Jahre zuvor wegen Hitler-Sprüchen zur "Persona non grata" erklärt. Doch anscheinend alles vergeben und vergessen, wobei viele Galagäste das Screening von The House that Jack Built nicht so schnell vergessen werden. Der Film zeigt das Leben eines Serienkillers auf verstörende Art und Weise - aber auch immer wieder mit pechschwarzem Humor. Wegen der gezeigten Brutalität im Film verliessen viele den Film noch weit vor dem Abspann. Uns hat der Film übrigens gefallen...

© Ascot Elite

Danny Boyle erhält Bond-Job und gibt ihn wieder ab

Grosses Aufatmen bei den Bond-Produzenten im vergangenen Mai. Oscarpreisträger wird Daniel Craigs 007-Abschiedsshow inszenieren. Doch das Glück währte nur drei Monate lang. Boyle stieg aufgrund kreativer Differenzen aus. Das Startdatum vom Oktober 2019 war so natürlich für die Tonne. Im September dann die Meldung, dass Cary Fukunaga (True Detective) die Regie übernehmen und Bond 25 im Februar 2020 in die Kinos kommen wird. Als grosse Fukunaga-Fans wünschen wir uns jetzt bloss keine kreativen Differenzen mehr.

Netflix kauft (fast) jeden Mist

Du hast einen Film in deinem Line-up, den du nicht so toll findest und der deswegn ein finanzielles Risiko darstellt? Zum Glück gibt es Netflix. Die kaufen dir ohne Probleme deine mässigen Filme ab und stellen sie gleich auf ihre Plattform. Problem gelöst für Mowgli, The Cloverfield Paradox und Extinction. Immerhin kauft Netflix zwischendurch auch tolle Filme wie Annihilation ein. Doch trotzdem bedeutet es selten etwas Gutes, wenn ein grosses Studio seine Filme so "vertschuttet". Als nächstes exklusiv auf Netflix: Der Paramount-Horrofilm Eli, der eigentlich am 3. Januar 2019 in die Schweizer Kinos hätte kommen sollen.

© Netflix

Netflix im Kino

In fast jeder Kritik zu Alfonso Cuaróns Roma stand, dass man diesen Film unbedingt auf einer grossen Leinwand sehen müsse. Nur blöd, dass Netflix den Film produziert hat und seine Filme am liebsten am gleichen Tag im Kino wie auch auf seinem Streamingportal lancieren will. Ein Plan, der für die Kinos nicht so attraktiv ist, denn wieso sollen die Zuschauer für etwas Geld ausgeben, dass sie sich auch zuhause im Abo anschauen können. Wegen der grossen Oscar-Chancen für Roma hat Netflix letztendlich eingelenkt und dem Film ein Kinofenster von einer Woche ermöglicht. So lief Roma dann letztendlich im Dezember auch auf ein paar wenigen Schweizer Leinwänden.

Solo floppt - Disney stoppt Spin-off-Pläne

Star-Wars-Overload!!! Gerade einmal sechs Monate nach dem Release von The Last Jedi haute Disney das Spin-off über den jungen Han Solo raus. Die Zuschauer hatten jedoch entweder keinen Bock auf neue Abenteuer aus einer weit, weit entfernten Galaxis oder fanden dieses Spin-off einfach nur unnötig. Es half sicher auch nicht, dass es hinter den Kulissen mit der Entlassung der ursprünglich angeheuerten Regisseurs rumorte und Ron Howard dann noch auf die Schnelle einen Film zusammenstiefeln musste. Das mässige Box-Office führte dann dazu, dass weitere Star-Wars-Spin-off-Projekte gestoppt wurden. Weiter geht es nun im Dezember 2019 mit Episode IX und mit TV-Serien auf Disney+.

© Lucasfilm

Jeremy Renner brach sich beim Fangenspielen beide Arme

In der Komödie Tag geht es um eine Gruppe von Freunden, die seit Jahrzehnten einmal pro Jahr "Fangis" spielen. Eine herrlich schräge Geschichte, die jedoch für Schauspieler Jeremy Renner eine äusserst schmerzhafte Erfahrung mit sich brachte. Denn der Hawkeye-Darsteller kletterte am dritten Drehtag auf der Flucht vor seinen Fangis-Mitspielern auf einen Turm bestehend aus 20 bis 30 aufeinander gestapelten Stühlen. Als die Halterung des Turms kaputtging, fiel Renner aus einer beachtlichen Höhe zu Boden und brach sich dabei beide Arme. Renner tauchte jedoch wenig später mit zwei Armschienen am Set wieder auf. Er liess sich dabei einen grünen Verband drumherum machen, sodass man das Ganze dann in der Postproduktion mit Hilfe der Computertechnik wegmachen konnte.

Robert Redford geht in Rente - oder doch nicht?

In einem Interview kurz vor der Premiere seines neusten Filmes The Old Man & the Gun gab die Filmlegende zu Protokoll, dass diese positive und optimistische Bankräubergeschichte der ideale Film sei, um danach in den Ruhestand zu gehen. Nur wenige Wochen später entschuldigte sich Redford für seine Aussage. Er wolle sich lieber langsam zurückziehen und nicht mit einer definitiven Aussage zu viel Aufmerksamkeit in die falsche Richtung lenken. "Aber was denn nun, Herr Redford? Werden sie noch Filme drehen?" - "Ich werde dieses Mysterium am Leben erhalten", so Redford gegenüber Variety.

© DCM

Netflix setzt Daredevil ab

Seit 2015 sorgt der von Charlie Cox gespielte blinde Anwalt Matt Murdock in der Nacht als Daredevil für Recht und Ordnung. Nach drei Staffeln ist jetzt aber Schluss. Netflix wolle nach der tollen dritten Staffel auf dem Höhepunkt aufhören. Man sei dankbar für die Zusammenarbeit mit Marvel, den Showrunnern, den Autoren, der Crew und natürlich auch dem Cast. Schade um eine tolle Show. Ob Daredevil auf Disney+ zurückkehren wird, ist fraglich. Denn Disney+ soll familientauglich sein, was die Abenteuer des blinden Anwalts in ihrer Netflix-Form nun definitiv nicht sind.

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OutNow.CH