"Fast schon psychedelisch": Das "Valerian"-Interview mit Sam Spruell (General Okto Bar)

Im exklusiven Interview sprachen wir mit Spruell über die unglamouröse Arbeit im Studio, seine Beziehung zu den alten Besson-Filmen sowie über seine Lieblings-Sci-Fi-Filme.

Sam Spruell ist einer jener Schauspieler, die einem bekannt vorkommen, bei denen man jedoch Mühe hat, dem Gesicht einen Namen zuzuordnen. Der Engländer war in den vergangenen Jahren unter anderem als Bruder von Charlize Therons böser Königin in Snow White and the Huntsman zu sehen und machte in Ridley Scotts Trash-Thriller The Counselor in einer der besten Szenen des Filmes einen Motorradfahrer wortwörtlich einen Kopf kürzer.

In dem Sci-Fi-Blockbuster Valerian spielt er nun die Rolle des Generals Okto Bar, welcher in der Weltraum-Megametropole Alpha einer gefährlichen Bedrohung gegenübersteht. Wie gut, dass er sich in dieser Situation auf die beiden Agenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) verlassen kann.

Wir hatten die Gelegenheit mit Spruell über seine Arbeit bei dem teuersten europäischen Film aller Zeiten zu sprechen.

Kanntest du die "Valerian et Laureline"-Comics, bevor du für die Rolle vorsprachst?
Ich kannte die Comics zuvor nicht, nein. Als ich die Rolle jedoch hatte, bestellte ich sie mir online. Ich fand sie sehr interessant. Sie haben einen sehr Sixties, französischen, sozialistischen Stil an sich. Sehr alternativ und einfallsreich mit den verschiedenen Welten. Fast schon psychedelisch. Und meiner Meinung nach hat der Film dies sehr gut eingefangen.

© Pathé Films

Zudem war der Comic ja auch sehr einflussreich. Es gibt einige Parallelen zwischen "Valerian et Laureline" und den ersten drei Star-Wars-Filmen, wie zum Beispiel Leias Outfit, als sie von Jabba the Hutt gefangengehalten wird.
Ja, stimmt. Das ist schon recht witzig zu sehen.

Viel bei Valerian entstand ja erst in der Post-Produktion. Wie viele Tage verbrachtest du letzten Endes am Set?
So zwischen fünf bis sechs Wochen. Es war nicht leicht, da so vieles von dieser Welt erst später hinzugefügt wird. Es wird jeden Tag von dir sehr viel Vorstellungskraft verlangt. Das ist gar nicht so leicht, wenn du dir ein Licht aus einem Alien-Körper vorstellen musst (lacht).

Regisseur Luc Besson gab aber auch immer genügend Zeit, damit man sich mental darauf vorbereiten konnte. Wenn du das Gefühl hattest, dass deine Performance nicht gut genug war, konntest du es ihm immer sagen und dann machten wir die Szene einfach nochmals. Das war wirklich toll so zu arbeiten.

© Pathé Films

Kannst du uns einen normalen Tag am Valerian-Set beschreiben?
Du bist die ganze Zeit über in einem riesigen Studio, welches nicht sehr glamourös ist. Es ist dreckig und überall liegen Kaffeebecher herum (lacht). Dann gibt es natürlich die Orte, an denen gedreht wird. Dort wartest du meistens, sprichst ein bisschen mit Cara Delevingne und Dane DeHaan. Die Atmosphäre ist da sehr entspannt, jedoch ist es eher dunkel. Du bist im Studio regelrecht von der Aussenwelt abgeschottet, was du jedoch mit viel Gelächter wieder wettmachen kannst.

Du hast vor ein paar Jahren Taken 3 gedreht, welcher von Luc Besson produziert wurde. Was waren so die krassen Unterschiede zwischen dem Produzenten Besson und dem Regisseur Besson?
Bei Taken 3 bekam ich ihn kaum zu Gesicht. Er zog aus der Entfernung die Fäden. Als Valerian-Regisseur war er dann natürlich mehr am Set und Besson krempelt sich da richtig die Ärmel hoch. Er kontrolliert alles. Er schneidet und bedient oft auch die Kamera. Er hat eine Vision, die er unbedingt umsetzen möchte. Er ist die ganze Zeit vor Ort. Er ist voll in seinem Element.

Er macht diesen Job ja auch schon eine Weile, wobei er in den Neunzigern ein paar ganz tolle Filme drehte. Hast du eine spezielle Beziehung zu Filmen wie Nikita, Léon und The Fifth Element?
Definitiv, er hat da wirklich legendäre Filme gedreht. Besson hat in den Neunzigern einen frischen Wind in die Filmwelt gebracht. Eine regelrechte Explosion, was den Einfallsreichtum betrifft. Etwas, das sehr gut ist und die Leute auch bei Valerian sehen werden.

© Studio / Produzent

Was ist eigentlich dein Lieblings-Sci-Fi-Film?
Oh, mein Gott. Das ist verdammt schwierig, da einen zu nennen (lacht). Ich würde sagen Solaris, der alte - und Blade Runner. Der ist wie ein Gedicht. Visuell und ästhetisch so atemberaubend. Das war das erste Mal überhaupt, das mir sowas aufgefallen ist und deshalb ist er mir bis heute auch so geblieben.

Valerian and the City of Thousand Planets läuft ab sofort in den Schweizer Kinos.

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