Der härteste Wolverine aller Zeiten: Vorschau zu "Logan"

In "Logan" werden wir Hugh Jackman zum letzten Mal als Wolverine sehen. Es soll ein dramatisches Ende sein, das nicht mit Blut sparen wird. Wir konnten schon exklusives Material sehen.

Während Spider-Man schon von drei Schauspielern verkörpert wurde und Batman sogar von stolzen sechs, gibt es nur einen Wolverine. Der Australier Hugh Jackman hat in sieben X-Men-Filmen die Krallen ausgefahren - und in einem weiteren "Go fuck yourself" zum Besten gegeben -, und wird wohl für immer mit der Rolle des selbstheilenden Mutanten in Verbindung gebracht werden. Doch auch ein Jackman kann zu "alt für den Scheiss" werden, und so wird er die Adamantium-Klingen 2017 an den Nagel hängen. Bevor es aber soweit ist, sehen wir ihn in seinem letzten Abenteuer, welches den Namen Logan trägt und laut Verleiher ein Roadmovie im Western-Stil sein wird. Seit dem ersten Trailer sind wir Fans von dieser Ausrichtung des Filmes. Doch nicht nur dies wird anders sein, sondern auch die Altersfreigabe. Mehr zu diesem Thema und unseren Bericht zu exklusivem Filmmaterial, welches wir vorab sehen konnten, gibt es in dieser Vorschau.

© 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Kinder müssen draussen bleiben

Comics sind schon seit Jahrzehnten keine exklusive Kids-Ware mehr. Autoren wie Alan Moore und Frank Miller haben düstere und brutale Storys geschaffen, in denen die Protagonisten weit weg vom glänzenden Ideal eines (früheren) Superman waren. Mit Sin City, The Punisher und The Crow kamen auch einige der düsteren Helden auf die Kinoleinwand, doch richtig erfolgreich waren die wenigsten. Vor allem nach den riesigen Erfolgen des Marvel Cinematic Universe, deren Filme in den USA alle eine Freigabe "ab 13" erhielten, scheuten sich die Studios davor, viel Geld für Comicverfilmungen auszugeben, die sich an ein erwachsenes Publikum richteten. Doch mit Logan wollten Regisseur James Mangold und Star Hugh Jackman einen Film machen, welcher der brutalen Vorlage "Old Man Logan" gerecht wird und nahmen so Budget- und Gagenkürzungen in Kauf, um ihre Vision auf die Leinwand zu bringen. Fox willigte ein und so werden wir im März den härtesten Wolverine-Film aller Zeiten sehen. Dem gesehenen Material nach haben sich Mangold und Jackman mit der hohen Freigabe offenbar richtig ausgetobt. Der folgende Abschnitt erhält Spoiler zu zwei Szenen, die zu Beginn des Filmes vorkommen werden.

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Klein, aber... "Holy Shit"!

Der Film spielt in der nahen Zukunft. Held Logan ist abgekämpft und um seine Selbstheilungskräfte stand es auch schon besser. Er versteckt sich zusammen mit einem schwächelnden Professor X (Patrick Stewart) nahe der US-mexikanischen Grenze und möchte vom Rest der Welt in Ruhe gelassen werden. Dass man ihn nicht reizen sollte, muss gleich in der ersten gezeigten Szene eine Gruppe von Gangstern erfahren, die dabei sind, ein Auto zu stehlen, in dem Logan gerade am Schlafen ist. Als er erwacht, gibt es die erste brutale Actionszene zu sehen, die nicht mit Blut geizt und gleich klarmacht, dass dies ein Film für Erwachsene ist. Da werden Arme abgetrennt und Gesichter zerschnitten. Auch in der zweiten präsentierten Szene geht es brachial zu und her. Doch ist es dort nicht etwa Wolverine, der für die Action sorgt, sondern das mysteriöse Mädchen Laura (Dafne Keen), welches Zuflucht bei Logan und Professor X sucht. Als fiese Männer bei deren Versteck auftauchen und die Kleine mitnehmen wollen, fährt diese ihre Adamantium-Klingen aus und erledigt fast ein komplettes Spezialkommando im Alleingang. Wer ist die Kleine?

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Knallhart wie Sicario

Der Verleiher 20th Century Fox Schweiz tat zu Beginn der Präsentation gut daran zu erklären, dass Logan nicht ein einziges Actionspektakel werden wird. Diesen Schluss hätte man aufgrund des gezeigten Materials durchaus ziehen können. Doch der Film soll viele ruhige Momente und einiges an Drama beinhalten und eben mehr Western sein als einfach die nächste 08/15-Comicverfilmung. Was uns auffiel, war, dass die gezeigte Gewalt nicht als reiner Selbstzweck dient, sondern einem schnell klar macht, dass es hier ernst zu- und hergeht und dass beim Abspann womöglich nicht alle Helden noch heil sind. Dies bringt mehr Spannung mit sich, als wenn zwei Unkaputtbare aufeinander einprügeln. Beide Sequenzen sind zudem äusserst atmosphärisch umgesetzt und geben den rauen Grundton wunderbar wieder, den Mangold und Jackman hier beabsichtigten. Da die Filmmusik zum Zeitpunkt der Präsentation noch nicht fertig war, legten die Macher den Score von Sicario drüber, was äusserst effektiv und passend war. In dieser Welt würden auch Benicio del Toro und Josh Brolin aus dem Denis-Villeneuve-Film perfekt hineinpassen. Sollte es Mangold gelungen sein, die fast permanente Intensität und Bedrohung von Sicario in das Superheldengenre zu transferieren, dann wird Logan ein unerbittliches, beinhartes und unvergessliches Erlebnis.

Logan kommt am 2. März 2017 in die Kinos.

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