Von Katzen und Würsten: Yannicks Top 11 des Jahres 2016

Bald ist das Jahr 2016 Geschichte und damit auch viele sehenswerte Filme. Ein paar Auserwählte werden aber noch lange nicht in Vergessenheit geraten. Hier meine Top 11 des Jahres.

Nach über 300 gesichteten Filmen in diesem Jahr war es ein Leichtes ein paar Favoriten auszumachen. Sich dann aber für 11 Filme zu entscheiden, schien schwieriger als zuerst gedacht. Neben erstaunlich vielen durchschnittlichen Werken gab es nur wenige, die auch wirklich auf ganzer Ebene überzeugen konnten. Den Cut knapp verpasst, aber eine Erwähnung verdient, haben:

Lion
Paterson
American Honey
13th

Bevor wir uns nun auf das vielversprechende Filmjahr 2017 vorbereiten, gibt es von mir meine 11 Lieblingsfilme dieses Jahres.

11. The Invitation

© Studio / Produzent

Horrorfans kamen auch 2016 voll auf ihre Kosten. In Zeiten von Paranormal Activity und Blumhouse Productions steht Quantität zwar meist über Qualität, doch ein paar Highlights gab es dennoch. Die Kritikerlieblinge Don't Breathe und The Witch standen auch bei mir weit oben, der Schocker des Jahres war aber ohne Frage der ungemütliche Horrorthriller The Invitation von Jennifer's Body-Regisseurin Karyn Kusama. Je weniger man im Voraus über den Film weiss, desto mehr schlägt er ein. Ein kleines Biest, das dich noch lange verfolgen wird.

10. Eddie The Eagle

© Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Aussenseiter-Storys gibt es wie Sand am Meer. Dexter Fletcher (Sunshine on Leith) brachte mit Eddie the Eagle, einer auf wahren Begebenheiten beruhenden Feelgood-Sportkomödie über den britischen Skispringer Eddie Edwards, eine der herzerwärmendsten Geschichten des Jahres auf die Leinwand, die nicht nur für viele Lacher sorgt, sondern sogar die eine oder andere Freudenträne hervorlockt.

9. Keanu

© Studio / Produzent


Nach dem grossen Grumpy-Cat-Hype hat uns auch das Jahr 2016 einige Katzenhits beschert. Kevin Spacey als Katze (Nine Lives) blieb zwar mehr als zahnlos, und auch The Secret Life of Pets gehörte nicht zu den stärksten Animationsfilmen. Zum Glück war da noch Keanu von Regisseur Peter Atencio und Drehbuchautor Jordan Peele. Die Actionkomödie überzeugt mit einem sehr hohen Spassfaktor, dem wohl süssesten Titelgeber aller Zeiten und der musikalischen Untermalung vom kürzlich verstorbenen Wham!-Star George Michael. Ein Fest für die Lachmuskeln.

8. La La Land

© Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Er gilt als grosser Oscarfavorit und seine beiden Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling können sich zu Recht Chancen für die wichtigsten Filmpreise des Jahres ausrechnen. La La Land von Whiplash-Regisseur Damien Chazelle ist ein wunderbares Musical, verpackt als bewegende Liebesgeschichte, die auch gefällt, wenn man wie ich von Jazz nicht sehr angetan ist.

7. Sing Street

© Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

John Carney hat es bereits mit Once und Glen Hansard geschafft mich zu überzeugen, doch sein neuster Streich Sing Street setzt noch einen drauf. Die irische Coming-of-Age-Comedy hat tolle Jungdarsteller, grandiose Musik und die nötige Sympathie, um zu einem britischen Kultfilm zu avancieren. Songs wie 'Drive it Like you Stole it' bringen das Achtzigerjahrefeeling zurück in die Wohnstube.

6. Sausage Party

© Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Seth Rogens Kiffer-Humor ist definitiv Geschmackssache. Mir gefiel dieser unbeschwerte, politisch unkorrekte Witz der Rogen-Truppe aber schon seit Superbad oder Pineapple Express. Sausage Party ist der pervers-versaute Bruder von Toy Story und muss sich in keinster Weise hinter dem Pixar-Giganten verstecken. Wer es gerne etwas dreckiger hat, macht mit den animierten Würstchen und Brötchen alles richtig.

5. Sherpa

© Footprint Films


Meine Nummer 5 in diesem Jahr gehört der besten Doku, die ich dieses Jahr sehen durfte. Jennifer Peedoms 'kleiner' Bergsteiger-Thriller Sherpa hat alles, was ein spannender Spielfilm braucht - mit dem grossen Unterschied, dass es sich um eine Dokumentation handelt. Die Geschichte um protestierende Sherpas am Mount Everest ist pures Adrenalin und gibt den Zuschauern kaum Zeit zu verschnaufen. Ein Meisterwerk, das leider nicht die Anerkennung bekommt, die es verdient hätte.

4. Arrival

© Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Wer ist der vielversprechendste Regisseur dieser Zeit? Christopher Nolan? Gut möglich. Wenn man mich fragt, gehört Denis Villeneuve ebenfalls ganz oben auf diese Liste. Seit seinem Libanon-Thriller Incendies wirft der Kanadier eine Granate nach dem anderen raus, und auch sein letzter, das ruhige und fast schon dokumentarisch eingefangene Sci-Fi-Drama Arrival, gehört zum Besten, was es dieses Jahr zu sehen gab. In der Jahresbestenliste reicht es für Platz 4, das beste Filmende hat er aber auf sicher. Unbedingt ansehen!

3. Everybody Wants Some!!

© Pathé Films

Richard Linklater ist nicht erst seit seinem Mammut-Projekt Boyhood ein Garant für starke Filme. Der Texaner beherrscht die Kunst, seine oft alltäglichen Geschichten mit dermassen unterhaltsamen Dialogen zu verzaubern, dass man dem Treiben stundenlang unbeschwert zuschauen kann und möchte. Everybody Wants Some!! unterstreicht genau dieses Gefühl noch einmal deutlich. Der Achtzigerjahre-American Pie ist ein Film, der eigentlich immer weiter gehen könnte, und solche Filme sieht man leider immer seltener.

2. Hunt for the Wilderpeople


Zuletzt sass Taika Waititi für Thor: Ragnarök auf dem Regiestuhl und wird damit bald seinen ersten Blockbuster präsentieren. Bis anhin war der Neuseeländer vor allem bekannt für die Vampir-Komödie What We Do In The Shadows. Sein neuster Spielfilm Hunt for the Wilderpeople ist der Indie-Hit des Jahres, und dies völlig zu Recht. Das ungleiche Duo Sam Neill und Youngster Julian Dennison erobert die Herzen der Zuschauer mit einer Leichtigkeit, dass es eine wahre Freude ist, und der witzige, abenteuerliche Plot tut sein Übriges. Ein echtes Juwel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

1. Kubo and the Two Strings

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Es gab 2016 keinen besseren Film als Kubo and the Two Strings. Der Laika-Animationsfilm ist auch der einzige Film dieses Jahr, der von mir die maximale Sternenbewertung bekommen hat, was von der Erwartungshaltung nicht gesagt werden konnte, denn ein Laika-Fan war ich eigentlich noch nie. In Travis Knights neustem Stop-Motion-Streich steckt aber so unglaublich viel Liebe fürs Detail, dass er ununterbrochen verzaubert und visuell gar neue Welten eröffnet. Kubo lässt die Zuschauer in eine Welt voller Abenteuer, lustiger Figuren und abgefahrener Bilder abtauchen, die einem den Atem rauben. Einfach ein unbeschreiblich schönes Filmerlebnis von Filmfans für Filmfans.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. facebook
  4. Instagram
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
OutNow.CH