Von Star über Star bis Star: Marcos Top-11 von 2016

Auch wenn 2016 nicht unbedingt das Superkinojahr war, gab es auch in diesem Jahrgang wieder viele Highlights, die ich hiermit hervorgeben möchte. Warnung: Das Wort "Star" wird ein paar Mal vorkommen.

So schnell geht es und 2016 nähert sich dem Ende zu. Ein Jahr, welches kinomässig durchaus das Prädikat "enttäuschend" verdient hat. Viele Blockbuster stürzten ab und auch die Oscar-Kandidaten schienen weniger zahlreich als in anderen Jahren. Trotzdem gelang es auch dieses Jahr wieder, meine persönliche Top 11 zusammenzustellen.

11. Star Trek Beyond

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Die Erwartungen an das zweite Star-Trek-Sequel dieser neuen Inkarnation waren nicht gerade hoch. Vielleicht machte Star Trek Beyond gerade deshalb einfach Spass. In einem Jahr mit Blockbustern, die sich viel zu ernst nahmen, brachte Justin Lin den Funfaktor zurück in den Kinosommer und Sofia Boutella stahl als toughe Kriegerin Jaylah der gesamten Crew die Show.

10. Voyage of Time: Life's Journey

© Studio / Produzent

Terrence Malick ist nicht jedermanns Sache, doch wer sich gerne von seinen spektakulären Bildern und seinen philosophischen Abschweifungen einlullen lässt, ist hier genau richtig. Ich kann gar nicht anders, als mich mitreissen zu lassen von seinen Filmgemälden. In dieser hypnotischen Dokumentation befasst er sich mit der Entstehung der Erde und bietet alles, was das Malick-Fanherz begehrt. Eine mitreissende Collage, die es auf der grösstmöglichen Leinwand zu sehen gilt.

9. Arrival

© Sony Pictures Releasing International. All Rights Reserved.

Bereits letztes Jahr war der kanadische Regisseur Denis Villeneuve auf meiner Topliste vertreten. Arrival ist zwar nicht das Meisterwerk, das Sicario war, aber der beste Science-Fiction-Film seit Ex Machina. Amy Adams begeistert in der Hauptrolle und die visuellen Effekte erstaunen und verzaubern. Das emotionale Ende lässt kein Auge trocken und regt, wie es gute Sci-Fi tun sollten, zum Nachdenken an. Ein Plädoyer für Frieden, Kommunikation und Menschlichkeit und damit ein wichtiger Film für unsere Zeit.

8. The Conjuring 2

© Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

2016 war ein starkes Jahr für das Horrorgenre, und obwohl mich die Innovation von The Witch beeindruckte, war es James Wans Sequel zu seinem Grosserfolg, welches mich durch seine Machart am meisten beeindruckte. Wan weiss einfach, wie er das Publikum effektiv in seinen Bann ziehen kann, und seine präzis getimten Jumpscares gehen durch Mark und Bein. Doch der Film funktioniert auch auf der menschlichen Ebene und Madison Wolfe ist definitiv eine Entdeckung, die es zu beobachten gilt.

7. The Bad Batch

© Studio / Produzent

Das Debut der US-Iranerin Ana Lily Amirpour, der schwarz-weisse Vampirfilm A Girl Walks Home Alone at Night, wurde von der Presse zwar hochgejubelt, gehörte für mich jedoch in die Kategorie des Pseudokunstfilms der anstrengenden Art. Obwohl ihr postapokalyptischer Zweitling immer noch einige gekünstelte Elemente beinhaltet, traut sie sich hier, das B-Movie-Feeling in den Vordergrund zu stellen. Die Geschichte um Ausgestossene, Kannibalen und Sektenführer spielt gekonnt mit den Versatzstücken des Genrekinos und mischt Kunst und Trash perfekt.

6. American Honey

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Starke Frauenrollen scheinen sich beinahe ausnahmslos durch meine Liste zu ziehen, und auch in American Honey steht eine solche im Mittelpunkt. Sarah Lane gibt im Roadmovie der Britin Andrea Arnold (Fish Tank) ihr starkes Debut als Protagonistin Star. Die beinahe dreistündige filmische Odyssee durch die USA ist voller "Americana", einem natürlichen Schauspielensemble und einem tollen Hip-Hop-Soundtrack. Ein Film, der in seiner Thematik zwar tieftraurig, aber dann auch wieder hoffnungsvoll und lebensbejahend ist und ebenso bewegt, wie er unterhält.

5. Toni Erdmann

© filmcoopi

Eine deutsche Komödie? Fast drei Stunden lang? Diese Tatsachen sollten eigentlich Grund genug sein, einen grossen Bogen um Maren Ades Film zu machen. Ui, hätte ich da etwas verpasst! Die Zeit verging wie im Flug und der absurde Humor ist genau nach meinem Geschmack. Die Geschichte an sich mag zwar nicht die interessanteste zu sein, doch die Situationen, in welche die Figuren über ihren Verlauf geraten, sind urkomisch und überraschend. Der Film ist, wie Toni Erdmann selbst, einfach ein wenig "anders" und dies im besten Sinne.

4. The Nice Guys

© Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Shane Black kann eigentlich fast nichts falsch machen. Seit der Jugend begleiten mich die flotten Sprüche, die er meinen Helden wie Bruce Willis (The Last Boy Scout), Mel Gibson (Lethal Weapon) oder Arnold Schwarzenegger (Last Action Hero) in den Mund legte. Auch in The Nice Guys gibt es ein schlagfertiges Drehbuch mit Neo-Noir-Einflüssen und einer Prise Action. Gosling und Crowe sind ein tolles Team und das Pornomilieu der Siebziger passt perfekt zu ihren Eskapaden. Schade, dass einer der besten Mainstreamfilme des Jahres den Mainstream an den Kinokassen nicht gefunden hat.

3. Kubo and the Two Strings

© Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.


Dieser mit Stop-Motion-Technik unglaublich liebevoll inszenierte, magische Film hat einen Platz auf dem Podest verdient. Die Geschichte um den mutigen Jungen Kubo und seine Abenteuer im Alten Japan bietet neben Action und riesigem Ideenreichtum vor allem sehr viel Herz und ist für einen auch auf Kinder ausgerichteten Film erstaunlich erwachsen. Zumindest werden hier nicht nur Kinderaugen zu Tränen gerührt sein, und deshalb hoffe ich schwer, dass der Film trotz kurzer Spielzeit in den hiesigen Kinos noch sein Publikum finden wird und sich als Trickfilmklassiker etablieren wird, denn dies ist er für mich bereits schon.

2. La La Land

© Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.


Es wird ja bereits überall spekuliert, dass Damien Chazelles Liebesbrief an Hollywoodmusicals, Jazz und die Stadt der Engel den "Best Picture"-Oscar bereits auf sicher hat. Damit könnte ich sehr gut leben, denn auch mich hat La La Land schlicht verzaubert. Taschentücher sind Pflicht und dies auch nur deshalb, weil der Film einfach so wunderschön ist. Wie Ricky Fitts damals gesagt hat "I need to remember... Sometimes there's so much beauty in the world, I feel like I can't take it, and my heart is just going to cave in". La La Land ist der Film zu diesem Zitat.

1. Rogue One: A Star Wars Story

© Lucasfilm


Diese Listen werden bei mir so ziemlich immer diesem Muster entsprechen. "Star Wars" ist die Nummer eins. Fans haben zwar gezittert, als von Reshoots die Rede war und so ziemlich viel Unruhe in der Produktion spürbar war. Doch die Sorgen waren umsonst und die Geschichte um die mutigen Rebellen, welche auf der Jagd nach den Todessternplänen sind, ist sogar noch besser gelungen als die letztjährige Episode 7. Optisch ist es für mich der interessanteste Film der gesamten Sternensaga. Obwohl wir relativ wenig Zeit haben, um unser Team kennenzulernen, schliessen wir als Star-Wars-Fans die neuen Figuren rasch in unsere Herzen, und gerade die Grautöne innerhalb der Rebellion machen das Universum noch einen Tick interessanter. Es ist offensichtlich, dass wir in einer spannenden Ära sind, in welcher Star-Wars-Filme von Fans inszeniert werden, was hier noch deutlicher wird als in The Force Awakens. Und als wäre dies nicht alles Grund genug, bietet Rogue One auch noch die spektakulärste Raumschlacht seit Return of the Jedi.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Quelle
OutNow.CH