Ein Film gemacht für die Trump-Präsidentschaft: Paul Verhoeven spricht über den neuen "Starship Troopers"-Film

Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass Sony eine Neuverfilmung von "Starship Troopers" plant. Paul Verhoeven, Regisseur des Filmes von 1997, zeigt sich weniger erfreut darüber.

Die Drehbuchautoren des neuen Starship-Troopers-Filmes erklärten, dass sie sich bei ihrer Umsetzung näher an die Vorlage von Robert A. Heinlein halten wollen. Jene Vorlage also, die Regisseur Paul Verhoeven bei seiner Umsetzung aus dem Jahre 1997 als problematisch ansah. Für ihn beinhaltete das Buch zu viele militaristische und faschistische Sichtweisen, und so machte er eine Satire draus. Er überspitzte vieles und machte so den teuersten Kunstfilm aller Zeiten. Wie er damit beim Studio durchkam, erzählte er nun einem Interview.

"Wir kamen mit unserer subversiven und politisch unkorrekten Version nur durch, weil Sony alle drei, vier Monate den Chef wechselte. Niemand sah sich das gedrehte Material an und intervenierte, weil die verantwortlichen Personen gar keine Zeit dazu hatten, sondern nach drei, vier Monate eh wieder gefeuert wurden."

Paul Verhoeven äusserste sich auch über den neuen Film: "Wir versuchten so weit wie möglich vom Buch wegzukommen, weil wir die Vorlage als faschistisch und militaristisch ansahen. Wenn man jetzt zum Buch zurückgeht, dann passen die dortigen Sichtweisen sehr gut zu einer Trump-Präsidentschaft. Mit unserem Starship Troopers wollten wir eine doppelte Story erzählen. Eine wunderbare Abenteuergeschichte über diese kämpfenden Buben und Mädchen, aber auch eine darüber, wie diese Leute ohne es zu wissen auf ihrem besten Weg zum Faschismus sind."

Die Drehbuchautoren des neuen Filmes äussersten sich übrigens folgendermassen zum Thema: "Der eine sieht es vielleicht als Faschismus an, ein anderer jedoch als Patriotismus." Wann der neue Starship-Troopers-Film in die Kinos kommen wird, ist noch nicht bekannt. Paul Verhoevens neuster Film, der böse und witzige Thriller Elle, kommt am 2. Februar 2017 in die Kinos.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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