Fortsetzung folgt: 11 Serientipps für den Herbst 2016

Wie jeden Herbst sind auch dieses Jahr wieder unzählige neue Serien gestartet, die es auszutesten gilt. Wir haben uns bei den neu gestarteten Serien umgesehen - hier sind unsere Favoriten.

Oscarpreisträger in Serie: Anthony Hopkins in "Westworld" © Warner / HBO

Es ist Herbst, die Zeit, in der sich das Laub schön verfärbt, das Wetter immer mieser wird und die Freizeit immer weniger - weil es ja unzählige Serien gibt, die man schauen muss. Zum Glück sind die Zeiten vorbei, als man noch monate- oder sogar jahrelang auf deutsche Erstausstrahlungen oder DVD-Releases warten musste. Durch Streamingangebote wie z. B. Netflix ist es längst möglich, aktuelle US-Serien ohne grässliche Synchro bereits kurz nach der Premiere zu schauen. So konnten wir diesen Sommer etwa auch hierzulande zeitgleich mit dem Rest der Welt mit den Nerds aus Stranger Things mitfiebern oder im frühen Herbst Luke Cage als Hüter von Harlem anfeuern. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual - was soll man denn nun schauen, was kann man vergessen?

Wir haben uns deshalb etwas umgesehen und haben einige Trends erkannt: Horror und Remakes sind die Themen der Stunde. Folgende elf Serien haben unsere Aufmerksamkeit geweckt.

11. MacGyver


Der Mann mit dem Schweizer Taschenmesser ist zurück: MacGyver darf in der neu startenden Serie für Recht und Gerechtigkeit sorgen. Er ist jung, sexy, dynamisch und ein Mädchenschwarm; dargestellt wird er natürlich nicht mehr von Richard Dean Anderson, sondern von Lucas Till ("Havoc" aus den X-Men-Prequels). Die CBS-Produktion setzt dabei auf ein junges Publikum, denn neben der harmlosen Action stehen obligates Sprücheklopfen und ein makellos aussehender Cast im Zentrum. Um die Zuschauer nicht zu überfordern, werden "Macs" knifflige DIY-Tricks durch schriftlich eingeblendete Anleitungen begleitet. Warten wir ab, ob der heitere Spass beim Auftauchen des Erzrivalen Murdoc etwas tiefgründiger wird ...

10. Speechless


Böse Zungen könnten behaupten, dass die Comedy-Serie Speechless ein Besetzungsgimmick einsetzt, um ins Gespräch zu kommen. Immerhin ist es eine der ersten Serien, in der eine behinderte Hauptrolle auch tatsächlich von einem behinderten Schauspieler verkörpert wurde: Micah Fowler leidet wie seine Rolle JJ Dimeo an Zerebralparese - der junge Mann sitzt also im Rollstuhl und ist auf einen Begleiter angewiesen, der ihm als Kommunikationshilfe seine Stimme leiht. Klingt nach eher ernster Kost - ist es aber nicht: Ein bisschen erinnert das Ganze an eine bravere Version von Malcolm in the Middle, denn auch hier geht es um eine ausgeflippte Familie, die in einer Schrottbude haust und sich auf witzige Weise mit verschiedensten Problemchen herumschlagen muss. Minnie Driver spielt übrigens die abgedrehte Mutter, die ihrem Sohn die bestmöglichen Chancen erkämpfen will und die Familie deshalb in eine Stadt voller politisch überkorrekter Einwohner schleppt.

9. Pitch


Spätestens seit Friday Night Lights wissen wir, dass Serien um Sportarten verdammt gut sein können. Ob Pitch auch in diese Kategorie gehört, wird sich zeigen; die Voraussetzungen sehen aber schon einmal gut aus. Die Protagonistin Ginny Baker schafft es als erste Frau überhaupt, in einem Spiel der Baseball Major Leagues spielen zu dürfen. Medien, Fans und Mitspieler erwarten viel von der jungen Pitcherin, die dem grossen Druck zuerst überhaupt nicht gewachsen ist. Angesiedelt zwischen Sportdrama, Aufsteigerstory und einem Schuss Girlpower, verspricht die Serie spannende, witzige und vor allem emotionale Momente - und bietet schon am Ende der ersten Folge einen überraschenden Twist.

8. Frequency


Wir erinnern uns: Jim Caviezel kommunizierte einst mit der Vergangenheit, indem er durch ein Funkgerät Kontakt mit seinem verstorbenen Vater Dennis Quaid aufnahm und versuchte, dessen Leben zu retten. The CW macht aus dem Sohn eine Tochter (Peyton List) und aus dem Vater einen gutaussehenden Draufgänger-Cop und mischt daraus einen spannenden Thriller mit Brooklyn als Kulisse. Das Zeitreise-Paradoxon als klassischer Gegner macht Frequency zu einem spannenden Serienabenteuer, bei dem man nie genau weiss, was als nächstes passieren wird.

7. Crazyhead


Buffy hat schon vor vielen Jahren die TV-Landschaft verlassen, und wir trauern immer noch. Die britische Serie Crazyhead erinnert wohl nicht zufällig an die Fantasy-Kultserie, und dies nicht nur, weil die eine Hälfte des Heldinnenduos blond ist. Bowlinghallen-Angestellte Amy hat jahrelang starke Psychopharmaka genommen, weil sie sich Dinge eingebildet hat. Als sie als "geheilt" gilt und das Medikament abgesetzt wird, sieht sie aber bald Menschen mit seltsam entstellten Gesichtern. Von Raquel, welche sie ebenfalls sehen kann, erfährt sie, dass diese Menschen von Dämonen besessen sind, was nur besondere Menschen, sogenannte Seher, erkennen können. Weil die Dämonen nun Wind von den beiden jungen Frauen bekommen haben und sie beseitigen wollen, beschliesst das neue Team, selbst Jagd auf die übernatürlichen Gegner zu machen, was einige Slapstickeinlagen, unverschämte Sprüche und Twists mit sich bringt. Ganz so gut wie der Superhelden-Kracher Misfits von Autor/Produzent Howard Overman ist das zwar nicht - das kann aber vielleicht noch werden.

6. Eyewitness


Auch bei Eyewitness handelt es sich um ein Remake, welches die Krimi-Ereignisse der norwegischen Miniserie Øyevitne in ein US-Kaff versetzt. Zwei Teenager - der Aussenseiter Philip und der beliebte Sportler Lukas - machen gerade in einer Hütte an einem See miteinander rum, als eine Gruppe Drogendealer aufkreuzt. Bei der darauffolgenden Schiesserei gibt es drei Tote. Als einzige Augenzeugen könnten die beiden Jungs der Polizei verraten, dass eine vierte Person entkommen ist - dumm nur, dass Lucas nicht zu seiner Homosexualität stehen will und sich deshalb weigert, eine Aussage zu machen. Trotz einiger Klischees (wie z. B. plumpe FBI-Vertuschungsversuche) verheissen die 10 Folgen der Miniserie Spannung, Cliffhanger und interessante Charakterentwicklungen.

5. No Tomorrow


Wer's gern etwas leichter hat, sollte es vielleicht mal mit dieser Comedy-Serie versuchen. Darin trifft die hübsche, aber riskioscheue Evie Covington den gutaussehenden, locker in den Tag hineinlebenden Xavier Holliday. Weil der felsenfest davon überzeugt ist, dass in genau acht Monaten ein Asteroid die Erde treffen und alles Leben auslöschen wird, interessiert er sich nicht die Bohne für Job oder Verantwortungen; stattdessen hat er sich eine umfangreiche Liste von Dingen vorgenommen, die er noch erleben möchte. Das Abarbeiten dieser Liste führt zu spektakulären Aktionen, die Evie abwechselnd begeistern und entsetzen. Dank dem tollen Darstellerpaar, frechen Einfällen und aberwitzigen Wendungen gehört dies definitiv zu den besseren TV-Vertretern in Sachen Comedy und Romanze der letzten Jahre.

4. Westworld


Eine weitere Serie, der ein Film vorhergegangenen ist: In den Adaptionen - der Film stammt aus dem Jahre 1973 - des Romans von Michael Crichton können Menschen einen Vergnügungspark besuchen und dort ohne Konsequenzen mit den Bewohnern einer Westernstadt tun und lassen, was sie möchten. Denn diese sind alles lebensechte Roboter, die nach ihrem "Tod" in die Werkstatt kommen und danach ohne Erinnerungen wieder in den Park gesetzt werden. Doch wie lange spielen die Roboter da noch mit? Da das Ziel (Aufstand der Maschinen) ziemlich klar ist, werden ständig neue Mysterien aufgegleist, welche den Weg dorthin spannend halten sollen. Leider funktioniert dies nicht immer. Das Setdesign, die Schauspieler (Anthony Hopkins, Ed Harris) und verschiedene Denkastösse machen die Serie aber trotzdem sehenswert.

3. Designated Survivor


Jahrelang rettete Kiefer Sutherland als Jack Bauer sein Land vor Terroristen, wobei diesem Menschenrechte herzlich egal waren. Nun kehrt er - mit einigen Falten mehr im Gesicht - in einer neuen Politdramaserie auf die Mattscheibe zurück. Diese handelt ebenfalls von Terrorismus, stellt aber so ziemlich die Antithese zu 24 dar. Sutherland spielt einen gutmütigen, aber wenig einflussreichen Politiker, der nach einem Terroranschlag unverhofft zum US-Präsidenten ernannt wird. Der "Designated Survivor" im Titel bezeichnet eine (offenbar tatsächlich existierende) Sicherheitsmassnahme, derzufolge bei einer Zusammenkunft des US-Kongresses jeweils ein Kongressmitglied an einem sicheren Ort "verwahrt" wird. Ihr könnt dreimal raten, was passiert, als Sutherlands Figur zum "Designated Survivor" erkoren wird... Wenn der unerfahrene Mann zwischen Terrorangst und politischen Intrigen das Land regieren muss, kommt zwar immer mal wieder Pathos auf, glücklicherweise wird dies aber spannend und fernab jeglicher Hauruck-Vergeltungsschläge inszeniert.

2. HIM


Die britische ITV-Miniserie HIM umfasst zwar nur drei Folgen, bietet durch einen langsamen, intensiven Aufbau jedoch Grusel, Spannung und interessant gezeichnete Figuren. Und nein, der Titel bezieht sich nicht auf den Teufel (aka His Infernal Majesty); vielmehrt deutet der Titel an, dass der bis zum Schluss namenlos bleibende Teenager eine Art Jedermann ist. Schliesslich hat er es mit so universellen Themen wie Erwachsenwerden, Scheidung und Selbstfindung zu tun - einfach mit der zusätzlichen Herausforderung, dass er von seinem Grossvater telekinetische Kräfte geerbt hat, die ihn bei grosser Wut übermannen. Newcomer Fionn Whitehead, den wir in Chris Nolans Dunkirk wiedersehen werden, verkörpert die "männliche Version von Carrie" mit einer beeindruckenden Intensität, die auch ohne viele Worte auskommt.

1. The Exorcist


Ein Reboot, welches unter die Haut geht: William Blattys Roman diente bereits als Vorlage für einen der besten Horrorfilme aller Zeiten. Und nun hat FOX das Thema der dämonischen Besessenheit als Serie aufgegriffen. Neben bekannten Gesichtern wie Geena Davis und Alan Ruck brillieren Ben Daniels und Newcomerin Hannah Kasulka in der überraschend düsteren und twistreichen Serie. The Exorcist muss sich definitiv nicht vor dem Original verstecken.

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OutNow.CH

Kommentare Total: 2

th

@sma yep! beste neue serie des jahres!

dafür ist das macgiver absolut unbrauchbar:

nooooope! I'm out!

sma

Dirk Gently's Holistic Detective Agency!

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