"Unsere Zeit ist jetzt": Das Interview mit den Schauspielern Marc Benjamin, Peri Baumeister und David Schütter

Marc, Peri und David spielen drei Jungregisseure, die einen Film über Cro drehen sollen. Wir sprachen mit den Dreien über ihren Cro-Wissensstand vor dem Projekt sowie über das perfekte Kino-Date.

David Schütter, Peri Baumeister, Marc Benjamin (v.l.)

Nicht Rapper Cro und seine Erlebnisse stehen in Unsere Zeit ist jetzt im Mittelpunkt, sondern die jungen Regisseure Ludwig, Vanessa und Dawid. Sie sollen einen Film über den Rapper drehen, wobei alle einen eigenen Ansatz wählen. Ludwig dreht einen Animationsfilm, Vanessa eine Doku und Dawid denkt sich aus, wie das Leben von Cro in 30 Jahren aussehen könnte. Gespielt werden die drei vom Basler Marc Benjamin, von Peri Baumeister und David Schütter. Alle drei hatten wir gleichzeitig vorm OutNow-Micro und das ist dabei herausgekommen.

Wie viel habt ihr vor den Dreharbeiten über Cro gewusst?
Peri Baumeister: Ich habe ihn gar nicht gekannt.
Marc Benjamin: Ich kannte vor allem ein Lied: "Easy". Hauptsächlich wegen dem Musikvideo, das um die Welt ging. Das kannte irgendwie jeder, ausser Peri.
Peri: Ja gut, ich bin eh nicht Up-to-date. Ich habe erst letzte Woche gelernt, was ein Hashtag ist. Ich bin da also überhaupt kein Massstab. Erst als ich mit Cro auf Tour ging, habe ich da den Zugang gefunden.
David Schütter: Ich bin ein grosser Rap-Fan und rappe auch selbst seit ich 13 bin. Von dem her habe ich ihn sehr früh "kennengelernt". Cro war in letzter Zeit ja fast unumgänglich.

© 2016 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Peri, in einer Szene scheinst du zusammen mit Cro vor einer riesigen Menschenmasse zu singen. Hat das wirklich so stattgefunden?
Peri Baumeister: Ja, das war echt. Cro hat diesen Song namens "Du" und da holt er jeweils immer jemanden aus dem Publikum auf die Bühne. Bei diesem Open-Air-Konzert wurde ich dann "ausgewählt". Die Leute am Konzert haben so gar nicht gemerkt, dass wir einen Film drehen. Belastend war nur, dass wir die Szene nur einmal drehen konnten und nicht mehrere Versuche hatten. Aber alles ging gut.

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In einer der ersten Szenen des Filmes wird in einer Vorlesung über das deutsche Kino geredet. Was denkt ihr, wohin wird das deutsche Kino in Zukunft gehen?
Marc Benjamin: Im Zusammenhang mit Unsere Zeit ist jetzt ist dies eine sehr gute Frage. Unser Film repräsentiert fettes Kino. Das deutsche Komödien-Genre ist ja so ein bisschen festgefahren. Wir setzen zwar auch auf ein paar typische Elemente, aber während des Filmes beschreiten wir mutige und riskante Umwege und machen Exkursionen in "Wie es auch noch möglich wäre". Wir erzählen Geschichten und zeigen Bilder, die man zuvor noch nicht so kannte. Das trifft auch darauf zu, wie der Film zusammengefügt ist zu. Der ganze Film ist wie ein Puzzle. Meine Hoffnung ist, dass dieser Film Türen für andere öffnet.
Peri Baumeister: Auch die Art und Weise, wie wir an diesem Projekt gearbeitet haben, war anders. Wir haben vor allem als Gruppe zusammengearbeitet und es gab nicht die Oberhand in Form eines Regisseurs oder eines Drehbuchautors. Wir sassen alle zusammen und haben alles teilweise noch umgeschrieben. Jeden zweiten, dritten Tag taten wir das. Ich habe es noch nie erlebt, dass man sich so einbringen konnte. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass alle Involvierten auf der gleichen Augenhöhe die Stoffe entwickeln könnten.

Marc Benjamin hat ja seinen besten Kumpel, den Schweizer Fussballnationalspieler Timm Klose, in dem Film untergebracht. Gab's noch mehr solche Geschichten?
Peri Baumeister: Ich habe meine Oma mitgebracht. Sie hat Til Schweiger mit Popcorn beworfen. (lacht) Wir hatten eine Szene am Ende des Filmes, wo wir uns alle mit Popcorn bewerfen mussten. Und meine Oma hat die ganze Zeit auf Til gezielt.

© 2016 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Im Film gehen die Figuren von David und Peri auf ein Kino-Date und schauen sich On the Waterfront mit Marlon Brando an. Welchen Film würde ihr mit einem Date schauen gehen? Wenn ihr wollt, könnt ihr auch mehrere Filme nennen.
Marc Benjamin: Mehrere Filme? Da wird ein ewig langes Date. (lacht) "Willkommen bei unserem Date, ich möchte dir nun zehn Filme zeigen. Hier sind 50 Kisten Popcorn." (lacht)
David Schütter: Ich würde ihr die alten Star Wars-Filme zeigen und schauen, ob sie die Ewoks mag.
Marc Benjamin: Zehn Staffeln Friends (lacht). Oh nein, Das Schweigen der Lämmer. Wenn sie danach noch ein zweites Date haben will, dann ist schonmal gut.
Peri: Forrest Gump.
David: Ja!
Marc Benjamin: Lass' uns heute Abend Forrest Gump schauen!
Peri: Oder Bodyguard. Oder Jenseits von Afrika. Dort ist mir egal, wie kitschig das ist. (lacht)

Unsere Zeit ist jetzt läuft ab sofort in den Schweizer Kinos.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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