Kubo und die fünf Jahre bis zum perfekten Stop-Motion-Film

Stolze fünf Jahre dauerte es, bis der junge Samurai auf die Leinwand kam. In unserem Hintergrundbericht beleuchten wir, was für ein riesiger Aufwand das alles gewesen ist.

© Universal Pictures International Switzerland

Nach ParaNorman und The Boxtrolls ist Kubo and the Two Strings nun das neuste Stop-Motion-Meisterwerk von Laika. Beeindruckende 5 Jahre dauerte es vom Beginn des Projekts bis der kleine Samurai auf die Leinwand kam. Die Macher haben es einmal mehr geschafft, sich selbst zu übertreffen und eine komplett neue Geschichte zu erzählen.

Kubo ist ein junger Samurai, der mit seiner Shamizen (einem Saiteninstrument ähnlich einer Gitarre oder einem Banjo) und Origamipapier Geschichten lebendig werden lässt, mit denen er die Bewohner des kleinen japanischen Fischerdörfchens immer wieder verzaubert. Er kümmert sich zu Hause liebevoll um seine Mutter, die nach einem Bootsunfall Momente von Klarheit und Verwirrung durchlebt. In guten Zeiten unterrichtet sie Kubo und erzählt ihm die Geschichten von ihren Vorfahren. Sein Leben ist soweit recht beschaulich, aber schon bald muss sich Kubo auf ein Abenteuer einlassen, um das ganze Dorf zu retten und um auch selber mit seiner Vergangenheit abschliessen zu können. Doch das ist nur der Anfang!

Die Macher haben sich vor allem von der Edo-Zeit Japans inspirieren lassen und von der Kunst des klassischen Farbholzschnitts. So ist zum Beispiel der Prolog eine Hommage an Katsushika Hokusais "Die grosse Welle vor Kanagawa".

Man sieht Wälder, weite Landschaften, eisige Tundra, Unterwasserszenen und staunt. Die liebevollen Sets mit visuell beeindruckenden Effekten wurden tatsächlich nur wenig mit CGI erweitert. So bei Kubos Zuhause, um den Klippen Tiefe zu geben, oder wenn bei einem Japanischen Schloss ein Stockwerk hinzugefügt wird. Primär ist viel Handarbeit gefragt und ein Animator bei Laika produziert im Schnitt 3.31 Filmsekunden pro Woche! Weiter bewundernswert ist auch die fast unglaubliche Anzahl von 23'187 mit dem 3D-Drucker erstellten Gesichter von Kubo und den anderen Figuren, die es den Animatoren zusammen mit 11'007 Mund- und 4429 Augenbrauen erlauben, über 48 Millionen verschiedene Gesichtsausdrücke zu visualisieren!

Für die Stimme von Kubo hat Laika Art Parkinson (Rickon Stark in Game of Thrones) und für Monkey Charlize Theron engagiert. Diese witzelte, endlich habe sie einmal in einem Film mitgespielt, den sich ihre Kinder sofort ansehen können, nicht erst wenn sie 55 seien. Auch der weitere Cast ist beeindruckend.

Kubo wird sicher den Kindern gefallen, aber mit den humorvollen Figuren und seiner berührenden Geschichte auch die Älteren ansprechen, Fans von Stop-Motion sowieso. Die dafür typischen, eher gemächlicheren Szenen wechseln sich ab mit Action und Martial-Art-Kämpfen, immer untermalt von der Filmmusik mit japanischen Einflüssen.

Übrigens: Für einen kurzen Blick hinter die Kulissen lohnt es sich, den Abspann des Filmes anzusehen.

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