Schweiz schickt grossartigen Animationsfilm ins Oscar-Rennen

"Ma vie de courgette" eroberte während des Cannes-Filmfestivals die Herzen der Kinobesucher und mauserte sich dort zu DEM Geheimtipp. Nun darf der Stop-Motion-Film von Claude Barras ins Oscar-Rennen.

Holt nach Xavier Kollers Reise der Hoffnung endlich mal wieder ein Schweizer Film den Oscar für den besten fremdsprachigen Film? Seit 25 Jahren fragen sich dies die Schweizer Filmfans schon. Dieses Jahr dürfen sie sich mal wieder etwas mehr Hoffnung machen. Denn mit Ma vie de courgette wurde ein Film eingereicht, der schon international für Furore sorgte - was wirklich nicht für alle zuvor eingereichten Filme gesagt werden kann.

Der Stop-Motion-Film von Claude Barras erzählt die Geschichte eines 10-Jährigen, der alleine bei seiner Mutter, einer Alkoholikerin, wohnt. Als diese eines Tages stirbt, wird er in ein kleines Kinderheim gebracht. Zuerst gefällt dem Jungen seine neue Umgebung gar nicht. Doch alles ändert sich, als die aufgeweckte Camille ins Heim kommt.

Der Film feierte seine Premiere in der Cannes-Nebensektion "Quinzaine des réalisateurs" und wurde bei seiner Aufführung mit mehrminütigem Standing-Ovations bedacht. Wir nannten den Film damals "witzig wie auch traurig, sowohl kurzweilig wie auch tief berührend". Einen Preis konnte der Film in Cannes leider nicht holen, jedoch räumte er am Internationalen Animationsfestival von Annecy den Publikumspreis wie auch den Hauptpreis ab.

Der nächste Stop für Ma vie de courgette ist beim Animationsfilmfestival Fantoche in Baden. Dort wird der Film Anfang September zu sehen sein. Ob er danach auch noch einen Halt bei den Oscars machen wird, werden die nächsten Monate zeigen. Einen Deutschschweizer Kinostart gibt es noch keinen.

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