"Ted 2": Das Interview mit Mark Wahlberg

Mark Wahlberg spricht wieder mit dem Bären - und erstmals mit OutNow.CH. In "Ted 2" nimmt der Sequel-scheue Bostoner eine seiner bereits gespielten Rollen wieder auf. Der Film MUSS also toll sein!

Es ist kein Geheimnis, dass die HBO-Serie Entourage zumindest in Teilen dem wahren Leben von Mark Wahlberg und seinen Kumpels nachempfunden wurde. Es war deshalb besonders interessant, im Berliner Ritz-Carlton einen jungen Mann im Baseball-Cap sitzen zu sehen, der zu Wahlbergs Vertrauten gehörte und der fiktiven Figur "Turtle" mehr als nur ähnelte. Er sass beim OutNow.CH-Interview mit dabei und "passte auf". Wahlberg selber war leicht von Jetlag gekennzeichnet und sprach neben seiner Zusammenarbeit mit Ted-Regisseur Seth MacFarlane auch über seine Familie.

OutNow.CH: Wie hast du reagiert, als Seth MacFarlane dir vorschlug, eine Geschichte mit einem sprechenden Teddy zu erzählen?
Mark Wahlberg: Es klang lächerlich und absurd. Seth und ich haben denselben Agenten. Es klang ein bisschen nach "eine Hand wäscht die andere". Der Agent brachte mich ins Spiel, um einem seiner anderen Kunden einen Gefallen zu machen. Ich wollte das Drehbuch zuerst gar nicht lesen. Aber nach etwa dreissig Seiten im Drehbuch vergisst man, dass es sich um einen Teddy handelt. Es ist schlicht eine grossartige Buddy-Komödie. Man fragt sich dann aber, ob es wirklich ein Teddybär sein müsse. Kann man nicht einen knuffigen Typen wie Will Ferrell oder so nehmen? Erst danach traf ich Seth, und wir verstanden uns sofort. Als ich dann erste Testaufnahmen mit dem Bären sah, war ich überzeugt.

Und nun machst du dein allererstes Sequel, wo du auch in Teil eins mitgespielt hast.
Seth sagte mir, es werde besser als beim ersten Mal, der Film würde für sich alleine stehen können und die Geschichte vorangetragen.

Die Witze im Film sind ziemlich krass. Ziehst du da für dich irgendwo eine Grenze?
Bei der Religion. Aber das meiste, das wirklich absurd ist oder den Rahmen sprengt, kommt vom Bären. Wenn sich also jemand pikiert fühlt, leite ich gern an den Herrn MacFarlane und seine Autoren weiter.

Hast du selber einen inneren Ted?
Ich versuche, meinen jugendlichen Übermut so gut wie möglich beizubehalten, in dem ich mit Freunden abhänge und wir die Sau rauslassen. Ich habe aber im Gegensatz zu Ted einen Filter. Ich kann auch mal die Klappe halten.

Du filterst also, was du sagst. Gibt es aber Dinge, die du nicht filterst?
Hinter geschlossenen Türen und unter Freunden kann es schon derber werden, aber immer mit mit einer Prise Humor.

Veranstaltet ihr noch viele dieser Jungsabende?
Immer weniger. Ausser wir sind auf Tour. Zum Beispiel gerade in Paris, als ich mit den Typen, mit denen ich zusammenarbeite, Essen gehen konnte. Normalerweise gehe ich frühmorgens golfen mit den Jungs. Noch bevor die Kinder wach sind. Danach bringe ich dann jeweils Pancakes zum Frühstück mit.

Das klingt vernüftiger als in Bars rumhängen.
Ja. Ich golfe wenn immer möglich zwischen 6 und 8 Uhr morgens.

Wie spielt man am Set mit einem CGI-Bären?
Seth sitzt im Nebenzimmer und spricht. Die Bewegungen des Bären sind vorgegeben, und die übt man ein während der Proben. Wenn Ted nur da sitzt, ist es ein Stab mit zwei Punkten für die Augen, damit man Augenkontakt herstellen kann.

Dürfen deine Kinder den Film sehen?
Die sehen zwar den Teddy auf dem Poster, und denken so, es wäre ok, sich den Film anzuschauen, aber da gibt's ein klares Nein von mir. Die sind momentan 9 und 11. Und da hat auch meine Frau ein Vetorecht.

Wenn sie aber mal alt genug sein werden, bekommen sie dann ein falsches Bild vom Papa?
Nein, sie wissen ja, wie ich bin im täglichen Leben. Dad ist dann einfach cool und crazy "im Film".

Und wenn die Kids anfangen würden zu kiffen?
Es ist ja nur ein Film und ich rauche nicht wirklich Gras. Und so richtig darüber nachdenken möchte ich jetzt gar nicht.

Hattest du als Kind einen Teddy?
Ich hatte ein Stoffäffchen. Ich nannte es Monkey. Bald wurde auch ich innerhalb der Familie "Monkey" genannt. Bis ich mich dagegen wehrte. Das war eine der ersten ernsten Diskussionen mit meinem Vater, als ich offenbarte, dass ich nicht mehr Monkey genannt werden wollte, sondern "Mike". Danach hat mich mein Vater dann bis zu seinem Tode Mike genannt. Unter anderem auch einer der Gründe, warum ich meinen Sohn Michael nannte.

Dein Vater hat dich auch in die Welt der Filme eingeführt?
Der erste Film, den er mir gezeigt hat, war Hard Times mit Charles Bronson und James Coburn. Ich habe auch ein paar Poster in meinem Haus hängen von Filmen, die mir mein Vater gezeigt hat.

Weitere Beispiele?
The French Connection. Les quatre cents coups. Casablanca. Sunset Boulevard. Papillon. The Great Escape. Chinatown. Bullit. White Heat.

Das sind nicht unbedingt "Kinderfilme". Wie alt wars du da?
Acht, neun Jahre.

Haben du und dein Vater über die Filme gesprochen?
Ja. Mein Vater hat sich später auch sehr gefreut, als ich nach einer einigermassen erfolgreicher Musik-Karriere ins Schauspielfach gewechselt bin.

Versuchst du, deinen Kids die Filme, welche dir dein Vater gezeigt hat, auch näherzubringen?
Noch nicht. Die sehen zwar die Poster und zeigen Interesse. Aber ich warte noch ein bisschen, bis sie älter werden. Mein jüngster möchte aber gerade alles sehen, was nicht altersgerecht ist. Letztens begannen wir mit Captains of the Clouds mit James Cagney. Das fand er aber schnell langweilig. Die wollen heute Aktuelleres sehen.

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