"Pitch Perfect 2": Das Interview mit Rebel Wilson

Sie stahl schon in "Bridesmaids" einigen die Show als Kristen Wiigs dümmliche Zimmergenossin. So richtig eingeschlagen hat sie als Fat Amy im "Pitch-Perfect"-Chörli. Rebel Wilson ist dick im Geschäft.

© Universal Pictures Switzerland

Die Rolle der vollkrassen Vollschlanken in Pitch Perfect bedeutete den weltweiten Durchbruch für die australische Komikerin. Mit beleibtem Körpereinsatz und losem Mundwerk hat sie sich in die Herzen der Zuschauerinnen gedrückt. Zitate wie "Horizontal Running Team" und "Don't put me down for Cardio!" endeten auf Fan-Shirts. Ende des Jahres wird sie sogar mit einer eigenen Kleider-Linie für Übergrössen rauskommen. Wenn's das Filmstudio erlaubt, wird eins der T-Shirts "Crushed it!" vorne drauf stehen haben, erzählte die 29-Jährige OutNow.CH beim Interview in Berlin.

OutNow.CH: Hat dich die Resonanz der Pitch-Perfect-Fans überrascht?
Rebel Wilson: Die sind krass. Es gibt Shirts mit Fat-Amy-Sprüchen. Als ich das Drehbuch las, dachte ich, das sei ein Film, den ich persönlich gerne sehen würde. Es war ein 14-Mio-Dollar-Projekt, von dem niemand vermutete, dass es ein Erfolg rund um den Globus werden würde. Ein richtiger Sleeper Hit.

Wieviel ist bei den Dialogen von Fat Amy Improvisation?
Die Dialoge der Autorin Kay Cannon sind sowieso schon witzig. Ich und Adam DeVine bekommen als bekannte Improvisateure aber viel Freiraum. Was die anderen im Film sagen, ist hingegen buchstabengetreu.

Wie würdest du deinen Humor beschreiben?
Trocken. Aber auch dreist und frech. Ich sagte gewisse Dinge, die nicht im Film endeten, weil sie zu unanständig waren.

Zum Beispiel?
Als zu Beginn des Films Empörung herrscht über "Muffgate", sagte ich, es sei doch alles nicht so schlimm: "It's not that my vagina queefed the N-word." (Googlet es selber! Anm. d. Red.) Das war dann des Guten zuviel.

Wo ziehst du Grenzen bei Humor?
Ich habe noch nie über Vergewaltigung oder ganz schwere Krankheiten gescherzt. Es kommt auf den Witz draufan. Nicht alles ist lustig.

Ist dir Fat Amy ähnlich?
Fat Amy ist frech und selbstbewusst. Ich hatte beim Dreh eine Liste mit Schlüsselbegriffen dabei, die ich manchmal hervorkramte. Einer davon war "cocksure" [selbstbewusst auf Grund eines grossen Gemächts. Anm. d. Red.]. Denn man muss schon aufpassen, dass man eine Rolle spielt und nicht einfach sich selber.

Bist du im richtigen Leben rebellisch?
Ich verstosse nicht wirklich gegen Gesetze. Ausser vielleicht beim Parken. Und ich schleiche gerne in Filme. Ich habe im College in einem Kino als Platzansweiserin gearbeitet, und weiss deshalb, wie Kinos organisiert sind. Ich habe Hintergrundinfos.

Du warst auf einer katholischen Mädchenschule und hast dort auch im Chor gesungen.
Die Truppe in Pitch Perfect ist viel cooler als mein High-School-Chor. Wir trugen lange Röcke und brave Blusen. Und wir tanzten nicht, sondern sangen seriöse Kirchenlieder. Wenn's aber gut soundet, ist es egal, welche Lieder man singt.

Was hast in der Mädchenschule fürs Leben gelernt?
Viel. Meine Schule war sehr auf Girlpower aus. Deshalb mag ich auch Filme wie "Pitch Perfect". In einer Institution nur für Mädchen wird man weniger gehemmt. Nichts ist "für Damen nicht statthaft". Mädchen werden angespornt - und müssen nicht ständig dem anderen Geschlecht gefallen.

Wie sehr bist du noch mit Australien verbunden?
Nicht allzusehr. Die Unterhaltungsbranche in den USA ist viel grösser. In Australien werden nicht so viele Film gedreht - geschweige denn Komödien. Es gibt viel düstere Film über Vergewaltigung und Inzest und die Probleme der Ureinwohner. Die sind brillant, aber nicht meine Nische. [Sie lacht.]

Gibt es eine Erklärung, warum sehr viele, sehr erfolgreiche Darsteller aus Down Under kommen?
Wir arbeiten hart. Wir haben kulturell mit den Amis viel gemeinsam. Wir können uns als Amerikaner ausgeben - auch wenn wir leicht anders sind. Das Verhältnis Top-Stars im Vergleich zur Bevölkerung ist überdurchschnittlich. Es gab da mal eine Studie, die besagte, dass Australier leichter einem Raum zu füllen vermögen, wegen der enormen Weite des Kontinents. Anders eine Person aus New York oder Tokyo, wo es schlicht enger ist. Unsere Präsenz ist einfach grösser.

Kennt man sich gegenseitig?
Man trifft sich. Ich war mit Russell Crowe im Flugzeug. Ich hatte mit Geoffrey Rush und Nicole Kidman zu tun. Es fühlt sich halt an, als gäbe es nur 300 Schauspieler, die Jobs kriegen.

Fühlst du dich als einer davon?
Ja, sehr. Ich habe auf australischen Bühnen und im TV angefangen. Ich kenne deshalb viele schon sehr lange.

Ist es eine gute Zeit für Frauen in Hollywood?
Ja. Bei den Komödien im Speziellen. Es gibt viel mehr Skripts mit weiblichen Ensembles. Bridesmaids hat die Welle der R-Rated-Komödien losgetreten. Auch wenn Pitch Perfect 2 nun PG ist, gehört er auch zu den Filmen, bei denen Frauen ihren Mann stehen und nicht nur Anhängsel der Hauptfigur sind.

Warum werden im Film den jungen Frauen dann nur Karriereoptionen wie Striptease, die Armee oder eine Hochzeit gegeben, wenn sie am Lagerfeuer über die Zukunft reden?
Da wurde einiges geschnitten im Film. Da gab's auch Sachen wie Marine-Ingenieur. Warum da nur eine beschränkte Auswahl in die finale Fassung kam, weiss ich nicht. Aber in den weiteren Filmen wird da noch einiges auf uns zukommen.

Was wäre dein Lieblingsfilmprojekt, wenn du wählen könntest?
Ich wäre gerne in einem Hong-Kong-Action-Film mit viel Wire-Action. Ich habe etwas Kampfsport trainiert und bin ein grosser Fan von Jackie Chan. Er bringt Komik und Körperlichkeit in seine Stunts. Ich bin klar nicht die erste Wahl für diese Art von Filmen, aber wenn mir die Möglichkeit gegeben würde, könnte ich das interessant gestalten.

Da trifft es sich ja gut, dass du in Kung Fu Panda 3 sprechen wirst.
Ja, da gibt es Kampfkunst, aber ich kämpfe nicht persönlich. Die Stunts in Pitch Perfect 2 habe ich übrigens selber gemacht. Ich hatte ein Training mit jemanden von Cirque de Soleil. Auf der Blu-ray wird es eine Doku darüber geben.

Trainierst du viel?
Ich bin physisch recht fit. Ich habe einen Personal Trainer in Los Angeles. Aber vor allem, um gesund zu bleiben. Es geht mir nicht darum, ein gewisses Gewicht zu erreichen. Aber eine Rolle wie bei "Pitch Perfect" braucht Ausdauer.

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