Das Cannes-Tagebuch von OutNow.CH - Tag 1: Das beste Festival wo gibts

Seit gestern defilieren an der Croisette wieder die Stars und all diejenigen, die es werden wollen, über den roten Teppich. Und wir OutNower sind ebenfalls wieder mit von der Partie.

Unser Znacht am ersten Abend.

Wo findet nun schon wieder das schönste und grossartigste Filmfestival der Welt statt? Richtig, in Toronto! Äh, Moment, Toronto? Oh sorry. Kleiner Verschreiber. Falsches Fenster. Haha. Wir meinen natürlich Cannes. Nicht Toronto. Cannes. Auch wenn man da einmal mehr einem undurchsichtigen Kastensystem ausgesetzt ist und sich auf lange Wartezeiten einstellen muss; auch wenn man da keine Gratis-Gipfeli zum Zmorgen kriegt; auch wenn man da keine Chance hat, den ersten Wettbewerbsbeitrag Umimachi Diary zu kucken, der in einem Mini-Saal läuft, während das zweite Screening des Eröffnungsfilmes La tête haute zeitgleich in der riesigen Salle Debussy angesetzt wird, wo sich nur einige verlorene Seelen einfinden, die den Film am Morgen noch nicht gesehen haben. Ja, und auch wenn die Security-Kontrollen (vermutlich wegen Charlie Hébdo) strenger geworden sind, ohne dass aber das Security-Personal aufgestockt worden ist, was somit längere Schlangen beim Eingangscheck zur Folge hat.

Aber wie gesagt: Dennoch ist Cannes natürlich toll! Weil... äh... weil eben. Weil Cannes! Ihr versteht. Wir sind da, wo der Bär steppt (wie beispielsweise auch gestern in Matteo Garrones bizarrem Wettbewerbsbeitrag Il racconto dei racconti). Da, wo Jünglinge piekfein herausgeputzt im Smoking nach "Invitations" für die Gala-Premieren betteln. Da wo alle irgendwie so tun, als wären sie furchtbar wichtige Top-Shots im Filmbusiness. Und mal ehrlich: Wo sonst kann man unmittelbar hintereinander einen spektakulären Actionkracher wie Mad Max: Fury Road und den neuen Film der Hardcore-Arthäuslerin Naomi Kawase schauen? Wo in der Welt wäre sowas schon möglich? Naja. Ok. In Toronto vermutlich schon. Egal. Cannes bleibt eben Cannes, und da kann uns nichts und niemand die gute Laune verderben! Zumindest nicht schon am ersten Tag.

Simon Eberhard [ebe]

Aufgewachsen mit Indy, Bond und Bud Spencer, hatte Simon seine cineastische Erleuchtung als Teenager mit «Spiel mir das Lied vom Tod». Heute tingelt er durch Festivals und mag Krawallfilme genauso wie Artsy-Farts. Nur wenn jemand einen Film als «radikal» bezeichnet, rollt er genervt mit den Augen.

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