Das OutNow.CH-Bestatter-Recap: "Asche zu Asche"

Grande Finale! In der letzten Folge der dritten Staffel muss Mike Müller alias Luc Conrad auf der Flucht vor der Polizei seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Wir waren auch diesmal wieder mit dabei.

Ihm geht's an den Kragen. © SRF/Sava Hlavacek

WARNUNG: DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER!

Wir erinnern uns: In Folge 5 geriet Mike Müller alias Luc Conrad in Verdacht, irgendetwas mit den dunklen Machenschaften des Schurken Lauener zu tun zu haben. Im Staffelfinale ist der Bestatter nun aber wieder ganz der Alte. Auf seinen Appetit hat die Flucht zumindest nicht geschlagen - zwei Bratwürste und ein halbes Poulet mit Pommes Frites sprechen eine deutliche Sprache. By the way: Wer isst denn Bratwurst mit Cocktailsauce? Offensichtlich nur jemand, der seinen Körper ohnehin schon als "Sondermüll" bezeichnet. Es ist nicht das einzige Mal, dass auf Mike Müllers Körperfülle angespielt wird. Der ahnungslose Dörig, der ihn im Sarg aus dem Leichenwagen hievt, bezeichnet ihn wenig schmeichelhaft als "toten Elefanten".

Auf jeden Fall zeigt sich, dass nicht der Elefant, sondern dessen vermeintlich gutmütiger Kumpel Heinz Plattner derjenige ist, der den Namen des Bestatters dermassen in Verruf und in Verbindung mit kriminellen Machenschaften gebracht hat. Bitte? Heinz Wer? Ja genau, Heinz Plattner. Es spricht für sich, dass ich diesen Charakter in den bisherigen Recaps bisher noch nie einer Erwähnung für notwendig befunden habe: Der Typ wurde dermassen unauffällig in die bisherigen Folgen reingeschmuggelt, dass man ihn als Zuschauer irgendwie nicht so richtig mitgeschnitten hat. Eigentlich hätte man nur schon deswegen einen Verdacht schöpfen sollen.

Lang lebt der feine Herr Plattner allerdings nicht. Dafür sorgt sein Chef Lauener, der am Ende wiederum durch einen gezielten Schuss von Kommissarin Giovanoli einen Abgang macht - die wundersamerweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, obwohl sie eigentlich ihr sterbendes Mami verabschieden sollte. Ah ja, und der verbissene Pathologen-Detektiv Semmelweiss ist auch noch irgendwie am Tatort rumgetorkelt.

Dieser kommt schliesslich endlich hinter das Geheimnis der Nummer, die die ganze Zeit in seinem Kopf herumgespukt hat. Letztendlich ging es in Laueners dreckigem Business nämlich um Diamantenschmuggel. Die künstlichen Hüftgelenke der "gestohlenen" Leichen transportierten das kostbare Gut von Afrika nach Europa. Interessanter Lerneffekt für die Zuschauer: Wenn's heiss genug ist, können Diamanten durchaus verbrennen, wie Pedro Lambert beweist, als er vor Laueners entsetzten Augen die Diamanten ins Feuer wirft.

Tja, und Pedro Lambert alias Carlos Leal stirbt in dieser Folge mit dem rekordverdächtig doofen Satz "Du bist das Eichhörnchen" den Heldentod - oder etwa doch nicht? Ein kleines Hintertürchen bleibt offen. Möglich, dass wir den Lausanner Ermittler auch in der vierten Staffel wieder begrüssen dürfen. Diese wird mit einem Cliffhanger eingeleitet. Diesmal geht es um Barbara Terpoorten alias Anna-Maria Giovanoli. Nachdem sie sich mit ihrem Mami kurz vor deren Tod hat versöhnen können, verschwindet sie plötzlich spurlos. Wo sie sich befindet, erfährt der Zuschauer in der letzten Szene: in einem Kellerverlies, wo sie von ihrem Bruder (ist es wirklich der Bruder?) Mario festgehalten wird. Weshalb, darüber dürfen die Bestatter-Fans nun ein Jahr lang rätseln. Wir tun es ihnen gleich. Alla prossima!

Fazit

Trotz schwungvoller Velofahrt durch Aarau, Showdown auf dem Friedhof und Cliffhanger: So richtig vollauf befriedigend ist es nicht, dieses Staffelfinale, dafür ist es ein wenig zu schwerfällig inszeniert - etwa so schwerfällig, wie Mike Müller im Sarg in seine eigene Bestatterei transportiert wird. Schade zudem, dass mit Carlos Leal und Mathias Gnädinger zwei Charakterköpfe mutmasslich ihren Abgang aus der Serie gemacht haben.

Immerhin: Für die Aarauer Imbissbude war es wiedermal gute Werbung. Am Ende der Folge kriegte ich ordentlich Lust auf eine knackige Bratwurst. Aber bitte ohne Cocktailsauce!

Simon Eberhard [ebe]

Aufgewachsen mit Indy, Bond und Bud Spencer, hatte Simon seine cineastische Erleuchtung als Teenager mit «Spiel mir das Lied vom Tod». Heute tingelt er durch Festivals und mag Krawallfilme genauso wie Artsy-Farts. Nur wenn jemand einen Film als «radikal» bezeichnet, rollt er genervt mit den Augen.

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