Das OutNow.CH-Bestatter-Recap: "Letzte Runde"

Die zweite Folge der dritten Staffel spielt im Altersheim - unter rüstigen Senioren, die keiner Fliege was zuleide tun könnten. Oder etwa doch? OutNow.CH sass auch heute wieder vor der Kiste.

"Jaaaaaa Mami..." © SRF/Sava Hlavacek

WARNUNG: DIESER TEXT ENTHÄLT SPOILER!

Tatort in dieser zweiten Folge ist eine Baustelle. Die Rolle des Opfers übernimmt ein Pfleger in einem Altersheim, Verzeihung, in einem AltersZENTRUM. So sagt man dem heute, wie wir von Polizist Dörig erfahren. Und der Pfleger war anscheinend ganz ein schlechter Mensch. Nicht nur, dass er seine betagten Klienten misshandelt hat, nein, offenbar zockte er auch noch seinen Chef richtiggehend ab. Wobei 100'000 Franken Spielschulden für den Leiter eines kleinen Altersheims schon ziemlich deftig sind. Ist das jetzt ein Zufall, dass der böse Pfleger Herr Bülow auch noch Deutscher war? Und gibt es tatsächlich Deutsche, die gut jassen können?

Wie auch immer, auf jeden Fall gibt's Motive wie Sand am Meer, den rüden Pfleger um die Ecke zu bringen. Und natürlich ist am Schluss derjenige der Mörder, der am Anfang so nett und sympathisch gewirkt hat - in diesem Fall der rüstige Italo-Rentner "Don Giovanni", gespielt von Vinzenzo Biagi, der von seiner Geliebten - einem Opfer des Pflegers - dazu angestiftet wurde. Dumm nur, dass diese Geliebte aufgrund der Aufregung gleich an einem Herzkriesi gestorben ist.

Aber sorry. Jetzt habe ich vorgegriffen. Konstruiert ist er ja schon, dieser Crime-Plot. Dafür bietet das Altersheim-Setting den Machern beste Gelegenheit, einige verlässliche Schweizer Mimen in den fortgeschrittenen Jahren aufzubieten. Neben dem bereits erwähnten Vincenzo Biagi sind dies beispielsweise die gewohnt souveräne Sybille Brunner (Rosie, Liebe und Zufall) als Mami von Dörig, der herrlich knorrige Michael Gempart (Nachtlärm) und - in einem kurzen Gastauftritt - Monica Gubser (Die Herbstzeitlosen). Gesichter, die man als regelmässiger Schweizer Kinogänger kennt und schätzt, auch wenn man deren Namen vielleicht gerade nicht präsent hat.

Die "Alten" sind es denn auch, die den Karren in dieser Folge aus dem Dreck ziehen. Mike Müller seinerseits darf sich im Liebeskummer suhlen, weil seine Freundin Anna-Maria Schluss gemacht hat. Es ist aber schon ein wenig seltsam, dass jetzt plötzlich wieder Knatsch da ist zwischen den beiden - davon haben wir irgendwie nicht viel mitgekriegt. Dafür wird eine neue geheimnisvolle Seifenblase losgelassen: Offenbar hat Barbara Terpoorten alias Anna-Maria Giovanoli ein Mommy-Issue. Und wer biddeschön ist Mario?

Bleibt da noch der Grundplot der Staffel: Mathias Gnädinger als Bösewicht Louis Lauener hat leider nur zwei kurze Auftritte - dabei wird man langsam neugierig, wer die schöne junge Frau an seiner Seite ist. Der immer noch traumatisierte Semmelweiss gerät derweil auf eine heisse Spur, als er das Gebiss einer Leiche wiedererkennt. Es scheint so, als ginge es im Lauener-Business um mehr als nur Organhandel. Und damit bleibt auch das Spannungs-Level auf einem soliden Niveau. Mehr werden wir sicherlich nächste Woche erfahren. Ob dann wohl wieder Hilfe aus Lausanne eintrifft?

Fazit

Der konstruierten Mord-Story zum Trotz gefällt diese Episode vor allem dank den älteren Semestern in den Rollen der Altersheim-Bewohner. Mike Müller mit Liebeskummer ist irgendwie auch herzig. Der begossene Pudel steht ihm gar nicht so übel.

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Kommentare Total: 1

rm

Hui, das SRF aber gaaanz gewagt in der Primetime. "Stinkefinger" (nur hinter Milchglass zwar) und dann noch "Souschwaab" und "rammliger Tschingge-Bock" - alles in einer Sendung. Hoffen wir, die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus hat nicht zugeschaut!

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