Panik wegen "The Interview" - Update: Sony sagt Kinostart ab!

Eigentlich hätten Seth Rogen und James Franco diese Woche die Premiere zu ihrem neusten Film feiern wollen. Doch aus Angst vor einem Terroranschlag wurde die feierliche Veranstaltung abgesagt.

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Update, 18.12.2014, 8:50:

Sony wird The Interview nicht in die Kinos bringen. Die grössten Kinoketten der USA und Kanada haben beschlossen, den Film nicht zu zeigen, was Sony eigentlich keine andere Wahl liess. Das Studio soll momentan sogar einen DVD- und VOD-Release komplett ausschliessen. Was mit dem Schweizer Kinostart vom 5. Februar passieren wird, ist noch nicht bekannt. Sony Schweiz sagte uns, dass ein Entscheid zu einem "international Release" (aka Nicht-US) noch nicht gefällt sei.

Derweil berichtet CNN, dass die Hackergruppe "Guardians of Peace" im Auftrag von Nordkorea handle und die amerikanische Regierung sich nun eingeschaltet habe.

In Hollywood ist man natürlich ab diesen Meldungen zutiefst erschüttert. Schauspieler Steve Carell schreibt auf Twitter "Sad day for creative expression", während Regisseur Judd Apatow sich Sorgen um zukünftige, potentiell kontroverse Projekte macht. Er fragt sich, ob jetzt jeder Film, der eine anonyme Drohung provoziert, nicht veröffentlicht wird. Galgenhumor beweist hingegen Dokumentarfilmer Michael Moore: "Dear Sony Hackers: now that u run Hollywood, I'd also like less romantic comedies, fewer Michael Bay movies and no more Transformers."

Ebenfalls mit einem Lächeln kann man die Entscheidung eines texanischen Kinos aufnehmen. Das Alamo Drafthouse Cinema in Dallas wird statt The Interview die Satire Team America: World Police zeigen, in dem eine Gruppe von Superagenten gegen Kim Jong Il vorgehen. Die Ankündigung auf Twitter endete mit den Worten: "America, fuck yeah!"

Ursprüngliche Meldung vom 17.12.2014

In der Komödie von Evan Goldberg und Seth Rogen geht es um zwei US-amerikanische Showmaster, die von der CIA den Auftrag bekommen, Kim Jong-Un während eines Interviews zu liquidieren. Eine Prämisse, die man in Nordkorea so gar nicht mag und in dem Film sogar einen Akt des Terrorismus sieht. Dass der grosse Sony-Hack ein Racheakt der dortigen Regierung ist, wird aber vehement abgestritten. Verantwortlich zeichnet sich eine Gruppierung, die sich "Guardians of Peace" nennt und die drohen nun im Falle eines Kinoreleases von The Interview mit Konsequenzen, welche Erinnerungen an den 11. September 2001 zurückbringen sollen.

Laut Deadline.com nimmt Homeland Security die Drohung nicht so ernst, da es keine glaubwürdige Quelle für die Terrordrohung gibt. Ernst nimmt man das Ganze jedoch im Hause Sony. So wurde die Weltpremiere abgesagt, die Stars Seth Rogen und James Franco werden in dieser Woche keine Interviews geben und Kinoketten sei es freigestellt, ob sie den Film am 25. Dezember zeigen wollen oder nicht. Die Carmike-Cinema-Gruppe hat sich nun gegen einen Release in ihren Lichtspielhäusern entschieden. Laut heutigem Stand soll The Interview am 5. Februar 2015 in die Schweizer Kinos kommen.

"Guardians of Peace", welche tonnenweise Daten bei Sony geklaut haben, gaben übrigens noch bekannt, dass das Netz in Kürze ein Weihnachtsgeschenk bekommen werde. Insider vermuten, dass es sich dabei um einen noch nicht veröffentlichten, aber fertigen Film handeln könnte. Als wäre der Schaden für Sony nicht schon gross genug...

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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deadline.com
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Kommentare Total: 2

Stoney Blues

Über Geschmack lässt sich immer streiten und ja, das Thema des Filmes ist sehr provozierend. Aber es ist doch schon traurig, dass man nun nicht einmal mehr Filme machen kann, ohne dass gleich Terrordrohungen gemacht würden. Ich meine: was wäre denn damals aus Hot Shots 1+2 geworden?

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