Gamescom 2014: Evolve - Preview

An jeglichen Gameshows wurde "Evolve" mit Lob und Auszeichnungen nur so überschüttet. Auf der Gamescom durften wir uns selbst ein Bild vom asymmetrischen Multiplayer-Spiel machen.

Evolve, welches erst vor kurzem auf Februar 2015 verschoben wurde, läutet den neuen Trend des asymmetrischen Multiplayers ein. Ein Spieler kämpft als mächtiges Monster gegen vier ebenfalls von Spielern gesteuerte Jäger. Das Ganze scheint eigentlich wie ein langer, übergrosser Bosskampf. Allerdings macht Evolve einiges, was dem Konzept etwas Würze verleiht.

In unseren drei Spielrunden haben wir alles ein bisschen ausprobiert. Zwei Mal als Hunter und einmal als Monster durften wir ins Gefecht ziehen. Auf der Jägerseite versuchten wir uns erst als Val, eine der beiden Medics. Sie kann zum einen ihre Kollegen mittels eines Heilstrahls wieder auf Vordermann bringen, zum anderen hat sie ein kleines Haustier namens Daisy. Daisy ist aber keine Ente, sondern ein grosser Hund, der wie als fünftes Teammitglied funktioniert. Ausserdem kann sie die Spur des Monsters aufnehmen, wenn sich dieses versteckt. Vals Scharfschützengewehr durchdringt nicht nur die Rüstung des Monsters, sondern kreiert auch Schwachpunkte auf dessen Körper. Wird das Feuer auf diese Stellen reduziert, steigen die Chancen eines Gewinns rasant in die Höhe. Trotz eines soliden Teams wurden wir aber von Goliath, dem Nahkampfmonster, in den Boden gestampft.

Als zweiter Hunter haben wir den Trapper gewählt, die wohl wichtigste Figur im ganzen Spiel. Diese Klasse verfügt über diverse Techniken, um das Monster in Zaun und im Blickfeld zu halten. So kann er bei Sichtkontakt eine Kuppel aufstellen, unter welcher das Monster und die Hunter gefangen sind, um den Kampf auf eine Stelle zu fokussieren. Diese Kuppel verschwindet nach einer gewissen Zeit oder aber dann, wenn der Trapper fällt. Um des Monsters Position noch mehr auf einen Punkt zu fixieren, kann unsere Klasse drei Fallen aufstellen, die das Monster an Ort und Stelle festhalten, sollte es reinlaufen. Die Runde als Trapper war mitunter am spannendsten. Dies lag einerseits an der interessanten Klasse und andererseits an den sehr ausgeglichenen Teams, wobei das Monster dreimal mit minimaler Gesundheit fliehen konnte. Am Ende hat das Jägerteam den Goliath aber in die Knie gezwungen.

In der dritten und letzten Position haben wir die Seiten gewechselt und das Monster ausprobiert. Da die anderen Runden jeweils mit dem Goliath stattfanden, entschieden wir uns zur Abwechslung für den Kraken, das schwebende Monster mit den Stärken im Fernkampf. Bereits als Jäger hatten wir Spass, das Monster setzt aber noch einen drauf. Während man die ersten paar Minuten damit verbringt, sich zu verstecken, Tiere zu verspeisen und stärker zu werden, ist alles danach pure Machtdemonstration. Die Distanz dank der Schwebefähigkeit des Kraken und eine Art Luftschlag in Kombination endeten für die Jäger tödlich. Als Monster hat man noch eine andere Möglichkeit zu gewinnen, als einfach alle Hunter auszuschalten. Auf der Karte befindet sich ein Portal. Wird dieses vom Monster zerstört, gewinnt es. Dieses Portal kann allerdings auch von den Jägern dazu genutzt werden, um das Monster anzulocken, da es zwangsläufig dorthin muss, um zu gewinnen. Ebenfalls interessant für das Monster ist die Spawnzeit der Jäger. Wer als solcher stirbt, ist noch nicht raus. Nach Landung der Jäger wird ein Zeitfenster von zwei Minuten initiiert, bis das Luftschiff wieder angeflogen kommt und die gefallenen Hunter dreissig Sekunden später wieder abwirft. So kann die Spawnzeit nur etwas mehr als dreissig Sekunden dauern oder sich aber eben auf knapp zweieinhalb Minuten ausdehnen, was für das Team verheerend ist. Das System funktioniert gut, denn ein komplettes Aus wäre langweilig und eine zu kurze Spawnzeit liesse dem Monster keine Chance mehr.

Wir haben in den 45 Minuten, die wir mit Evolve verbracht haben, unglaublich viel Spass gehabt, und das trotz anfänglicher Skepsis. Diese bleibt allerdings noch etwas bestehen, denn der Langzeitspielspass dieses Spiels scheint nicht garantiert. Dennoch hat Evolve seine Aufmerksamkeit durchaus verdient. Wer das Spiel vor Release am 10. Februar 2015 anspielen möchte, kann dies in der Open Beta auf der Xbox One ab dem 29. Januar tun. Playstation-4- und PC-Spieler müssen sich bis zum Release gedulden.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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Kommentare Total: 3

db

Left 4 Dead ist für mich der typische Free 2 Play Shooter. Simples game-prinzip, stark wiederholend, schlechte hitboxen (bleibst an jeder zweiten Kante hängen). Man konnte seine Waffen nicht hochleveln / kontrollieren, weshalb das ganze schnell frustig wurde wenn man wieder mal mit einer Uzi rumrennen musste. Und letztendlich war da noch diese ganze stagger-scheisse von den normalen Zombies, welche dich selbst Meter entfernt noch mitten im rennen stoppen konnten. War unterhaltsam unter freunden, doch letztendlich wirkte das ganze hingerotzt und nur halbfertig. Mechwarrior Online ist ja genau so. Evolve wirkt jedenfalls auf den ersten Blick wieder wie ein fertig produzierter Shooter und nicht so was halbgares.

nna

Ich mochte Left 4 Dead eigentlich, allerdings hatte ich stets etwas mit der Steuerung zu kämpfen. War bei Evolve nicht der Fall, steuerte sich richtig gut :-).

db

Solange das Teil nicht so popelig ist wie Left 4 Dead, könnte das noch Fun sein...

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