Gamescom 2014: Nintendo - Preview

Die Wii U hat eine lange Durststrecke hinter sich, mittlerweile hat die Konsole aber einige interessante Titel in der Pipeline. Einige davon haben wir uns an der Gamescom angeschaut.

Nach vielen hochkarätigen Titeln wie dem Wind-Waker-Remake, Super Mario 3D World oder zuletzt Mario Kart 8 geht's bei der Wii U in den nächsten Monaten weiter bunt und knuffig zu und her. Während einer Stunde durften wir bei Nintendo einige ihrer kommenden Highlights ausprobieren.

Gleich zu Beginn wurden wir kreativ und haben den Mario Maker ausprobiert. Zum ersten Mal gibt Nintendo ihre geliebte Serie frei für die gestalterischen Fantasien in der Mario-Welt. Zwar sind die Levels, die wir erstellen konnten, relativ kurz, aber dennoch kann man sich genügend austoben. In diesem Abschnitt ist man in der Tat komplett frei. Boden entfernen, schmale Plattformen hin, drauf Goombas mit Flügeln und fertig ist die erste Challenge. Es kann auch sofort ausprobiert werden, und sobald man fertig ist, zeigt der Mario Maker dem Spieler seinen gegangenen Weg, sodass er diesen perfektionieren und allfällige Hindernisse einbauen oder entfernen kann. Ein sehr nettes Feature ist der Generationenwechsel. Entweder baut man im klassischen NES-Modus oder aber im schicken Wii-U-Modus. Dieser Wechsel kann zu beliebiger Zeit vorgenommen werden und lässt dem Spieler so die freie Wahl zwischen HD und Nostalgie. Ebenfalls ein lustiges Easter Egg: Wird Mario mit dem Touch Pen gepackt und umhergeschwungen, wird er zum grossen Mario. Süss.

Weiter ging's mit Super Smash Bros. auf der Wii U. Die zwei Runden waren im Nu vorüber und wir hätten noch den ganzen Abend spielen können. Runde eins spielte auf einem Flugzeug, und zwar eines in Bewegung. Dies machte das Spiel nicht unbedingt einfacher, aber durchaus interessanter. Auf der zweiten, etwas ruhigeren Map, wurde in einem klassischen Boxring gekämpft. Aber nicht in irgendeinem, sondern im Ring von Punch-Out. Viel mehr gibt es zu Super Smash Bros. Wii U gar nicht zu sagen. Es ist immer noch pures Chaos und macht unheimlich Spass.

Jetzt folgt eine ganze Welle Erstankömmlinge auf der Wii U, allen voran die Plüschkugel Kirby. Kirby and the Rainbow Curse ist ein Sidescroller - Überraschung! -, welcher komplett auf dem Wii-U-Gamepad gespielt wird. Eine etwas fragwürdige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass dies genauso gut auf einem Nintendo 3DS funktionieren würde. Allerdings sehnen sich Wii-U-Spieler seit längerem nach einem Kirby-Game, und genau das erhalten sie. Es geht ums Springen, Rollen und - wie bei Kirby üblich - ums Fressen. Das Highlight allerdings sind klar die Visuals. Der kindliche Knetlook ist einfach knuddelig und lädt zum Herumtollen ein. Die Steuerung mit dem Touch Pen ist etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber ganz gut. Dennoch schade, dass der Fernseher nicht mehr eingebunden wird und das Spiel so zum Handheld-Spiel "degradiert" wird.

Ein weiterer Neuling ist T. Yoshisaur Munchakoopas, wie Yoshi offenbar mit vollem Namen heisst. Der schnügelige Dinosaurier zeigt sich in Yoshi's Woolly World in einem neuen Gewand, und einmal mehr stiehlt der Look die Show. Die verspielte Optik im Wolle- und Garnstil ist ein wahrer Augenschmaus. Gott sei Dank ist Nintendo endlich im HD-Zeitalter angekommen. Wir durften im Ko-op auf die Reise gehen, und wenn wir uns nicht gegenseitig aufgefressen und wieder ausgeworfen haben - was eine unheimliche Freude macht -, haben wir kleine Rätsel gelöst und, wie bereit bei Kirby, gefressen. Wer nämlich einen Gegner aufmampft, lässt diesen als Wollkugel wieder raus. Diese Kugeln werden dann dafür verwendet, um entweder fehlende Plattformen zu stricken oder einfach Gegner damit zu bewerfen. Ausserdem ein grosser Höhepunkt: der unglaublich herzige Ton, den Yoshi von sich gibt, wenn er etwas auffrisst.

Zum Abschluss der Neuling-Trilogie verirrt sich noch Toad auf Nintendos Home-Konsole. In seinem ersten eigenen Spiel überhaupt, Captain Toad: Treasure Tracker, geht der kleine Pilz auf die Suche nach Schätzen. Die Levels sind sehr übersichtlich und spielen stets mit der Perspektive oder dem Gamepad. Im allerersten Level muss man an einem dicken Brocken vorbeikommen, der sich bewegt. Diesen kann man mit dem Touch Pen auf dem Gamepad festhalten und gemütlich vorbeispazieren. Die Idee dahinter ist sehr clever, allerdings wird das Ganze etwas fummelig, wenn man das Pad nicht auf die Knie oder einen Tisch ablegt. Zudem spielen die Entwickler stets damit, dass Toad nicht hüpfen kann. So gestalten sich eigentlich simple Levelabschnitte wesentlich kniffliger als sie aussehen. Und wie bereits bei Yoshi und Kirby passt bei Captain Toad die Grafik voll und ganz.

Zu guter Letzt durften wir eine Runde in einer neuen IP von Nintendo spielen. Ja, so was gibt's. Das neue Spiel nennt sich Splatoon und ist Nintendos Version eines Online-Shooters. Im Vier-gegen-Vier-Modus wird man mit einer Kanone ausgerüstet und ins Gefecht geschickt. Das Ziel ist allerdings nicht, möglichst viele Gegner abzuschiessen, sondern die komplette Map in der eigenen Farbe zu beschmieren. So schiessen die Kanonen auch keine Kugeln, sondern Farbe. Während man sich auf der eigenen Farbe ziemlich zügig vorwärtsbewegt, wird man von der feindlichen nur aufgehalten. Zudem kann man im eigenen Gekleister als Tintenfisch umherschwimmen. So kommt man einerseits schneller voran und andererseits ist es möglich, so Wände hochzuschwimmen. Die Runden halten sich sehr kurz und es gewinnt der, der die meiste Farbe auf der Karte verteilt hat. Eine sehr interessante Art und Weise, einen Third-Person-Shooter kinderfreundlich zu gestalten.

Im gesamten Text haben wir jetzt oft irgendwelche Verniedlichungen gebraucht. Herzig, süss, knuffig, ja sogar den Helvetismus "schnügelig". Genau darauf zielt Nintendo immer noch ab, und es funktioniert hervorragend. Zudem hat sich Nintendo schlicht und ergreifend dem Spielspass verschrieben, was viele andere Publisher und Entwickler nicht mehr zu machen scheinen. Mein persönliches Interesse an einer Wii U ist auf jeden Fall enorm angestiegen.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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