Gamescom-Tagebuch: Tag Zwei

Wir durften uns bei Warner und CD Projekt Red einnisten, um uns einige ihrer Titel anzuschauen. Zudem haben wir auf dem Indie Megabooth ein sehr cleveres deutsches Spiel entdeckt.

Freude herrscht!

Es ging gleich blutig los, und zwar richtig. Mortal Kombat X, der neue Prügler von NetherRealm, zeigt sich in neuem, wunderhübschem Gewand. Sie zeigten vier neue Charaktere und eine unglaublich brutale Fatality-Montage. Die Entwickler kommentierten diese mit: "We're a bunch of weirdos at NetherRealm". In der Tat. Denn wem danach ist, kann als Scorpio dem netten Sub-Zero ein Loch in Medizinballgrösse in den Leib brennen und danach das Gesicht abschneiden. Ja, nur das Gesicht. Da hört der Spass aber nicht auf: In unserem Hands-On konnten wir auf einem Marktplatz eine alte Frau packen und diese auf den Gegner schleudern. Videogames, everybody. Allgemein kann die Umgebung im Kampf verwendet werden - entweder als Waffe oder als Bewegungshilfe.

Wieder Warner Bros., allerdings diesmal ohne Hands-On, zeigte uns Middle-earth: Shadow of Mordor. Das Spiel hat sich defintiiv von Assassin's Creed und den Batman-Arkham-Games inspirieren lassen, addiert mit dem Nemesis-Feature aber noch etwas Einzigartiges dazu. Denn wer einen Ork brandmarkt und wenn dieser flieht, wird er sich an den Spieler erinnern und das nächste Mal mit derselben Narbe auftreten, die man ihm zugefügt hat. Es ist auch möglich, Gegner zu dominieren, sie also für einen selbst kämpfen zu lassen. Handelt es sich dabei um einen führenden Orks, werden auch dessen Minions für den Spieler rekrutiert. Eine durchaus interessante Präsentation, die aber nicht sonderlich viel Neues verriet.

Ebenfalls nur eine Präsentation, dafür mit Bier versorgt, erhielten wir bei The Witcher 3. Das polnische Entwicklerstudio CD Projekt Red unterhielt mit einer gut 45-minütigen Live-Demo ihres neusten Schaffens. Eines der ersten Dinge, die wir zu sehen bekamen, war die Weltkarte. Vom Startpunkt aus bis zum Missionsziel hätte man im vollen Galopp etwa zwanzig Minuten gebraucht, und das war nur der südliche Teil der Karte. Den Entwicklern sei es wichtig, dass man diese Welt komplett und frei erkunden kann. Es gibt keine unsichtbaren Barrieren und alles, was man sieht, kann man auch erforschen. Sollte sich das bewahrheiten, wird man locker über 100 Stunden in das Spiel investieren können, ohne dass einem die Aktivitäten ausgehen.

Ganz unscheinbar, im Schatten der Call of Dutys und Assassin's Creeds, stand Typoman. Typoman verbindet Platforming und Puzzling miteinander, und zwar mittels Buchstaben. Ein Beispiel: Der kleine Mann steht vor einer grossen Pfütze, in der er ertrinken würde. Darüber schwebt eine Wolke, in der steht "rain", daneben hängen die Buchstaben O, E und D an kleinen Fäden. Der Spieler soll jetzt das D vor das "rain" schwingen, um das Wort "drain" - also Abfluss - zu bilden. So verschwindet das Wasser und der kleine Typoman kann passieren. Auf dieser simplen, jedoch unglaublich cleveren Mechanik basiert Typoman. Das Spiel erscheint wohl erst in acht Monaten, wir sind aber mehr als gespannt.

Das waren die Wochentage, jetzt folgt das Wochenende und somit die besucherstärksten Tage. Wir haben noch einige Spiele angespielt, die wir mit euch teilen möchten, also unbedingt dranbleiben.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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