"The Hunger Games: Catching Fire": Interview mit Josh Hutcherson

Er ist der kleinste Mann in einem der grössten Filme des Jahres: Josh Hutcherson spielt Peeta in "The Hunger Games - Catching Fire". OutNow.CH traf den Schauspieler in Berlin zum Gespräch.

So eine globale Promo-Tour macht müde. Mehr als eineinhalb Stunden hatte Josh Hutcherson nach eigenen Angaben in der letzten Nacht nicht geschlafen. Locker in Jeans und einem verwaschenen Shirt von Velvet Underground beantwortete er unsere Fragen. Es war ein sehr lockeres Interview mit dem kleingewachsenen Hollywood-Star. Er zeigte den Journalistinnen während des Gruppen-Interviews sogar Handy-Fotos von seinem Hund. Doch der Peeta-Darsteller denkt auch über die Schattenseiten des Ruhms nach.

OutNow.CH (ON): Welche Frage zu den Hunger Games kannst du gar nicht mehr hören?

Josh Hutcherson (JH): Ganz klar die Frage nach der Fähigkeit, die ich bei den Hunger Games am liebsten präsentieren würde. Oder wen ich am liebsten mit in die Hunger Games nehmen würde und warum.


ON: Was würdest du denn am liebsten über The Hunger Games - Catching Fire erzählen, wenn dich keiner nach etwas fragen würde?

JH: Dass das Essen am Set in Hawaii grossartig war. Jeden Tag! Das hat mich noch nie jemand gefragt.


ON: Was ist deine Lieblingsszene im Film?

JH: Eine Szene am Strand, wo Jen (Jennifer Lawrence, Anm. d. Red.) und ich uns überlegen, ob wir bei der Gruppe bleiben sollen oder nicht. Wir beide sind immer hyperaktiv am Set - voller Energie. Es war am Ende eines langen Tages. Normalerweise mussten wir aufpassen, dass wir nicht losprusteten, wenn wir uns in die Augen sahen. Da waren wir aber für einmal ganz ruhig und konnten uns voll auf das Schauspielen konzentrieren. Darauf war ich sehr stolz, und es hat Spass gemacht.


ON: Du sprichst dich auch für die Rechte von Lesben und Schwulen aus.

JH: Das bedeutet mir sehr viel. Zwei meiner Onkel waren homosexuell und starben an AIDS, kurz bevor ich geboren wurde. Meine Familie setzte sich deshalb schon immer für die Rechte unterschiedlichster Minderheiten ein. Ein Freund von mir und ich kamen dann auf die Idee, eine Straight-Allies-Organisation (Straight But Not Narrow, Anm. d. Red.) zu gründen, um als Heteros mit anderen Heteros speziell in Schulen zu sprechen, damit andersartige Gruppen nicht ausgeschlossen werden. Dafür gab es viel Positives Feedback und wir konnten so viel bewirken. Denn darüber zu reden, finde ich das Wichtigste.


ON: Denkst du, dass Cinna, die von Lenny Kravitz gespielte Figur im Film, schwul ist?

JH: Ich weiss es nicht. Ich bin kein Fan von Klischees. Ich finde es cool, dass daraus im Film kein grosses Tamtam gemacht wird. Er ist einfach ein Stylist, der sein Ding durchzieht. Das wäre insofern mein Traum, dass man nicht über so was tuscheln oder werweissen muss. Cinna ist einfach eine Person.


ON: Hilft es, Star in den Hunger Games zu sein, um solche Themen bei jungen Menschen zu propagieren?

JH: Es ist ein zweischneidiges Schwert. Ich kann dank The Hunger Games einen Unterschied machen und Leute beeinflussen, was auch etwas angsteinflössend ist. Andererseits verliert man sein Privatleben. Leute denken, sie besitzen einen Teil von dir. Ich treffe auf Menschen, die wissen alles von mir, und ich weiss nicht mal, wie sie heissen. Das ergibt teilweise sehr ambivalente Begegnungen.


ON: Was war deine seltsamste Begegnung mit Fans?

JH: Einmal, bei der Weihnachtsfeier bei meinen Eltern in Kentucky, klingelte es plötzlich an der Tür. Da standen zwei zwölf-, zehnjährige Mädchen und deren Mutter vor der Tür. Alle in Peeta-Shirts mit meinem Gesicht drauf. Die sind extra aus Chicago angereist, in der Hoffnung, mich anzutreffen. Da war ich geschockt. Ich habe ihnen natürlich Autogramme gegeben, weil sie so weit gereist sind, aber so was will ich nicht mehr erleben.


ON: Gefällt es dir dafür auf dem roten Teppich?

JH: Pressetouren sind anstrengend. Es ist viel Arbeit, und man ist immer müde. Die Fans geben dir aber Energie. Ihre Leidenschaft erinnert dich daran, warum man das Ganze auf sich nimmt. Wenn dich 700 Augenpaare gleichzeitig verfolgen, spürt man die Aufregung der Masse.


ON: Machst du dich gerne schick für Premieren?

JH: Ich wünschte mir, ich könnte in Jeans hingehen. Ich bin wohl der grösste Albtraum für meine Stylisten. Die legen mir immer Klamotten hin, und ich trage vier Tage lang dieselbe Jeans wie jetzt.

The Hunger Games: Catching Fire läuft ab heute in den Schweizer Kinos.

© Impuls Pictures AG

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
OutNow.CH
Thema
Mehr
"The Hunger Games: Catching Fire" auf OutNow.CH
Josh Hutcherson auf OutNow.CH