"Star Trek Into Darkness": Produzent Bryan Burk im Interview

Bad Robot von J.J. Abrams gehört zu den erfolgreichsten Produktionsfirmen Hollywoods. OutNow.CH traf anlässlich eines "Star Trek Into Darkness"-Previews in Berlin deren Produzenten Bryan Burk.

Das Logo mit dem roten, eckigen Roboter im Feld erscheint nach TV-Hits wie Lost, Alias und Person of Interest, aber auch vor Filmen wie Super 8 und Cloverfield. Bad Robot Productions, die Produktionsfirma des Tausendsassas J.J. Abrams, zeichnet sich dafür verantwortlich. Bryan Burk ist ein Jugendfreund von J.J. Abrams und Gründungsmitglied der Firma. Heute amtet Burk als Executive Vice President und tourt gerade um die Welt mit den ersten Ausschnitten aus Star Trek Into Darkness. Als einziges Schweizer Medium traf sich OutNow.CH nach der Vorstellung in Berlin kurz mit Burk. Ein Gespräch zum zweiten Teil eines erfolgreichen Sci-Fi-Reboots aus der Sicht eines Produzenten.


OutNow.CH (ON): Wohin soll es mit Star Trek Into Darkness gehen?
Bryan Burk (BB): Das Spektakel muss aus Prinzip grösser werden. Aber wir wollen mehr. Deshalb haben wir oft über die Charaktere gesprochen. Wie bringen wir sie zusammen? Wen stellen wir einander gegenüber? Wie entfernen sie sich wieder voneinander? Es soll dunkler und emotionaler werden. Aber als Sahnehäubchen darf und soll der Film natürlich auch "bigger" werden. Alles: mehr Explosionen, das ganze visuelle Erlebnis!

ON: Was war schwieriger: Die Star-Trek-Franchise zu rebooten oder den zweiten Teil zu einem Film zu produzieren, die bei Publikum und Fans ziemlich gut ankam?
BB: Beim ersten Teil wussten wir nicht, wie die Leute reagieren würden. Wir spielten da schliesslich mit etwas, das andere erfunden haben, das sozusagen deren Baby war. Dabei wollten wir das Ganze aufpeppen, und es gab viele Fragen zum Design der Enterprise, den Uniformen, den Sets. Vieles musste erforscht und entwickelt werden. Da Star Trek in der Zukunft spielt, gibt es keine Vorlagen. Gleichzeitig war uns aber bewusst, dass es Bezüge zu früheren Werken der Star-Trek-Welt geben musste. Als wir dann merkten, dass die Fans auf Teil 1 positiv reagierten, war es uns wichtig, nicht einfach ein Sequel nachzuliefern. Nicht selten sieht man ja zweite Teile und denkt sich: "Was ist denn da passiert?" Star Trek funktioniert aber nur, wenn man auch die Leute abholt, die eigentlich denken, das sei nichts für sie. Hätten nur Menschen Pirates of the Caribbean geschaut, die sich grundsätzlich für Seeräuber interessieren, wäre diese Filmreihe nie ein Erfolg geworden. Zu den Star-Trek-Verweigern gehören oft auch Frauen. Die denken, Star Trek sei eine Bubentraum-Fantasie. Aber für die müssen wir es auch emotional genug machen, dass sie danach das Kino positiv überrascht verlassen. Star Trek sollte ein Film für alle werden und nicht nur eine bestimmte Klientel.

ON: Wie wollt ihr das bewerkstelligen?
BB: Wir sind fünf Produzenten im Team: J.J. Abrams, Damon Lindelof, Alex Kurtzman and Bob Orci. Wir repräsentieren ein gutes Spektrum unseres Publikums. Orci und Lindelof sind Hardcore-Trekkies. J.J. und Alex sind ziemlich angefressen vom Thema, aber eher interessiert an der Original-Serie. Und ich habe gar keine Ahnung. Wenn wir über die Produktion diskutieren, kann es sein, dass mir etwas erklärt werden muss. Anderseits bleiben aber auch Referenzen im Film, die ich gar nicht verstehen soll - so wird es mir zumindest verklickert. Und wenn ich dann mal eine Idee hab, wird die verworfen, weil sie einfach nicht ins Star-Trek-Universum passt.

ON: Braucht Star Trek wirklich auch 3D?
BB: Grosse Weltraumschlachten! Epische Landschaften! Wenn Star Trek nicht für 3D geeignet sein soll, was dann?

ON: Was hat euch an Benedict Cumberbatch überzeugt, dass ihr ihn als Bösewicht gecastet habt?
BB: Wir haben die Serie Sherlock gesehen! Eure Leserschaft sollte sofort zu iTunes rüberwechseln und sie sich von der BBC saugen - und dann natürlich gleich wieder zurückkommen! Cumberbatch ist unglaublich gut und charismatisch. Noch kennen die Leute ausserhalb Grossbritanniens einfach Sherlock noch zu wenig, aber nach Star Trek wird ihn jeder schätzen. Das ist ein bisschen wie bei Christoph Waltz. Da fragten sich nach Inglourious Basterds auch alle: "Wo hat der denn gesteckt?"

ON: Wisst ihr schon, wo uns der dritte Film hinführen wird?
BB: Wir führen halt die üblichen Gespräche. Bereits vor dem ersten Teil gab es Dinge, die nun in Star Trek Into Darkness auftauchen. Ideen werden herumgereicht. Die guten werden weiterverfolgt. Die schlechten - auch bekannt als meine Ideen - kommen in die Tonne.

ON: Bei Star Trek Into Darkness ist keiner von der Original-Besetzung mit dabei.
BB: Die grosse Frage, die sich uns immer stellt, ist William Shatner. Wie könnten wir den in den Film bauen? Das grosse Problem: Er ist in der Original-Timeline bereits verstorben. Man könnte sie ja ein Video von ihm finden lassen. Das wäre dann aber so, als würde man den Film kurz stoppen, um auf Play zu drücken für ein kurzes "Hi guys!".

ON: Ist J.J. Abrams eigentlich gedanklich schon bei Star Wars: Episode VII?
BB: Wir sind noch ganz tief im Thema Star Trek. Alles dreht sich um Star Trek. Immer!

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

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