OutNow.CH trifft... Bond-Bösewicht Javier Bardem

Im Film trägt er die Haare blond, im relaen Leben nicht mehr. Der Bond-Bösewicht Javier Bardem stellte sich in Zürich unsere Fragen und plauderte dabei ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Wir kennen ihn nicht erst seit seiner Rolle als Anton Chigurh in No Country For Old Men als starken Schauspieler. Der Spanier Javier Bardem übernimmt im neuesten James-Bond Film Skyfall die Rolle des Bösewichts. Toll, dass sich der Mann im Zürcher Hotel Dolder Grand unseren Fragen stellte und dabei auch ein bisschen näher auf den Vergleich zwischen seiner Filmfigur und dem "Joker" einging.


OutNow.CH: Ich muss dieses Thema gleich am Anfang anschneiden. Was ist mit deinen Haaren passiert? Steht das in deinem Vertrag, dass du jeweils komische Frisuren tragen musst in deinen Filmen?
Javier Bardem: Es ist die Kombination vieler Dinge. Im Fall von Skyfall mussten wir eine Figur erschaffen, die ihrem Gegenüber unangenehm ist. Das macht bei Raoul Silva durchaus Sinn. Einen dramatischen Sinn. Die Haare sind nur ein Teil der Figur, die es dadurch auch besser schafft, Unbehagen zu verbreiten.

ON: Wie bist du denn zu Skyfall gekommen?
JB: Daniel Craig sprach mich an einem privaten Anlass in Los Angeles an und fragte, ob ich es mir vorstellen könnte, mit ihm und Sam Mendes einen Bondfilm zu drehen. Ich liess mir das Drehbuch kommen, und wenn da "007" auf dem Umschlag steht, dann liest du das sowieso. Allerdings muss ich sagen, dass ich erst etwa beim fünften Durchlesen wirklich die Konzentration fand, mich auf die Figuren zu fokussieren. Zuvor war das Gefühl überwältigend, möglicherweise ein Teil des neuen Bond-Films zu sein.

ON: Haben dich frühere Bond-Bösewichte inspiriert bei der Rolle von Raoul Silva?
JB: Nein. Das habe ich absichtlich vermieden. Uns wurden Fotos von bekannten und unbekannten Menschen vorgelegt, aus denen wir Teile zusammenkombinierten, um daraus einen Teil der Figur von Raoul Silva zu machen. Ich hatte keine Vorbilder, liess mich aber natürlich von vielen Charakteren beeinflussen. Ausserdem war das Drehbuch so stark, dass ein Vergleich mit anderen Bösewichten dem Ganzen Unrecht tun würde.

ON: Spielt man eigentlich den Bösewicht gerne mit Humor?
JB: Nicht speziell. Das Drehbuch setzte diese Art der Figur voraus. Er verfügt über einen Standard-Humor, den er braucht, um zu überleben. Wie er auch alles andere an sich benützt, um seine Ziele zu erreichen.

ON: Hand aufs Herz. Ist Raoul Silva schwul?
JB: Silva kümmert sich nur um sich selber und nicht um irgendwelche Gefühle oder Details. Er benützt alles und jeden, um dort hinzukommen, wo er hin will. Er lebt auf einer verlassenen Insel und steht schlichtweg über diesen Dingen. Solche Einzelheiten interessieren ihn nicht.

ON: Bist du stolz auf diese Rolle?
JB: Klar. Ich fühle mich geehrt, einen wichtigen Charakter in Skyfall zu spielen. Zudem noch den Bösewicht. Das geht ja kaum besser, oder?

ON: Man hat schon verschiedene Male gelesen, dass deine Rolle viel mit Heath Ledger und dessen "Joker" aus The Dark Knight gemein hat. Stimmt das?
JB: Bei solchen Fragen, und die sind jetzt schon ein paar Mal gestellt worden, sage ich jeweils "ach ja?". Denn bei den Dreharbeiten und der Ausarbeitung des Charakters war Heath Ledger nie ein Thema. Versteht mich nicht falsch, die Darstellung damals war super und grandios, hat aber bei meiner Arbeit mit Raoul Silva nichts gemein.

ON: Wie war denn Daniel Craig am Set so?
JB: Ich habe inzwischen auch schon 25 Jahre Erfahrung und kann mich auf jeden neuen Kollegen einstellen. So auch bei Daniel Craig. Das war aber auch wirklich einfach, weil der Kerl einfach ein super Typ ist. Ganz anders, als man ihn in der Öffentlichkeit wahrnimmt. Er ist verdammt witzig und hat während des Drehs immer wieder Streiche gespielt. Aber kaum geht die Kamera an, ist er konzentriert und macht eine hervorragende Arbeit.

ON: Wie ist denn dein Bezug zur Schweiz?
JB: Ich war schon mal in Genf und an einem anderen Ort, der aber eventuell auch in Frankreich liegen könnte. Ihr habt ja hier so viele Grenzen, da weiss man nie genau, in welchem Land man nun steht. Aber das, was ich bisher gesehen habe, gefällt mir definitiv.

ON: Kannst du also verstehen, dass wir bei uns immer ein bisschen stolz sind, wenn ein neuer Bond veröffentlicht wird? Da ist ja vielfach irgendwo ein Schweizer mit dabei.
JB: Kann ich verstehen. Dazu kann ich aber nicht viel sagen, ausser dass ihr mit Recht auf diese Leute stolz sein könnt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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