"One Way Trip 3D" - Interview mit Melanie Winiger

Wir trafen die Killerin aus dem ersten Schweizer 3D-Horrorfilm und sprachen mit ihr über Ängste vor Horrorfilmen, Running Gags während des Drehs und das "Achtung Fertig Charlie"-Sequel.

OutNow.CH (ON): Was war für dich ausschlaggebend bei diesem Film mitzumachen?

Melanie Winiger (MW): Ich hatte noch nie zuvor in einem Horrorfilm mitgespielt, und als Schauspielerin versuche ich, in so vielen verschiedenen Sachen wie nur möglich mitzumachen. Beim Horrorfilm hatte ich zuerst Zweifel, denn ich hätte nie gedacht, dass dies etwas Interessantes sein könnte. Aber dies ist das Tolle an dem Job, dass man immer wieder überrascht wird.


ON: Wie hast du dich für die Rolle vorbereitet?

MW: Das Coole daran war, dass ich gar keinen Text hatte. Bei meinem Grad an Faulheit habe ich das natürlich sehr genossen (lacht). Ich bin hauptsächlich meine gestörte Seite suchen gegangen, indem ich mich gefragt habe: Was könnte bei mir so etwas auslösen, dass ich so makaber werden könnte?

ON: Hattest du filmische Vorbilder für die Figur der Marlene, denen du nacheifern wolltest?

MW: Ich habe es probiert, aber ich bin einfach eine Memme. Nach The Silence of the Lambs konnte ich monatelang nicht richtig schlafen. Ich muss gestehen, dass ich noch keinen Horrorfilm ganz gesehen habe, da Silence ja eher in das Genre des Psycho-Thrillers gehört.


ON: Was hast du denn versucht zu schauen?

MW: The Ring habe ich angefangen. The Grudge auch. Aber "Wäääh". Sowas zu spielen, war jedoch trotzdem sehr interessant für mich.


ON: One Way Trip 3D ist ein sehr ernster Film. Habt ihr euch am Set aber auch zwischendurch Streiche gespielt?

MW: Wir haben uns während der Dreharbeiten oft zu Tode gelacht. Ich habe selten einen solch coolen Dreh erlebt wie diesen. Wir sind alle wieder ins Teeniealter zurückgegangen (lacht).


ON: Wo habt ihr euch denn am meisten "totgelacht"?

MW: Wir hatten da eine Szene mit einem Messer. Wenn man jedoch in so etwas keine Vorkenntnisse hat und man immer einen bestimmen Punkt treffen muss, dann kann man das 500mal machen. Wenn ich wirklich jemanden umbringen wollte, dann würde ich mehr als dämlich dastehen, da ich einfach nie treffen würde. Dann gab es natürlich auch viele Running-Gags, zum Beispiel denjenigen, bei dem wir nach jedem Cut "Buuh" gesagt haben.


ON: Hattest du während des Drehs Probleme mit dem Einschlafen?

MW: Überhaupt keine. Horrorfilme zu drehen, ist etwas ganz anderes, als Horrorfilme anzusehen. Ich habe übrigens noch keine Ahnung, wie ich das an der Premiere aushalten werde, denn ich habe den Film noch gar nicht gesehen. Das Fiese daran ist ja, dass ich die Böse bin und in nächsten Monaten eine Krise haben werde, wenn ich morgens vor den Spiegel trete (lacht).


ON: Wie würdest du dich denn persönlich verhalten, wenn du nachts im Wald wärst, kein Auto oder Handy in der Nähe wäre, und du merken würdest, dass jemand ausser dir noch da ist?

MW: Du findest mich nie alleine im Wald. Wenn ich in den Wald joggen gehe, muss immer jemand mitkommen. Für das muss es nicht mal Nacht sein, sondern das gilt auch während des Tages.


ON: Reden wir noch etwas über kommende Filmeprojekte. Hast du eigentlich schon eine offizielle Anfrage für "Achtung, Fertig, WK"?

MW: Ich habe gehört, dass sie eine Fortsetzung zu Achtung, Fertig, Charlie drehen wollen, aber mich hat man noch nicht angefragt. Ich würde die Rolle auch nicht annehmen, denn Charlie war vor zehn Jahren super, aber wenn ich jetzt bei Teil 2 mitmachen würde, wäre es ein Schritt zurück, denn es gibt wenig wirklich gute Sequels.

One Way Trip 3D startet am kommenden Donnerstag, dem 15. September 2011, in den Kinos.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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