ZFF6: Es haben gewonnen...

...Serbien, Deutschland, Dänemark: Alle Preise am Zurich Film Festival bleiben in Europa.

Kein Aufwand wurde am gestrigen Samstag gescheut, um einen glamourösen Abend im Schauspielhaus Zürich durchzuführen. Über den grünen Teppich liefen unter anderem Oliver Stone, Bob Geldof sowie der für sein Lebenswerk ausgezeichnete Milos Forman.

Nach vielem Blitzlichtgewitter konnten sich die Stars und Sternchen im Saal des Schauspielhauses zwischen den verschiedenen Verleihungen im Filmmusikerraten üben und den Klängen von Starsailor-Frontmann James Walsh lauschen, der nach seinem zweiten Stück auch mit lautem Applaus von der Bühne entlassen wurde.

Natürlich durfte auch die feierliche Rede von der Festivalleitung nicht fehlen. Diese bedankte sich für die breitgefächerte Unterstützung der vielen Partner, unterstrich nochmals, dass das Festival klimaneutral durchgeführt wurde und man sich nicht nur über volle Säle, sondern auch über zehn sehr spannende Tage gefreut habe. Natürlich bedankte sie sich auch bei den vielen fleissigen Helfern und auch der Programmleitung, welche das abwechslungsreiche und spannende Programm zusammengestellt hat. Die Durchführung der Closing Night im altehrwürdigen Schauspielhaus, für das sogar extra eine Hauptverkehrsachse gesperrt werden musste, wird zudem als eindeutiges Zeichen hervorgehoben, dass das Festival nun endgültig in Zürich angekommen ist.

Die Laudatio für Amadeus-Macher Forman hielt als krönendes Finale niemand geringeres als Courtney Love, die am grünen Teppich noch vermisst wurde. Love, die dank Forman unter anderem Rollen in The People vs. Larry Flynt erhielt, berichtete unter Rührungstränen von gemeinsamen Erlebnissen und war dem Regisseur mehr als dankbar.

Doch nicht nur Forman war an diesem Abend glücklich, auch die verschiedenen Jury-Mitglieder haben sich über die gelassene Atmosphäre und die interessante Zusammenarbeit gefreut und die einen wollen sogar nicht wirklich "Auf Wiedersehen" sagen, so gut hat es harmoniert in den letzten intensiven Tagen.


Dieses Jahr können sich folgende Filmemacher über ein goldiges Auge freuen:

Srdjan Koljevic für The Woman with the Broken Nose im internationalen Wettbewerb für "beispielhafte Konsistenz in Regie, Drehbuch, Darstellung Kamera und Produktion".

Florian Cossen für Das Lied in mir im deutschsprachigen Wettbewerb. Die Jury um Johanna Wokalek überzeugte die menschliche Thematik, die vom Identitätsverlust der Hauptfigur und deren Kampf um eine Neuorientierung handelt.

Janus Metz für Armadillo im Dokumentarwettbewerb. Bei diesem Film begeisterte die Jury die "überwältigende Kraft des Filmportraits von dänischen Soldaten in Afghanistan".

Neben diesen drei Preisen gab es noch weitere Auszeichnungen:

Pal Adrienn von Agnes Kocsis gewann den Critic Choice Award des schweizerischen Filmjournalistenverband und Adem (Oxygen) erhielt den Variety's New Talent Award.

Auch die Schweiz konnte sich über einen Preis freuen. Stationspiraten, ein Film um drei junge Krebspatienten von Mike Schaerer, gewann am meisten Sympathien bei den Festivalbesuchern und darum auch den Publikumspreis.

Eine spezielle Erwähnung der Jury erhielt noch der chinesische Dokufilm Last Train Home.


Alle Entscheidungen sind somit gefallen, und die Preise haben ihre glücklichen Gewinner gefunden. Nun geht es noch an einen etwas ruhigeren letzten Festivaltag, an dem Wall Street 2 seine Premiere feiern wird. OutNow wird auch am letzten Tag des ZFF wieder im Kino sitzen und am grünen Teppich stehen.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram
  6. Letterboxd
Teilen
Auf Facebook teilen  Auf Twitter teilen 
Datum
Quelle
Preisverleihung im Schauspielhaus Zürich