Man spricht Deutsch in Cannes

Michael Haneke gewinnt für "Das weisse Band" die Goldene Palme.

Vielleicht wollte sich Isabelle Huppert einfach bei Michael Haneke revanchieren. Denn für ihre Rolle in La Pianiste hat sie anno 2001 die Goldene Palme als beste Schauspielerin erhalten. Nun vergibt die von ihr präsidierte Jury die höchste Auszeichnung an des Österreichers neuestes Werk: die österreichisch-fanzösisch-deutsche Koproduktion Das weisse Band. Das beklemmende Porträt eines kleinen norddeutschen Dorfes im Jahr 1913, in dem schreckliche Dinge geschehen, hat jedenfalls offenbar nicht nur den OutNow-Kritiker, sondern auch die Jury nachhaltig beeindruckt.

Mit Christoph Waltz kommt ein weiterer Vertreter unseres östlichen Nachbarlandes zu Ehren, und zwar für seine exquisite Darstellung des bösen Hauptsturmführers Landa in Quentin Tarantinos Nazi-Metzler Inglourious Basterds. Auch Lars von Triers kontroverser Antichrist hat der Jury anscheinend gefallen, zumindest die Leistung von Charlotte Gainsbourg, die sich die Palme als beste Hauptdarstellerin abholen konnte.

Der Grosse Preis der Jury bleibt in Frankreich, und zwar bei Jacques Audiard für dessen Gefängnis-Drama-Thriller Un prophète. Der Preis für das beste Drehbuch ging an die chinesische Schwulen-Doppel-Dreiecksgeschichte Spring Fever von Ye Lou, bester Regisseur ist Brillante Mendoza für Kinatay. Einen Cannes-Spezial-Preis erhält der altverdiente 87-jährige Franzose Alain Resnais (Les Herbes Folles), während die Teeniegeschichte Fish Tank von Andrea Arnold und der Vampirfilm Thirst von Chan-wook Park sich ex aequo mit einem Trostpreisli namens "Jury Prize" zufrieden geben müssen.

Was OutNow.CH von den ausgezeichneten Filmen hält - im Cannes-Special ist's nachzulesen!

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